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In die Berge schwimmen – Die faszinierende Vielfalt der Kärntner Seen

SUP am Weissensee

Sie sind sommerwarm, an den Ufern bebaut oder üppig mit Grün zugewachsen. Man kann darauf Boot fahren, sie mit dem Fahrrad umrunden und einige von ihnen sind so sauber, dass man ihr Wasser beim Durchschwimmen trinken kann. Weil die Kärntner Seen außerdem unglaublich verschwenderisch mit strahlenden Blau-, Grün- und Türkis-Tönen protzen und von einer faszinierenden Bergwelt umgeben sind, ist die Landschaft ohne jede Übertreibung als Sommerparadies in den Bergen zu bezeichnen.


Auf einer Fahrradtour um fünf Kärntner Seen habe ich mir Notizen über ihre Eigenheiten gemacht. Vielleicht eine Idee für Eure nächsten Ferien?

→ Radeln und geniessen: E-Bike-Tour über die „Große Kärnten Seen Schleife“ ←

Millstätter See – Camper, Kids und Liebespaare

Der Millstätter See ist der tiefste Kärntner See und liegt inmitten von Bergen. Eine riesige Forstfläche am Südufer des Sees bringt ihm den Beinamen „Das Juwel in Kärnten“ ein. Zahlreiche Badebuchten und Campingplätze machen ihn zu einer besonders familienfreundlichen Destination, die im Sommer viele Gäste für einen naturnahen und unkomplizierten Ferienaufenthalt anzieht. Da die Wassertemperatur des Millstätter Sees um die 26°C betragen kann, ist das Plantschen im See auch für kleine Kinder wie in einer Badewanne.

Während am Nordufer bei Millstatt der Verkehr auf der B 98 pulsiert, ist das Südufer verkehrsberuhigt. Strandbäder, Ferienappartements und gut ausgebaute Rad- und Wanderwege bieten ausreichend Platz zum Austoben.

Wer mit dem Fahrrad den See entlang fährt, kann einen Teil der Großen Kärntner Seenschleife zurücklegen. Rund drei Stunden Fahrzeit muss einrechnen, wer die vollen 28 km rund um den See radeln will. Mit dem E-Bike benötigt man die halbe Zeit. Und auch hier gibt es für halbwegs Motivierte eine Lösung: mit der Millstätter Seekarte kann man kostenlos eine Fähre benutzen und sich auf halber Strecke wieder zum anderen Ufer zurückbringen lassen.

Tipps für den Millstätter See

• Auf dem Laggerhof bei Familie Koalier kann man wunderbar einen Zwischenstopp bei der Seeumrundung einbauen. Der Marille-Ribisl-Kuchen ist ein Hit!

• Reinankenwirte – Die vier Reinankenwirte am Millstätter See sind eine Besonderheit der Region. Mitte des 19. Jahrhunderts verlieh Kaiser Franz Josef spezielle Fangrechte für den See und machte die ausgewählte Familie und ihre Nachfahren so zu K.u.K Hoflieferanten. Die Fangrechte wurden vererbt und sorgen dafür, dass sich bis heute nur vier Wirte als Reinankenwirt bezeichnen dürfen. Ihre Lokale befinden sich am Nordufer des Sees und servieren Fisch, der bis zum Morgen noch im Wasser schwamm.

• Biwak am See – Verliebten Paaren sei das Biwak am See empfohlen. Die kleine Holzhütte für Zwei mit direkter Lage am See kann für eine Nacht gemietet werden und mit etwas Glück verbringt man eine wundervolle Nacht unter Sternen.
→ Ich seh den Sternenhimmel… Biwaks am Millstätter See ←

Weissensee – So sauber, dass man daraus trinken kann

„Wenn ich Stand Up Paddeln mache, trinke ich weiter draußen das Wasser aus dem See.“ (Aussage unseres Guides bei einer Radtour um den Weissensee)

Der Weissensee gehört durch seine Sauberkeit zu meinen Favoriten und ist als Naturoase gleichzeitig besonders schützenswert. Das klare Wasser, durch das man an vielen Stellen bis auf den Boden sehen und Fische beobachten kann, hat mich nachhaltig beeindruckt.

