Alle Artikel mit dem Schlagwort: Handwerk

Buch Das kulinarische Erbe der Alpen

Das kulinarische Erbe der Alpen – Genuss mit Charakter

Wie sieht ein Schatz aus? Diese Frage hätte ich stets mit der Kiste voll Gold beantwortet, doch die Zeiten ändern sich und ebenso meine Schätze.  – Das Buch „Das kulinarische Erbe der Alpen“  (AT Verlag) ist ein Schatz der neueren Sorte. Immerhin, aufgrund seiner Größe (23 x 31cm), mit vergleichbarem Gewicht. Einmal in die Hand genommen, möchte man es nicht mehr hergeben.

Lebkuchenbäckerei Nagy Salzburg

Oh du fröhliche | Zu Besuch beim Lebzelter und Wachszieher

Salzburg. Kerzen macht der Kerzenmann und Lebkuchen kauft man beim Bäcker. So schlicht stellte ich mir diese Gewerke hervor und wäre im Traum nicht darauf gekommen, das Lebkuchenzelter und Wachszieher noch bis vor wenigen Jahren ein und derselbe Lehrberuf in Österreich waren. Sie gehörten direkt zusammen und wurden auch so vermittelt. Wer die Geschichte durchdringen möchte und einen Handwerksbetrieb besuchen, der bis heute nach diesen Traditionen fertigt, der muss nach → Salzburg zur Familie Nagy.

Kaffee rösten mit Leidenschaft | 220Grad Salzburg

Die Salzburger Kaffeerösterei 220Grad ist inhabergeführt und bietet neben der Veredelung der Bohnen, Kaffeeseminare und jede Menge Hintergrundwissen an. “Bitte zweimal No.2 und einmal was zum ausprobieren!”.  Als Sieglinde den kleinen Verkaufsraum der Kaffeerösterei 220Grad in der Maxglaner Hauptstraße 29 betritt, weiß sie genau, was sie haben möchte. Margret, die Inhaberin, greift in die gewünschten Bohnen, wirft das Mahlwerk an, hält einen kurzen Schwatz und verpackt. So geht es wohl mehrmals am Tag, denn die Kunden, die die 2013 eröffnete Rösterei in der Salzburger Vorstadt  aufsuchen, sind fast immer Wiederholungstäter. Sie kennen die Sorten und haben Vertrauen in eine gute Beratung. Als ich die Rösterei nach ca. zwei Stunden intensivem Erzählen verlasse, kann ich verstehen, warum das so ist.

Kirchtag Salzburg | Schirm, Charme und Tradition

Die Salzburger Schirmmanufaktur Kirchtag erhält eine seltene Handwerkskunst am Leben: In dem Familienunternehmen werden seit über 100 Jahren handgearbeitete Stockschirme produziert. Es ist Nachmittagstrubel in Salzburgs Altstadt und die Getreidegasse ist voller Touristen. Wir schieben uns an den Selfiestangenfotografen am Mozarthaus vorbei und an einem Feinkostladen, den es schon in Wolfgang Amadeus Kindheit gab. Dann geht der Blick steil nach rechts oben. Ein Zunftzeichen. Ein hängender Schirm. Hier in der Salzburger Getreidegasse 22 ist  der Schirmmacher Kirchtag zuhaus und das nicht erst seit gestern. Kirchtag wurde im Jahre 1903 gegründet und ist seit über 100 Jahren in Familienbesitz.

Amorthof | Zu Filz und Blümchenkaffee bei Rita

Altrei. Südtirol. “Ich wollte ein Produkt machen, bei dem die Leute sagen: Das ist von der Rita. Das ist mir gelungen und darauf bin ich stolz!” Ihre Augen leuchten, als sie diesen Satz sagt. Rita, die Bergbäuerin vom Amorthof trägt ein blaues Kopftuch und eine dieser auffallend blauen Raiffeisen-Schürzen, die in Südtirol fast auf jedem Hof zu sehen sind. Als wir kurz vor acht bei Nieselregen und für den Juni ungewöhnlich kühlen Temperaturen in Altrei ankommen, wartet sie bereits munter in der Hofeinfahrt auf uns. Der große, kuschlige Hofhund streicht um ihre Beine. Saftig grün ist es hier oben und still. Nur ein paar Rinder grasen auf einer Wiese neben dem Bauernhaus.

