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AlpiNN – Norbert Niederkoflers Cook the Mountain-Restaurant auf dem Kronplatz

Restaurant Alpinn - Lumen - Kronplatz

Ist es der endlos weite Blick über die Südtiroler Dolomiten und das Pustertal? Ist es die geradlinige Bauweise des Südtiroler Architektenteams EM2 und das Interieur des Designers Martino Gamper?

Oder ist die Faszination für das AlpiNN ausschließlich dem engagierten Cook the Mountain-Team um Sternekoch Norbert Niederkofler zuzuschreiben? Im Restaurant AlpiNN auf dem Kronplatz ist der Gast in vielerlei Hinsicht von Superlativen umgeben.  – Ich habe es im Juni 2019 besucht und dabei ein tiefes Gefühl von Bodenständigkeit empfunden.

Restaurant AlpiNN auf dem Kronplatz oberhalb von Bruneck auf 2.240 m Höhe
Küchenchef: Norbert Niederkofler – Cook the Mountains
Ausrichtung: Regionale und saisonale Südtiroler Küche

Restaurant Alpinn - Lumen - Kronplatz

Restaurant Alpinn – Lumen – Kronplatz

Berge zum satt sehen

Der erste Punkt geht an die Lage, denn welches Restaurant hat die Chance auf 2.240 Metern über dem Meer zu eröffnen? Norbert Niederkofler hat sich ganz bewusst für diesen Platz entschieden, denn die Philosophie seiner Cook the Mountains-Küche ist untrennbar mit den Südtiroler Bergen, der Region und den Menschen, die darin leben verbunden.

Norbert Niederkofler ist im Südtiroler Ahrntal aufgewachsen und in seiner Jugend als Koch um die halbe Welt gereist. Nach Aufenthalten unter anderem in London, Zürich, New York, und München kehrt er letztlich in seine Heimat zurück. 1994 beginnt Norbert Niederkofler seine Südtiroler Karriere im Hotel & Spa Rosa Alpina in St. Kassian und eröffnet nur zwei Jahre später das Restaurant St. Hubertus, welches seit 2018 den dritten Michelinstern führt.

Das AlpiNN wurde im Winter 2018/19 eröffnet und schließt unmittelbar an das Museum für Bergfotografie LUMEN an. Während das Museum und darin integrierte Multifunktionsräume im ehemaligen Gebäude der Bergbahn untergebracht wurden, baute das Architektenteam von Gerhard Mahlknecht und Stefano D’Elia für das Lumen einen gänzlich neuen Flügel, der von weithin sichtbar über dem Kronplatz zu schweben scheint.

→ Museum LUMEN am Kronplatz – Bergfotografie ganz oben erleben ←

Über eine große Terrasse, auf der man bei passendem Wetter herrlich in der Sonne chillen kann, tritt man seitlich in das Gebäude. Küche und Wirtschaftsräume schließen an das Hauptgebäude an. Eingerichtet hat den voll verglasten Riegel, Living Room genannt, der Südtiroler Designer Martino Gamper. Oberste Prämisse: alles hat einen Bezug zur Umgebung:

Wie bei einem Berg: Ändert sich alles von oben nach unten, geht es auf verschiedenen Höhen auf und ab, je nachdem was man gerade macht oder in welcher Position man sich befindet, werden jedes Mal neue Blickwinkel eröffnet.“ (Quelle Alpinn / Partners)

– Ganz so kompliziert würde ich es nicht beschreiben. Aber man tritt ein und ist fasziniert von der Weite. Grenzen scheinen aufgehoben, weil die Fensterscheiben bis zum Boden reichen. Es ist ein Raum, in dem zumindest ich mich nicht sattsehen kann. Die Berge scheinen greifbar nah. Man ist den Tageszeiten nah, den wetterbedingten Lichtverhältnissen ebenso. Alles lebt.

