Interview, Menschen

Unterwegs mit… Peter von Stamm – Travelblogger aus Hamburg

Peter von Stamm an den Jöriseen, Graubünden, Schweiz

In der Interview-Reihe „Unterwegs mit…“ stelle ich von Zeit zu Zeit sechs Fragen an Menschen die mich begeistern, die spannende Ideen oder Lebenswege haben und mit denen ich mir eine Wanderung samt Brotzeit  vorstellen kann. Heute:

Peter von Stamm – Journalist, Fotograf, Reiseblogger 

„Das oder auch der Blog /blɔg/ oder auch Weblog /ˈwɛb.lɔg/ (Wortkreuzung aus engl. Web und Log für Logbuch oder Tagebuch) ist ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Blogger, international auch Weblogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert („postet“) oder Gedanken niederschreibt. „(Quelle: → Wikipedia)

Das ist Wikipedias Definition für ein Blog. Doch was steckt hinter einem Blogger, einem Reiseblogger ganz speziell? Wie cool muss er, wie alt darf er sein? Sind Erfahrungen von Vorteil oder doch ein großes Hindernis? Muss er Selfies machen, abenteuerlustig sein? Oder ist ein wenig Bequemlichkeit auch einmal ganz schön?

Peter von Stamm zählt sich selbst zu den „alten Hasen“ und im Vergleich mit anderen Bloggern, hat er tatsächlich das eine oder andere Jahr mehr auf dem Buckel. Seine journalistische Tätigkeit hat er von der Pike auf gelernt. In Bezug auf Reisen macht ihm so schnell niemand etwas vor. Er hat eine Leidenschaft für ferne Orte, luxuriöse Hotels und was uns verbindet, ist die Begeisterung für die Schweizer Berge.

Peter-von-Stamm-und-Kevin-Fehling-im-THE-TABLE

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Unterwegs mit…. Peter von Stamm

1. Erster Gedanke morgens beim Aufwachen.

Mein erster Gedanke geht häufig in die Berge, ganz speziell nach Davos in Graubünden, wo ich häufig bin und sehr nette Menschen kenne. Ich laufe dort gerne ins Sertig-Tal oder wandere zu den Jöriseen. Die Stille in den Bergen, die frische Luft, die wunderschöne Natur, die Gelassenheit der Menschen: Hier tanke ich bei jedem Besuch, und sei er auch mal nur drei Tage kurz, viel Kraft und Energie. Tief in meinem Inneren bin ich ein „Berg-Mensch“. Das ist wohl der Grund, weshalb mein erster Gedanke nach dem Aufwachen oft in die Berge geht…

2. Hütte oder Designhotel?

Ich mag beides: Es kommt darauf an, wen man bei und um sich hat. Wenn die Hütte von netten, sympathischen Menschen geführt wird und es gutes Essen gibt fühle ich mich pudelwohl. Ich habe auch schon mal sieben Wochen lang in Jurten gewohnt, weit oben im Altai in der westlichen Mongolei. Tagsüber war ich mit dem Pferd unterwegs, nachts habe ich „meine“ Jurte mit einer mongolischen Familie geteilt.
Andererseits bin ich ein bekennender „Ritz-Carlton Fan“.
Ich freue mich über eine Extra-Prise Luxus, über breite Betten mit guten Matratzen, großzügige Bäder, geschmackvolles Interieur, zuvorkommendes Personal und geschliffene Umgangsformen auf 5-Sterne-Niveau.
Beides: Hütte und Designhotel sollten auf ihre Weise Stil haben.
Ich muß aber zugeben, daß ich mich häufiger in Design- und 5-Sterne-Häuser aufhalte, als auf Hütten.

3. Speckbrett oder Drei-Gänge-Menü?

Nach einer langen Wanderung in den Bergen ist mir ein leckeres Speckbrett auf einer Hütte lieber, als ein Drei-Gänge-Menue in einem Restaurant. Noch lieber ist mir dann ein „Bündnerfleisch Plättli“, gerne mit einem lokalen Bier.
Wenn ich aber in einer Stadt zu tun habe, um beispielsweise ein Hotel zu portraitieren, dann ist nichts gegen ein 3-, 5- oder 7-Gänge-Menue und einem Glas Champagner in einem Sterne-Restaurant einzuwenden. Sterne-Restaurants sind ja heute zum Glück nicht mehr so steif, wie früher. Und manch Küchenmeister zelebriert nicht nur die hohe Kochkunst, sondern kann auch ganz locker-sympathisch mit dem Gast plaudern. Sven Elverfeld aus dem Aqua zum Beispiel, oder auch Kevin Fehling aus dem The Table. 
Besonders wohl fühle ich mich übrigens bei Steffi Hein und Moni Kufmüller aus dem neuen LOKAL in Davos: Hier gibt es sowohl Bodenständiges aus dem Bergen, als auch Extravagantes aus der modernen Bio-Küche. Zu Davos-untypisch sensationell günstigen Preisen, trotz hoher Qualität (fast alles Bio). Gutes Essen, äußerst sympathisches Personal: Da fühle ich mich wohl!