Mit 11,6 km Länge und 6,5 km² Fläche ist der Weissensee der viertgrößte der Kärntner See und durch seine Lage auf 930 m Seehöhe gleichzeitig der höchst gelegene Badesee der Alpen. Im Sommer kann das Wasser um die 24 °C warm sein. Also alles andere als ein kühler Gebirgsbach…

Weil zwei Drittel der Fläche um den See unverbaut sind und das Ostufer des Sees 2006 zum Naturschutzgebiet erklärt wurden, sind Unterkünfte rar. Das kann man schade finden, in erster Linie hilft es jedoch die Schönheit der Region zu erhalten. Der Weissensee ist eine Destination für nachhaltigen und verantwortungsvollen Tourismus.

Tipps für den Weissensee

• Motorboote sind auf dem Weissensee verboten. Wer sich fortbewegen will, kann ein Stand Up Paddel oder ein Ruderboot ausleihen. Auch die Einheimischen sind so auf dem Wasser unterwegs.
Zwischen Techendorf und dem Ostufer des Sees verkehrt das erste Hybrid-Schiff Europas, die „Alpenperle“. Sie gleitet sanft über den See, eingerahmt durch die imposante Bergwelt der Gailtaler Alpen.

• Im Wasser des Sees tummeln sich 22 Fischarten. Vielen von ihnen kann man von den Bootsstegen aus regelrecht beim Wachsen zusehen. Die Restaurants bieten Forelle, Saibling und Seeforelle an. Selten hat man das Glück einen Fisch so fangfrisch wie hier zu essen.

• Mit dem Fahrrad lässt sich der westliche Teil des Sees erkunden. Vorbei an den zahlreichen Bootshäusern am zugewachsenen Ufer und romantischen Ruheplätzen, gelangt man auch an die Stelle, an der einst eine 960 m lange Holzbrücke das Nord- und Südufer des Weissensees miteinander verband.

Faaker See – Die Kärntner Everglades

Türkisblau und warm: wer einen Sommertag am Faaker See nicht mit dem Sprung ins Wasser beginnt, hat viel verpasst. Vom beeindruckenden Panorama der Karawanken flankiert, mit fantastischer Aussicht auf den Mittagskogel (2.145 m),  ist man hier nur einen (längeren) Steinwurf weit von Slowenien entfernt. Der fünftgrößte See Kärntens mit  einer Tiefe von 29 Metern, gehört zu den wärmsten Badeseen Österreichs. Durch Kalkpartikel, die mit den Zuläufen in den See fließen, leuchtet er an manchen Tagen überirdisch intensiv Türkis.

290 statistisch belegte Sonnentage im Jahr schenken dem Faaker See in jedem Fall einen vom Wetter begünstigten Vorteil. (Ungeklärt bleibt, wieso ich bei beiden Besuchen einen Regentag erwischte.)

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Faaker See in Privatbesitz. Größer als dieser privat bewirtschaftete See in Österreich ist dann nur noch der Mondsee. Als Gast bemerkt man das allenfalls beim Besuch der Insel, auf der sich ein Hotel befindet und das nur mit einem einzigen auf dem See verfügbaren Motorboot erreicht werden kann (Ausnahme: Polizei und Wasserrettung). Für die Anrainer bedeutet es Abgaben für jeden Strand und jeden Steg.

Am Ufer des Sees wechseln Familienhotels, Privathäuser und Campingplätze. Die Region ist bei Familien, Radreisenden und Motorradfahrern sehr beliebt.

Tipps für den Faaker See

• Eine riesige Schilffläche, die durch einen Mäander unterbrochen ist, bedeckt große Teile des Wassers. Hier kann man vom Paddelboot aus nächster Nähe Vögel und Wasserpflanzen sehen und ist der Natur hautnah. Da der See klein ist, kann man vom einen Ufer aufbrechen, durch die „Everglades“ paddeln und nach einer Pause am anderen Ufer den Rückweg antreten.