Lederhosen für Franz Josef | Jahn Markl in Salzburg

Salzburg. Säcklerei Jahn Markl. Gold auf Grün weist eine verschnörkelte Schrift am Salzburger Residenzplatz auf den kleinen Laden hin. In der Tür zum Seiteneingang baumelt ein Pappschild mit den Öffnungszeiten. Es hängt schon länger. Das sieht man. Im Schaufenster sind Lederhosen, Trachten, Hüte, Taschen und Blusen dekoriert, gemischt mit Blumen und Preisschildern. Über den Auslagen prangt ein mächtiges Schild: SPEZIALHAUS für Wildlederbekleidung und Trachten. Was es hier wohl gibt?

Steingutfliesen für Wohlgeraten: Wie der Hirsch auf die Kachel kam

Hamburg. Reisen in die Berge liebe ich. Stets halte ich die Augen nach neuen Produkten für mein wohlgeraten offen. Doch auch in Hamburg findet man Handwerk, das traditionell arbeitet und mich begeistert. So erging es mir im Sommer auf einem Wochenendbummel. Vor einem winzigen Laden mit angeschlossener Werkstatt stapelten sich Unmengen von Fliesen in Blau, Grün und wunderschönen Türkis-Tönen. Es sah ein wenig aus wie der Töpferstand von König Drosselbart. Meine Begeisterung für Kunsthandwerk und Töpferkunst ist eher verhalten, aber diese hier, die waren einfach schön. Leuchtende Farben, angenehm schwer – ich war sofort fasziniert. Das Ergebnis sieht man hier: Wohlgeraten hat nun eigene Motive: Kacheln die lebensmittelecht sind. So, dass man sie als Untersetzer,  Schinken- oder Sushiplatte, Küchenkachel oder gar im Außenbereich zur Zierde einsetzen kann. Sie sind nämlich frostsicher! Es gibt ein Edelweiß, einen Hirsch und eine Ziege und wie alles gemacht wurde, das erkläre ich hier:

Werkraum Bregenzerwald – Handwerkskultur, Schaufenster und Treffpunkt

Andelsbuch. Manchmal liegt Österreich ganz nah an Hamburg. Letzte Woche zum Beispiel. Ich bummele durch Ottensen und entdecke in einem Restaurant den unten abgebildeten Stuhl. Ich kenne ihn gut, denn bei meinem letzten Besuch in Vorarlberg habe ich mich spontan in ihn verliebt. Wo, das erzähle ich mit den folgenden Bildern.

Käsekeller Bregenzerwald

Käsekeller Bregenzerwald – Tradition und moderne Technologie in Lingenau

Lingenau. Kellerhöhe 7 m. Kellerlänge 70 m. Kapazität: 32.500 Käselaibe auf Fichtenholzbrettern. Die Eckdaten des Käsekellers des Bregenzerwaldes am Ortseingang von Lingenau klingen beeindruckend. Noch spannender wird es, wenn man selbst vor den meterhohen Regalreihen steht und auf die Käselaibe schaut.

Maßgeschneidert für die Wälderin – Juppenwerkstatt Riefensberg – Bregenzerwald

„Maßgeschneidert für alle Wälder“ steht auf einem Plakat des öffentlichen Landbus im Bregenzerwald. Darunter strahlt eine Frau in Tracht. Sie trägt das Kleid der Wälderin: eine schwarze „Juppe“ aus Leinen. Was  spielerisch eingesetzt ist, hat einen bedeutsamen Hintergrund. Die Juppe ist eines der wenigen traditionellen Kleidungsstücke, welche noch vom ersten bis zum letzten Schritt von Hand angefertigt werden. Das Leinen wird gefärbt, appretiert, geglästet (glänzend gemacht), gefältelt und dann von Hand zum Kleid genäht. Und: es wird tatsächlich auf Maß angefertigt. Ausschließlich für eine Wälderin. Das Recht, eine solche Juppe zu erwerben und zu besitzen, obliegt nur einer echten Wälderin. Ausnahmen werden nicht gemacht. Blut zählt mehr als Geld und wenn man den Schilderungen zuhört, dann möchte man dies sofort glauben. Niemanden sonst beliefern die geschickten Kunsthandwerkerinnen der Region, die ihr Wissen in der Juppenwerkstatt Riefensberg freundlich den Besuchern weitergeben. Und dadurch ist dieses Kleidungsstück  etwas besonderes: maßgeschneidert für die Wälderin, die ihre Juppe ein Leben lang trägt und mit Glück sogar an ihre Kinder vererbt.

