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Duft der Alpen: Tiroler Reine Seife

Tiroler Reine Seife Gletschermilch

Innsbruck. Tirol. Es war mir tatsächlich nicht zu blöd. Ich hatte ein Stück Tiroler Reine Seife Gletschermilch im Gepäck, als ich vor kurzem das „Top of Tyrol“ auf dem Stubaier Gletscher besuchte.

Aus den Tiroler Bergen kommen die Grundstoffe, die → die Tiroler Reine Seife zu einem besonderen Erlebnis für die Sinne werden lassen. Und weil ich die Dinge so gern in der Umgebung zeige, mit der ich sie verbinde, musste die Seife einmal im Rucksack mit hoch auf den Gletscher.

Tiroler Reine Seife Bergminze bei www.wohlgeraten.de

Tiroler Reine Seife Bergminze bei wohlgeraten.de

Was ist Tiroler Reine Seife und woher kommt sie?

Die Tiroler Reine ist eine Seifenserie, bei der sich die Geschichte Tirols und Natur- und Pflanzenwelt der Tiroler Alpen eng miteinander verbinden.

Sie wird in der ältesten Seifenfabrik Österreichs (gegr. 1777)  hergestellt: Walde in Innsbruck. Eine Seifensiederei, in der jahrhundertaltes Wissen über vier Generationen weitergereicht wurde und die heute noch als Familienunternehmen geführt wird.

Das Stammhaus der Seifenfabrik Walde befindet sich am Rande der Innsbrucker Altstadt. Der Gründer Peter Walde kam ursprünglich aus Deutschland und ließ sich in einer Gasse mit unterschiedlichsten Gewerken nieder, die sich fabelhaft ergänzten und belieferten. So gab es Bäcker, deren Asche verarbeitet wurde oder Metzger, deren Talge die Seifensieder verseiften. Dies ergab lange Zeit eine perfekte kleinregionale Kreislaufwirtschaft.

Seifenfabrik Walde - Das Stammhaus in Innsbruck

Seifenfabrik Walde – Das Stammhaus in Innsbruck

Die Österreicherin Therese Fiegl, deren Namen einige vielleicht bereits von der Tiroler Edle-Schokoladen kennen, erdachte in Kooperation mit der Seifensieder-Familie Walde das Konzept für die Tiroler Reine-Seifen. Das Besondere daran ist, dass jede dieser Seifen ihre eigene kleine Tiroler Geschichte hat. In einem beigefügten Heft werden all diese Geschichten erzählt und somit in die nächste Generation weiter getragen. Ein schöner Beitrag zum Erhalt von Traditionen.

Die Seife Almrose steht beispielsweise für die Liebe, die Gletschermilch für die Tradition und das Stück Alpenspeik verspricht dem Nutzer Ruhe. Mit jeder Seifensorte werden Eindrücke des Tiroler Berglebens wiedergeben. (Die kompletten Geschichten findet man direkt bei den Seifen: hier.)


Im April dieses Jahres waren wir auf Erkundungstour unterwegs, wurden freundlichst empfangen und konnten trotz unseres spontanen Erscheinens 1,5 Stunden spannende Betriebsführung erleben. Der freundliche Herr, der uns führte war bereits seit 38 Jahren bei Walde tätig. Ein Umstand, der für das gesunde Firmenleben, dieser tradtionellen Seifensiederei spricht!

Von unserem Rundgang einige Impressionen: Bitte nehmt nicht übel, dass ich die einzelnen Herstellungsschritte nicht beschreibe, aber es war so umfangreich und ich möchte ungern Fehler in der Berichterstattung machen. Für mich zählte die Tatsache, dass hier in zahlreichen Schritten die Seifen produziert werden und nicht wie in Großfirmen in unpersönlichen automatisierten Taktstrassen.

Zunächst ein Blick auf die neue Firmenadresse: Nachdem die alten Gebäude in der Innsbrucker Altstadt zu klein geworden waren, zog man in ein nahegelegenes Gewerbegebiet an den Rand der Stadt mit einem unglaublichen Blick auf die umliegende Bergwelt.

 

Schritte der Seifenherstellung:

• Alle Grundstoffe werden vorbereitet, gerührt, geraspelt und dann in einer kleinen Seifenproduktionsstraße zu fertigen Seifenstücken gepresst. Das sind kurze Arbeitsschritte, die noch heute von Personen eingeleitet und überwacht werden, also eine Fertigung im klassischen Sinne.

• Der nächste Schritt: fertige Seifenstücke verlassen die wenige Meter lange kurze Produktionsstrasse auf einem Fließband und werden von hier in Kartons abgepackt. (Bei unserem Besuch waren es gerade Lavendelseifen.)

Mit Hilfe von Metallformen können Seifenstränge in Form gepresst werden und werden dann in kleine flache Seifenstücke geschnitten. Um dreidimensionale Seifen herzustellen, müssen die Seifen in Formen wie gegossen werden. Es gibt hierfür viele unterschiedliche Formen aus Metall von Herzen über Bäume bis zu Tieren und kleinen Motorrollern. Einige Seifen werden als Seifenblöcke hergestellt und mit Hilfe eines Gerätes in Scheiben geschnitten.

Und dann gab es noch eine spannende Besonderheit: Walde stellt auch Fackeln und Kerzen her und hat dafür noch diese alte Kerzenziehmaschine in den Hallen stehen. Das zu beschreiben ist leider zu umfangreich. Vielleicht in einem späteren Bericht von unterwegs.

 

 

→ Tiroler Reine Seife bei wohlgeraten

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Charis

Travelblogger, Journalist, Online-Shopmanager bei wohlgeraten.de – blog.wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von Wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit Wohlgeraten mache.
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9 Kommentare

  1. Avatar

    Dein Foto von der Seife auf dem Stubaier Gletscher gefällt mir sehr gut. Eine fantastische Idee, Dinge in der Umgebung zu fotografieren, mit denen du sie verbindest.

  2. Avatar

    Ich bin bis vor einigen Jahren regelmäßig an dem Stammhaus vorbeigefahren und wollte schon x-mal reingehen. Schön, wenn man auf einmal durch den Beitrag wieder an etwas erinnert wird.

    • Avatar

      Hallo Heinz!

      Wir haben Dich als Gewinner der Tiroler Reine – Gletschermilch ermittelt!
      Bitte maile uns doch an post[at]wohlgeraten.de mal eine Adresse, an die wir sie schicken können.
      Dir und allen anderen vielen Dank für’s mitmachen!!!

      Charis

  3. Avatar

    Hallo Charis!

    Ein wunderbarer Text – und ich sehe gerade, dass du auch in meiner schönen Heimatstadt unterwegs warst.

    Schön, wenn dann auch noch schöne Texte wie deiner dabei herauskommen :-)

    Liebe Grüße
    Markus

  4. Avatar
    Sandra sagt

    Liebe, Lust und Sinnlichkeit. Werbung kann so schön sein. Danke, Charis, für Deine Lust an Deinen Produkten und Deine Kunst, sie zu präsentieren…

    • Avatar

      Liebe Sandra!
      Danke für den Kommentar. Es macht ja auch unendlich viel Spaß. Das teile ich sehr gern!
      Ch.

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