4. Ski- oder Sonnenbrille?

Ich bin kein Ski-Hase, fahre aber trotzdem auch im Winter in die Berge. Dann gehe ich winterwandern oder stapfe mit Schneeschuhen die Hänge hinauf und hinunter. Ich schmecke und rieche gerne den frischen Schnee und die klare Luft. 

Ich bin kein Fan von künstlicher Beschneiung, von exorbitantem Wasserverbrauch durch mehr und mehr Schneekanonen. Die verdichteten Böden, die die Ski-Touristen im Frühjahr nicht mehr zu Gesicht bekommen, sehen teilweise übel aus. Zum Glück ist das aber nicht überall so, deshalb bin ich auch so oft im Sommer in den Bergen.

5. Lieblingsziel in den Bergen?

Von Graubünden mal abgesehen: Tibet! Leider kann man sich dort nicht mehr so frei bewegen, wie noch vor 20 oder 30 Jahren. Zusammen mit Tibetern auf der Ladefläche eines Lkw einen 5000 Meter hohen Pass zu überqueren ist eines der Berg-Erlebnisse, die ich nie vergessen werde. Ich würde gerne mal wieder dorthin reisen, nach Lhasa, Gyantse Shigatse im Himalaya.

6. Und zum Schluß: was wäre Deine Lieblingsrolle in einem Heimatfilm?

Na Geissenpeter natürlich. :)
Immer draussen mit den Tieren in der Natur, hoch oben in den Bergen – und Heidi als aufregend-schöne Freundin an meiner Seite! Wenn  ich nicht schon aus dem Alter herraus wäre, könnte das eine Traumrolle für mich sein. :)


Ein → Interview mit der Davoser Zeitung enthält ein Erlebnis, was mich ganz besonders amüsiert hat. Mehr über Peter lest ihr hier oder auf seinem Blog.

(D.Z) Sie sind schon weit herumgekommen. Welches war Ihr bisher prägendstes Erlebnis?

(PvS) Als zwei Soldaten mich auf dem west- mongolischen Flughafen von Olgy mit gezückten Kalaschnikows «überzeug- ten», nicht ins Flugzeug zu steigen, son- dern einem Oligarchen, der kurzfristig nach Ulaanbaatar fliegen wollte, meinenSitzplatz zu überlassen.  (Quelle: Davoser Zeitung)


Hier geht es zum → Travelblog Peter von Stamm


Peter-von-Stamm-Steigenberger-am-Kanzleramt-Berlin

Peter von Stamm im Steigenberger am Kanzleramt Berlin

 

 

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Travelblogger, Journalist, Online-Shopmanager bei wohlgeraten.de – blog.wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von Wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit Wohlgeraten mache.
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Kategorie: Interview, Menschen

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Ich bin Charis, Inhaberin von Wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit Wohlgeraten mache.

2 Kommentare

  1. Anette sagt

    Schönes Interview. Um den Besuch im The Table beneide ich ihn.

  2. Andreas Gottlieb Hempel sagt

    Sehr sympathisches Interview mit Peter von Stamm – besonders seine Meinung zum Skisport auf Kunstschnee! Ich selber war als junger Mann Skilehrer und habe das Skifahren aufgegeben als Kunstschnee die Umwelt zu beschädigen begann. Ich hoffe, dass der Klimawandel das Skifahren in niedrigen Höhen künftig von selbst erledigt und sich die Natur im Winter von den Touristen erholen kann. Nichts wirkt z.Zt. so zerstörerisch wie der Tourismus für unsere Welt (von Kriegen einmal abgesehen). Stichwort: Venedig, künftig nur noch abgezählt über Sperreinlässe zu betreten. Ich habe in Venedig ein Semester an der UIAV gelehrt und weiß was dort vom Tourismus los ist – jedenfalls keine Lebensqualität mehr.
    Andreas

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