Stubai – Werkzeug aus den Tiroler Bergen

Stubaital. Tirol. Er hielt mir eine Zange hin: „Hier. Das passt doch zu wohlgeraten.“ Das war im letzten Sommer in einem kleinen Laden für Schlosserbedarf in Kitzbühl. Die kleine Zange war aus schwarzem Werkzeugstahl und hatte rote Kunststoffgriffe. Ganz klassisch, ohne Schnickschnack und mit einer Prägung auf der ich Austria-Stubai lesen konnte. In meinem Kopf ratterte es los. Ich kannte das Stubaital. Das ist mein Lieblingstal. Ich wusste, dass dort Holzverarbeitung angesiedelt war und eine alte Glockengiesserei. Aber Werkzeug? Die Recherche führt mich nach Fulpmes im Stubaital, wo aus einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von über zwanzig Handwerksbetrieben die Firma Stubai Ihren Hauptsitz hat. Seit Generationen wird dort Eisen in Werkzeug und Bergsteigerbedarf verwandelt, der weit über die Grenzen Tirols und Österreichs  hinaus bekannt ist. Die ersten Schmiede gab es bereits im 14. Jahrhundert. Im Jahr 1897, dem Geburtsjahr meines Großvaters, begründet sich der genossenschaftliche Zusammenschluss aus dem in den sechziger Jahren die Firma STUBAI hervorgehen wird.  Traditionell befinden sich Forstwerkzeuge, Spenglerbedarf und Bergsportartikel im Sortiment. Eben alles das, was im Tal gebraucht wurde und womit sich schon …

Vorarlberg – Das bescheidene Juwel

Vorarlberg. Beim Reisen ist es manchmal wie mit der Liebe. Man begegnet sich mehrfach und nichts passiert. Man quert einen Landstrich, findet ihn schön. Dabei bleibt es. Dann, mit etwas mehr Zeit und Muße, erkennt man plötzlich, da ist mehr als gedacht. Man wird neugierig und mit ein wenig Glück,  verliebt man sich. Es entsteht der Wunsch mehr zu entdecken. Und genau das, könnte sich so in der Region Vorarlberg, dem kleinsten Bundesland Österreichs abspielen!

Schrauben, Bohren, Dübeln

Hamburg. „Hinter den Kassen links“, ruft mir die freundliche Dame am Infoschalter zu, als ich mit eiligen Schritten einen großen Baumarkt am Hamburger Stadtrand betrete. Dreizehn Frauen mittleren Alters lauschen dort auf Bierbänken sitzend dem Vortrag des Werkzeugdoktors, wie sich der leicht angegraute, freundliche Herr selber nennt. Ich setze mich dazu und möchte vor allem eines: endlich erklärt bekommen, wie man fachgerecht Gegenstände an Wänden befestigt. Nicht dass ich handwerklich ungeschickt bin. Hebepumpen, Lampendimmer, Autoreifen, das hab ich alles schon gewechselt. Aber ein Loch in die Wand? Nie!

Knickerbookerl – Leder-Notizbuch nicht nur für Alpenfreunde

Einen Moment festhalten und mit Freunden und Familie teilen, geht heute schnell. Man sieht es auf diesem Blog. Etwas tolles sehen, das Handy zücken: Klick! Und dann sind es nur noch ein paar Tastengriffe weiter, bis wir zeigen, was uns Freude bereitet hat und die ganze Welt es sehen kann. Natürlich macht das Spaß. Manchmal macht es sogar Sinn, nur leider ist es in der Vielzahl der Bilder und Eindrücke verdammt kurzlebig! Was bleibt denn davon?