• Schwimmen, SUP und See-Sauna – Sport- und Wellness lassen sich am Faaker See gut verbinden. Im See befinden sich Inseln zu denen man schwimmen kann. Besonders am Morgen, wenn es noch sehr ruhig ist, ist das ein Genuss.

→ Hoteltipp: Seeblick und Karawanken-Panorama – Hotel Karnerhof am Faaker See ←

• Für Motorradfans findet im Sommer (außer 2020) ein großes Harleytreffen statt.

• Auch der Faaker See ist ein Paradies für Fischer. Neben der Reinanke werden Hecht, Waller, Wildkarpfen und Zander gefischt. Wer gern gut isst, sollte sich nach einer Veranstaltung von → Küchenkult erkundigen.

• Es gibt viele Fahrradtouren die man mit einem Stopp am Faaker See verbinden kann: die Große Kärnten Seenschleife, der Alpe Adria Radweg und der Drau Radweg liegen in unmittelbarer Nähe oder tangieren den See.

• Unbedingt ansehen: den Zitrusgarten von Michael Ceron mit unzähligen exotischen Pflanzen und Zitrusfrüchten. Und probieren kann man auch.

→ Buddhas Finger und Zitronenkaviar: der Zitrusgarten in Faak am See ←

Wörthersee: Strandbäder und Schloßhotel – Das süße Leben der Kärntner

Der Wörtersee ist der größte, facettenreichste und sicher auch am stärksten polarisierende See in Kärnten. Während sich Klagenfurt für das größte „Binnenstrandbad Europas“ rühmt, trifft sich in Velden vor dem Schloßhotel die internationale Hautevollee.

Die Hauptorte Klagenfurt (im Osten) und Velden (im Westen) begrenzen den Wörtersee an den Stirnseiten. Das Nordufer ist durch Straßen und dichte Bebauung geprägt.

Wer am südlichen Ufer ein Grundstück mit Seezugang hat, muss für den Rest seines Lebens nicht mehr arbeiten. Das ist schön für die Besitzer. Allen anderen beschert es lange Umwege durch das Inland oder einen neugierigen Blick aus einem der Boote auf dem See.

Wie in anderen Kärntner Seen auch, ist die Farbe des 16 km langen und knapp 2 km breiten Sees  auf die Kalkbestandteile im Wasser zurückzuführen. Unbedingt lohnend ist es einen Regenschauer am See zu erleben. Das sich entwickelnde Farbschauspiel ist an Dramatik kaum zu toppen.

Weil der Wörtersee so vielseitig und so populär ist, würde ich Ruhe suchenden etwas anderes empfehlen. Alle anderen sind gut bedient. Motorboot fahren, segeln, SUP – wer Wassersport liebt, kann hier allen Leidenschaften frönen.

Tipps für den Wörthersee

• Einen Tag in Klagenfurt beginnt man am besten im Strandbad Loretta beim Kaffee mit Blick auf den See. Wer aus dem Homeoffivce raus will: hier gibt es auch Plätze, an denen man in Badeshorts arbeiten kann. Restaurant, fünf Badestege und große Wiesen bieten für viel Platz für Singles, Paare und Familien. Hier findet jeder die passende Ecke.

• Natürlich kann man auch am Wörthersee radeln: die Umrundung des Sees ist knapp 50 km lang und dauert ca. drei Stunden. Etwa 400 Höhenmeter sind zu überwinden und während der Weg an der Südseite weit ins Inland führt, ist er an der Nordseite ziemlich stark befahren.

• Wer Schnelligkeit liebt, dem sei eine Motorbootfahrt über den See empfohlen. Nicht sparen, sondern eines des → Motorboot-Taxis vor dem Schloßhotel anmieten.