Stühle aus hellem Naturholz heben sich von den dunklen Tischen ab. Auf jedem Platz wartet ein Apfel auf den ersten Biss und farbige Gläser auf klares Bergwasser.  Die Decke ist mit einem hellen Filz mit farbigen Tupfen bespannt, als würden sich die bunten Gläser auf den Tischen darin spiegeln. Auch im Einband der Menükarten wiederholt sich dieses Material.

 

Saisonal, regional, bergnah – Norbert Niederkoflers Cook the Mountain Philosophie

Ein Restaurant in den Bergen ist eine Herausforderung, denn allein von der Logistik ist es unablässlich, alles bis ins Detail zu planen. Jede Zutat  muss herauf transportiert werden. Abfälle wieder hinab ins Tal.

Sternekoch Norbert Niederkofler verfolgt im Restaurant AlpiNN strickt die Prinzipien der von ihm etablierten Cook the Mountains-Philosophie: Bezug zu Region und Nachhaltigkeit haben höchste Priorität um den Kreislauf zwischen Natur, Produzenten und Konsumenten  eng zu halten. Saisonalität ist wichtig. Die Zutaten werden so vollständig wie irgend möglich verarbeitet.

„Von Kartoffelschalen über Fleischabfälle, bis hin zum Kochwasser von Gemüse kann in kreativen Rezepten alles zu einer Zutat werden.“

Statt Wasser aus Flaschen, wird Quellwasser in Karaffen serviert. Wo, wenn nicht in den Bergen, ist das Wasser so rein, dass man es trinken kann?

• Hier erfährst Du mehr über die Cook the Mountains-Philosophie von Norbert Niederkofler 

Unser Menü beginnt mit einem Amuse Gueule: ein in Kohle gewälzter Ziegenkäse, Blätter von der weißen Rübe, Polentachips. Der Aperitivo AlpiNN (23 € / 06/2019), verschafft einen guten Überblick über Geschmack und Präsentation der Gerichte. Ein Käsefondue ist dabei, Speck aus dem Ultental und geräuchertes Rindfleisch. Alles ist appetitlich auf einem geschwungenen Holzbrett angerichtet.

Wer es etwas kleiner mag, wählt beispielsweise „Wildkräuter, Äpfel und Walnüsse, Ziegenkäse und Himbeerdressing“. Auch Suppen sind ein gelungener Einstieg. Die Preise ab 15 €.

In den Hauptspeisen (um die  26 €) wird es fleischlastiger. Wild oder geschmortes Rindfleisch spielen hier die Hauptrolle. Auch Fisch kommt auf den Tisch. Begleitet wird das Menü bestenfalls von einem Südtiroler Wein. Ich habe mich für einen Cuvée vom Lieselehof entschieden.

Mit dem Dessert kommt noch einmal ein echtes Stück Berg mit auf den Tisch. Das Törtchen wird auf einer dicken Schieferplatte angerichtet.

– Wer Zeit findet sollte den Besuch in jedem Fall mit einer Besichtigung von LUMEN oder Messner Mountain Museum Corones verbinden. Oder wandern. Die Bergwelt um den Kronplatz bietet viele Möglichkeiten.

Das AlpiNN ist nach der coronabedingten Zwangspause ab 12.6.2020 wieder geöffnet. Ein Besuch lohnt zu jeder Jahreszeit.


Restaurant AlpiNN

Norbert Niederkofler – Cook the Mountains

Kronplatz
39030, Marebbe BZ, Italien
→ alpinn.it


 

Für alle, die auf die Region Lust bekommen haben, gibt es noch einige weiterführende Links. Ein Besuch im Messener Museum auf dem Kronplatz
→ MMM Corones – Reinhold Messners Ort der Stille auf dem Kronplatz ← und → Tipps für Bruneck und Umgebung ←


Offenlegung: Die IDM Südtirol hat mich zu einer individuellen Recherche eingeladen. Worüber ich berichte, steht mir frei. Ein ausdrücklicher Dank geht an Uta Radakovich für die fachkundige Begleitung meiner Reise.

Charis
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