Vom Fell zum Riemen – Herstellung des Ledergürtels „Riemer“ in einer Manufaktur

Echte Handarbeit in einer kleinen Manufaktur ist eine Faszination, der man sich nur schwer entziehen kann. Dieser Prozess, wenn etwas entsteht, wenn man auswählt, vergleicht und sich festlegt, wenn es beginnt, nach den Materialien zu riechen, wenn eifrige Hände verändern und bewegen: Das ist ein ganz besonderer Prozess! Ich liebe ihn sehr. Der schönste Moment ist für mich das fertige Produkt. So ging es mir unlängst in einer kleinen Ledermanufaktur am südlichen Alpenrand. Ich war zunächst hunderte von Kilometern gefahren. Es war mein erster Besuch dort und es galt, Unmengen an Möglichkeiten und Material zu sichten.  Die kleine Manufaktur erinnert nicht an eine Fabrik, aber umso mehr an ein riesiges Kuriositätenkabinett. Also genau die richtige Atmosphäre für mich. Inspiration ohne Ende und die Alpen drum herum. Die Entscheidung  fiel mir trotzdem schwer und ohne genaue Planung gibt es keine guten Produkte. So reisten wir kurze Zeit später ein zweites Mal an. Diesmal mit klaren Vorstellungen und präzisen Vorgaben. Was daraus entstand sieht man hier:  der Ledergürtel „Riemer“. Der Gürtel wurde nach meinen Vorgaben aus dem …

Gold auf 1130 m Seehöhe: Bergkräutertee!

Kärnten. Es ist gegen halb sieben Uhr morgens, als ich nach einer Nacht im Auto von Kärnten in Richtung Südtirol weiterreise. An der Straße sehe ich Schilder, die auf Kräutergärten und ähnliches verweisen. Ich biege auf gut Glück ab, fahre durch den nächsten Ort hindurch und folge wahllos Schildern, die zu Bergbauernhöfen führen. Meine Abenteuerlust ist geweckt und ich bin sicher, etwas zu entdecken. Um sieben Uhr morgens stehe ich vor einem wunderbar am Hang und in der Sonne gelegenen Bergbauernhof. Ich befinde mich 1130 m über dem Meeresspiegel.

Wollsocken von Steiner 1888 - wohlgeraten.de

Wolle vom Dachstein: Die Lodenwalke Steiner 1888

Mandling. Steiermark. 1888 steht in großen Lettern am Eingang zur Lodenmanufaktur Steiner 1888 in Mandling an der Südseite des Dachsteins. 1888 ist auch das Jahr der Gründung dieser uralten und von Traditionen geführten Wollmanufaktur am äußersten Rande der Steiermark. Auf meinem letzten Besuch in Österreich war ich vor Ort und habe mich in der Steiner Wollwelt durch die Produktion führen lassen. Ein spannendes Vergnügen, in dem viel Wissenswertes über Wollproduktion und das Hause Steiner vermittelt wird. (Immer Montags und Donnerstags 10.00 Uhr und 15.00 Uhr für Gäste!) Seit 125 Jahrn existiert die Wollmanufaktur Steiner 1888, in der noch heute in über 40 Arbeitsschritten Rohwolle gereinigt, versponnen, veredelt und verwebt wird. Bis hin zum traditionellen Vorgangs des Walkens, den man hier als große Besonderheit auf einer alten Hammerwalke vollzieht. Auf dieser besonderen Maschine, die seit 1888 an ein und derselben Stelle platziert ist, wird noch heute nach altem Verfahren der „Schladminger“ produziert. Ein besonders dichter Loden, der sich durch eine grau schwarz melierte Optik auszeichnet, besonders haltbar, wind- und wetterfest ist und in dieser Form nur …

Otter Ankermesser – Ein Stück Solingen

Hamburg. Solingen. Heute musste ich ziemlich lachen und ich weiß noch gar nicht, ob mehr über die Sache oder mehr über mich. Die großen Otter-Ankermesser waren ausverkauft und mussten nachbestellt werden. Also mailte ich Otter an, telefonierte noch einmal kurz mit der freundlichen Mitarbeiterin, die die Bestellungen bearbeitet und freute mich auf umgehende Lieferung. Das klappte prima, denn innerhalb von zwei Tagen kam alles an. Nun sind unsere Lieferungen nicht immer riesig groß. Manchmal bei Gläsern, kommen Speditionen und bringen riesige Kartons. Wenn es sich aber um kleine Produkte, wie Taschenmesser handelt und wir nur wenige Artikel dieser Firma führen, kann das schon mal ein recht kleines Päckchen sein. Die von Otter kamen klein verpackt. Sehr klein. In einem wabbelig gepolsterten Umschlag fielen sie mir fast aus dem Briefkasten entgegen. Beim Auswickeln desselben dann die Situation, über die ich so schmunzeln musste: die Messer waren mehrfach in Papier gewickelt. Aber nicht so wie man sich das vorstellt, in teuer eingekauften Packpapier, sondern nein: ganz außen drum in einem Solinger Blatt vom Sonntag. Genau so, wie …