• Luxuriös und aussichtsreich essen kann man im Seespitz in Velden. Frischer Fisch aus dem See und ein Glas Champagner sind ein Muss, wenn man wirklich dazu gehören will.

Übernachtungstipp: Natürlich muss man eine Nacht im → Schloßhotel wohnen. Ich hab’s noch nicht getan, aber deshalb war ich auch noch gar nicht richtig da ;)

Klopeiner See – Warm, wärmer, am südlichsten

Bescheiden und naturnah präsentiert sich der Klopeiner See, der mit 1,8 Kilometer Länge und 800 Metern Breite der wärmste Badesee der Alpen ist. Weil Motorboote verboten sind und Schwimmen, Wandern und Radfahren zu den idealen Freizeitbeschäftigungen zählen, hat sich der See zu einem Lieblingsziel für Familien und sportliche Feriengäste entwickelt.

Mit 48 Metern Tiefe ist der Klopeiner See bei geringer Größe extrem tief. Wie im Weissensee kann man das Wasser zumindest theoretisch trinken und natürlich ist er auch in Bezug auf Fische extrem artenreich: Schleie, Hechte, Spiegel- und Schuppenkarpfen, Amurkkarpfen, Welse, Aale, Zander, Barsche und Aitel kommen hier vor.

Die Region um den Klopeiner See ist die südlichste Urlaubsdestination Kärntens und Österreichs überhaupt. Ein Blick über die Grenze nach Slowenien lohnt, Laibach und Maribor sind in kurzer Zeit sehr gut zu erreichen.

Tipps für den Klopeinersee

• Der Klopeinersee ist von vielen Radwegen umgeben. Unbedingt lohnenswert ist eine Sonnenaufgangstour mit dem Mountain- oder E-Bike zum Kitzelberg. Dort ist eine hölzerne Aussichtsplattform montiert, von der man einen grandiosen Ausblick auf den See hat.

• Am Abend sollte man unbedingt einen Spaziergang über die Promenade am See machen und mit einem Glas Wein den Blick auf den See genießen.

Ossiacher See – Fisch auf den Tisch

Den Ossiacher See habe ich zu kurz besucht, um ihn ausführlich zu beschreiben. Der See ist knapp über zehn Kilometer lang und über 50 Meter tief. Bestes Ziel und bestes Essen:

→ Fisch auf den Tisch – Die Stiftsschmiede Ossiach ← 


Mehr Infos:

Region Millstätter See→millstaettersee.com
Region Klopeiner See→klopeinersee.at
Region Villach – Faaker See – Ossiacher See →visitvillach.at
Region Weissensee→weissensee.com
Region Wörthersee→woerthersee.com


Offenlegung: Die Reise wurde von der Region Millstätter See in Kooperation mit den anderen Regionen und Fufda PR organisiert. Ich war Gast, bin in meiner Berichterstattung jedoch frei.

Charis
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Der Alpenraum ist in seiner Vielfältigkeit unerschöpflich. Kaum hat man ein Tal bereist, warten hinter den Bergen schon neue Abenteuer. Ein Puzzlespiel aus so vielen Teilen, dass man es niemals ganz zu Ende spielen kann. Ich wage es dennoch Teile davon gedanklich zusammen zu fügen und berichte auf blog.wohlgeraten über Land und Leute, Reiseziele, Küche, Architektur, Gesundheit, Wanderungen und vieles mehr.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Simone Spielt sagt

    Liebe Charis,
    mein Gott – was für wunderschöne Fotos! Ich habe schon viel von der Welt gesehen, aber in der Kärnter Gegend war noch nie. Aber jetzt tut mir das voll leid! Das ist ja traumhaft schön. Ich habe jetzt voll Fernweh!
    Verspielte Grüßle,
    Simone

  2. Avatar

    Das sind wiklich tolle Eindrücke. Deine Bilder sind toll, ich war leider noch nie da aber wir fahren morgen an den Tegernsee. Ich mag Seen total gern und finde es immer schön mehr über Deutschland zu erfahren. Sieht wirklich schön dort aus. LG Melissa

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