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MMM Corones – Reinhold Messners Ort der Stille auf dem Kronplatz

Messer Mountain Museum Corones

Kronplatz. Südtirol. –  Der Himmel nah, die Berge im Blick, breitet sich auf dem Kronplatz auf 2.275 m Höhe über dem Meer ein Plateau aus. Diesen besonderen Ort zwischen Olang, Pustertal und Gadertal hat sich Reinhold Messner ausgesucht, um im Sommer 2015 sein sechstes und voraussichtlich letztes Messner Mountain Museum, das MMM Corones zu eröffnen.

In enger Zusammenarbeit mit der Architektin Zaha Hadid (1950-2016) ist ein Gebäude entstanden, dass sich tief in den Berg hineingegraben hat. Es erzählt die Geschichte des Alpinismus, gepaart mit außergewöhnlicher Architektur.

Messer Mountain Museum Corones im Sommer

Messer Mountain Museum Corones im Sommer

„Ein Ort der Stille, der Entschleunigung und unvergessener Ausblicke. Dieser Rückzugsraum öffnet alle menschlichen Sinne für das Darüber und Dahinter. Die Berge werden zum Erfahrungsraum, Teil unserer Kultur. Im Geistesflug über alle Gipfel hinweg gilt es sie neu wahrzunehmen.“ (Reinhold Messner)

Ein Ort der Stille

Was von Messner als Ort der Stille gedacht ist, hat sich zu einem gut frequentierten Besuchermagneten entwickelt und so braucht es etwas Muße, die Entschleunigung zu finden, die sich der Bergsteiger für sein MMM Corones gewünscht hat. Wer sich Zeit nimmt, dem kann es dennoch gelingen, denn das Gebäude geht viel tiefer in den Berg, als auf den ersten Blick vermutet. Vor allem die großzügig angelegten Sichtachsen beeindrucken, die die Blicke weit über die Dolomiten, bis hin zum Ortler im Westen und zur Marmolada im Süden lenken.

Hinter dem verspiegelten Eingangsportal liegt die Kasse und ein kleiner Verkaufsraum. Eine Treppe führt nach unten. Über verschiedene Ebenen taucht der Besucher nach und nach in die Thematik ein. Beton, Glas und Metall sind die prägenden Materialien.  An den Wänden und in hohen verglasten Vitrinen lagern Exponate aus Reinhold Messners aktiver Bergsteigerzeit und aus seiner privaten Sammlung.

Unbedingt lohnenswert ist das Heraustreten auf den Balkon, auf dem die Weite noch einmal besonders gut spürbar wird. So weit oben in den Bergen entsteht der Eindruck, über den Dingen zu schweben.

Interessierte finden an vielen Stellen Informationen über die umliegenden Berge: Lage, Name und Höhe sind auf schmalen Pulten vor den Fenstern angebracht. Wer seinen Blick nach links wendet, kann den Heiligkreuzkofel  (ladinisch Sas dla Crusc) in der Fanesgruppe entdecken. Jenen Berg, an dem Reinhold und Günther Messner (geb. 1946 – gest. 1970, Nanga Parbat) 1968 den schwierigen Mittelpfeiler bezwangen. Und so schlägt das Museum die Brücke zwischen der Entwicklung des Alpinismus in Südtirol und der Entwicklung des Bergsteigens in der ganzen Welt.

Neben Kunstobjekten, Kletterausrüstung und zahlreichen Zitaten an den Wänden kann man noch einen Blick auf Reinhold Messeners Berg-Helden werfen, die namentlich genannt werden.

„Der echte Bergsteiger betreibt das Bergsteigen zweckfrei.“ (W.A.B. Coolidge)

Eine großformatige Weltkarte (von Stephan Huber) beendet den Rundgang. Auf ihr sind viele signifikante Beispiele des Alpinismus markiert.

Reinhold Messner sagt: „Der Alpinismus ist Teil der europäischen Kultur.“ – Hier oben auf dem Kronplatz nähert man sich ihr hautnah in beeindruckender Architektur.

♥ EXTRATIPP – Wer auf dem Kronplatz unterwegs ist, sollte unbedingt auch das Museum für Bergfotografie LUMEN besichtigen. → LUMEN ←


Messner Mountain Museum Corones – Kronplatz

→ www.messner-mountain-museum.it

Geöffnet in den Sommermonaten ab erstem Samstag im Juni bis zum zweitem Sonntag im Oktober und von Ende November bis Mitte April (Seilbahnöffnungszeiten beachten).

Kein Ruhetag.


Das Messner Mountain Museum in Sulden

→ Vom Berg verschluckt auf dem Weg zum Yeti: das MMM Ortles in Sulden ←

Das MMM Firmian in der Nähe von Bozen

→ MMM Firmian – Am Lagerfeuer mit Reinhold Messner ←

MMM Corones - Eingang mit Spiegel

MMM Corones – Eingang mit Spiegel

Offenlegung:  Die → Region Südtirol hat mir ermöglicht ausgewählte Beispiele besonderer Architektur zu besuchen. Ich stelle vor, was mir gefallen hat. Besonders bedanken möchte ich mich bei Uta Radakovich, die durch ihre enorme Ortskenntnis und viele Geschichten meine Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht hat. Vielen Dank!

Charis
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2 Kommentare

  1. Avatar
    Konrad sagt

    Wir waren vor Jahren mal zum Skifahren auf dem Kronplatz. Das wäre ein guter Grund, auch mal im Sommer zu kommen.

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