Gmundner Keramik: Österreichs Geschirr-Manufaktur am Traunstein

Salzburger Land. Gmunden. Die markanten Konturen des Traunsteins stechen mir zuerst ins Auge, als ich auf Gmunden zufahre. In Gmunden ist die Keramik zuhaus. Erste Erwähnungen sind auf das Jahr 1492 datiert. Bis ins 17. Jahrhundert geht das bekannte Muster „grün geflammt“ zurück und 1905 wird das Gebäude erbaut, in welchem noch heute die Fertigungsräume liegen und deren Besuch ich hier kurz beschreiben möchte. Gmunder Keramik ist ein variantenreiches Geschirr, welches zu 100% in Österreich gefertigt wird. Jedes Teil wird im Haus gegossen, gebrannt, bemalt und verpackt. Jedes Stück ist ein Unikat. Die Geschirrserien sind traditionell und aufgrund moderner Fertigungstechniken dennoch zeitgemäß im Design und in der Ausrüstung. Alle Teile Gmundner Keramik sind seit 2003 spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet. Nach schwierigen Zeiten ist es gelungen den Traditionsbetrieb auf neuen Kurs zu bringen. Nicht ganz leicht war es, denn zahlreiche Inhaberwechsel und die starke Konkurrenz von Billigimporteuren drohten dem alten Unternehmen, welches 87% der Österreicher kennen und wovon in fast jedem Haushalt Österreichs ein Teil steht, das Wasser abzugraben. Im Folgenden beschreibe ich meine Eindrücke von einer …

Tuifl-Maske Krampuslauf Tirol

Brauchtum in Tirol | Krampuslauf

Stubaital. Tirol. In diesen Tagen beginnen in zahlreichen Orten in den Alpen die Krampus- oder auch Tuifl-Läufe, ein Brauch, von dem ich bis zum Herbst 2012 noch nichts gehört hatte. Gruselig geht es bei diesen Umzügen zu und ich würde mir das Spektakel gern einmal ansehen. Unsere Drechslerei, von der ich bei jedem Besuch die handgesägten Holzherzen aus altem Stadlholz und Küchenbretter aus Tiroler Alpenholz mitnehme, wirkt nach außen hin sehr beschaulich. Man könnte sie als unmodern bezeichnen, weil sie keinerlei Zugang zu moderner Technik hat. Es gibt keine Webseite und noch nicht einmal eine Mailadresse.  Wenn ich etwas kaufen möchte muss ich hinfahren und es selbst abholen oder ich kann es eben nicht verkaufen. Aber in meinen Augen ist diese Werkstatt sehr gemütlich.

Tiroler Reine Seife Gletschermilch

Duft der Alpen: Tiroler Reine Seife

Innsbruck. Tirol. Es war mir tatsächlich nicht zu blöd. Ich hatte ein Stück Tiroler Reine Seife Gletschermilch im Gepäck, als ich vor kurzem  „Top of Tyrol“ auf dem Stubaier Gletscher besuchte. Denn aus den Tiroler Bergen kommen die Grundstoffe, die die Tiroler Reine Seife zu einem besonderen Erlebnis für die Sinne werden lassen. Und weil ich die Dinge so gern in der Umgebung zeige, mit der ich sie verbinde, musste die Seife einmal im Rucksack mit hoch auf den Gletscher.

Baiserhaube

Patisseriekurs bei Herrn Max in Hamburg

Hamburg. Wenn mich in Hamburg jemand nach Kuchen fragt, dann denke ich sofort an das Café  „Herr Max“! Dieser kleine, noch immer junge Laden mit den leckeren Kuchen befindet sich in der Schanze, einem angesagten Viertel, welches jedoch schon länger nicht mehr als Geheimtipp gehandelt werden kann, da es sich inzwischen stark verändert.

Bänder aussuchen

Loslassen.

Wochenendbeginn. Einkauf beim Fleischer. Hier gibt es kein EC-Gerät. Der Fleischer entschuldigt es mit den langen Wartezeiten für die anderen Kunden. Wir sichten drei Verkäufer im Laden, keinen Kunde. Wir grinsen. Wir sind in einem Vorort von Hamburg. Hier ist der Hund begraben. Und weil hier nichts los ist, hat man Zeit zum kochen und zum essen und zum spazierengehen. Auf der anderen Straßenseite ein winziger Stoffladen. Gemein ist mein Gedanke, der Name sei ans Umfeld angepasst: „Kleinkariert“.  Dieses unaufgeregte Landleben gibt mir spontan die Lust zurück in Stoffballen zu wühlen und mich in Bänder und Borten zu verlieben. Mit zunehmendem Alter und ansteigenden Vorräten kam nämlich die Vernunft. Und ein Kaufstopp. Ich nahm nur noch mit, was ich zielgerichtet verwenden wollte: Gardinenband oder Hosenflicken oder Stoffe für kleine Nikolausstiefelchen, die ich unter die Ware in meinen Onlineshop mischte.

Tiroler Edle – Schokolade vom Tiroler Grauvieh

Landeck. Tirol. 2003 – auf dem Weg von Zürich in Stubaital, machte ich Pause an einer Raststätte in der Nähe von Landeck/Tirol. Drinnen eine schön im Tiroler Stil eingerichtete Ladentheke : es gab Speck aus Tirol, Käse und allerlei Spezialitäten. Und ich entdeckte kleine Tafeln Schokolade aus der Milch des Tiroler Grauviehs. Minuten später hielt meine erste Tiroler Edle in den Händen. Ein unvergeßlicher Genuss! Jahre später, mit dem Entstehen von wohlgeraten war klar: diese Schokoladen müssen in meinen Onlineshop. Gesagt, getan und als wir im April dieses Jahres durch Tirol zu Lieferanten reisten, stand ich das erste Mal vor der Konditorei Haag – mitten in Landeck, nahe eines schönen kleinen Platzes mit traumhafter Aussicht. Drinnen im Café wurden wir freundlich empfangen. Der Blick nach draußen ist ein Traum.     Frau Haag begrüßte uns freundlich und holte Ihren Mann, der uns ebenso herzlich empfing und eine Führung durch sein Schokoladenreich anbot. Nichts lieber als das! Wir ließen also die köstlichen Konditoreiwaren links liegen und stiegen ein paar Stufen herab in Backstube und Schokoladenfabrikation. Hier …

Besprechungszimmer raumgestalt

wohlgeraten zu Besuch bei raumgestalt

Bernau. Schwarzwald. Im April 2012 führte unsere Rundreise  „wohlgeraten unterwegs“ zunächst in den tiefsten Schwarzwald – nach Bernau. Die Firma raumgestalt ist eine kleine, inhabergeführte Firma. In einer denkmalgeschützten, mit Liebe zum Detail restaurierten Scheune von 1776 werden von einem kleinen Designteam praktische Dinge für den Haushalt, Geschenkideen und Möbelstücke kreiert. Frau Rothe, die Inhaberin, begrüsst uns herzlich und führt uns durch die Räumlichkeiten. Wir erfuhren viel über das traditionelle Schwarzwaldhaus und erhielten Einblick hinter die Kulissen unseres Lieferanten. Viele der ca. 250 Artikel von raumgestalt werden in der Scheune selbst konfektioniert. Einiges übernehmen Frauen aus der näheren Umgebung. So haben diese die Möglichkeit der Heimarbeit, was gerade in ländlichen Regionen wie dem Schwarzwald  Tradition ist und den Frauen hilft, Beruf und Versorgung der eigenen Haushalte miteinander zu vereinbaren. Im Schwarzwald gibt es traditionell viel Holzhandwerk. Schreiner aus den umliegenden Ortschaften liefern beispielsweise Holzbretter, die wir bei wohlgeraten verkaufen. Ebenso haben die ortsansässigen Schreiner geholfen das alte Bauernhaus zu restaurieren: als die Zimmerleute unbedingt alte Holzdielen gegen einen neumodischen Betonboden eintauschen wollten, setzte sich die …

Holzhocker Stubaital Tirol

Tirol – Hohe Alpengipfel und Holzhandwerk

Tirol. Kurz hinter Innsbruck in Tirol – noch bevor man den Brenner über die Alpen nach Italien nimmt, öffnet sich rechterhand ein langgezogenes wunderschönes Tal – das Stubaital. Es ist eines der schönsten Täler hier und wir besuchen es im Sommer zum wandern – im Winter zum skifahren. Wir genießen Gastfreundschaft und Tradition und haben eine Pension hier gefunden, in der wir immer willkommen sind. Genau da haben wir  die schönen Holzherzn entdeckt, die es bei wohlgeraten gibt.