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Lass die Sau raus – Vegane Küche aus Südtirol

Veganes Kochbuch - Lass die Sau raus

Südtirol, Berge und ein Stück geräucherter Speck gehören für mich fast untrennbar zusammen. Nicht jedoch für die Südtirolerin Magdalena Gschnitzer. Die 1984 geborene Weltenbummlerin beschäftigt sich neben ihrer Arbeit als Umweltaktivistin und Filmemacherin mit veganer Ernährung und hat daraus ein Kochbuch gemacht: „Lass die Sau raus“ – Vegan kochen mit Herz und Hirn.

„Lass die Sau raus“ vom Bozner Verlag Edition Raetia ist ein veganes Kochbuch, bei dem vom Inhalt über das Papier bis zur Verpackung auf ein ehrliches und konsequent durchgezogenes Konzept geachtet wurde. Selbst das Papier ist umweltzertifiziert und ohne tierische Produkte hergestellt. Die übliche Folierung beim Verpacken wurde weggelassen, ebenso die Plastifizierung des Hardcovers.

QR-Codes im und am Ende des Buches vermitteln Wissen an all jene, die sich über das Kochbuch hinaus mit der Thematik beschäftigen wollen.

Lass die Sau raus - Autorin und Illustratorin (Bild: Edition Raetia)

Lass die Sau raus – Autorin Magdalena Gschnitzer und Illustratorin Miriam Teissl (Bild: Edition Raetia)

Warum vegan?

Auf den ersten Seiten des Buches eröffnet Magdalena Gschnitzer als Autorin den Reigen der Vorworte.  Mit einem „Warum“, erklärt sie ihren Weg zur veganen Ernährung, der in ihrem Engagement für den Umwelt-, Tier- und Meeresschutz begründet liegt. So war die Autorin an insgesamt sieben Kampagnen der Umweltschutzorganisation  Sea Shepherd beteiligt. Die Organisation, die sich dem Schutz der Meere verschrieben hat, kämpft gegen Walfang und Robbenjagd.

Sämtliche Rezepte und Bilder im Buch stammen von Magdalena Gschnitzer. Außerdem mehrere ergänzende Texte, in denen beispielsweise der Verpackungskult der Lebensmittelindustrie, die Bedeutung von Wasser oder die Anlage von Aquakulturen thematisiert und kritisch betrachtet werden.

Kein Speck aus Reispapier

Der Rezeptteil ist in mehrere Kapitel untergliedert und beginnt mit Vorschlägen für einen guten Start in den Tag. Neben vollwertigen Mittagsmahlzeiten gibt es Anregungen für vegane Süßspeisen, allerlei für zwischendurch, Getränke, Aufstriche und Toppings. Die Rezepte sind einfach und leicht nachzumachen. So wie man es von einer Hobbyköchin erwarten darf. Neben vegan verwandelten Klassikern wie Blätterteigstrudel oder Tiramisu gibt es ungewöhnliche Rezepte wie  „Kein Speck“ aus Reispapier oder Hot Dogs mit Kichererbsenpommes. – Ich konnte mich (jahreszeitlich angepasst) für eine Brennnessel-Suppe erwärmen. Eine selbstgemachte Hafermilch aus Haferflocken und Eiswürfeln klingt ebenfalls interessant.

Alle Illustrationen im Buch sind von Miriam Teissl. Die Illustratorin hat Kunstgeschichte in Innsbruck studiert und stand dem Veganismus wohl eher kritisch gegenüber: „Veganer können ziemlich anstrengend sein. Vor allem dann, wenn der Verzicht auf tierische Produkte sich von der heimischen Küche auf den gesamten Alltag ausbreitet und zur Ersatzreligion mutiert.“ Die zunehmende Beschäftigung mit der Materie scheint sie jedoch milder gestimmt zu haben. Heraus gekommen sind viele unterhaltsame Illustrationen. Fast alle Rezepte wurden außerdem mit einem Extratipp versehen.

Nettes Plus: Wer seine Kochkünste nicht nur für sich allein verwenden will, findet im Rückteil des Buches zwei Bögen mit Stickern.


Lass die Sau raus  Vegan kochen mit Herz und Hirn

Magdalena Magdalena Gschnitzer | Myriam Miriam Teissl

Verlag Edition Raetia
Stickern und Etiketten | Vorwort von Niko Rittenau
Hardcover  mit  Stickern und Etiketten
19 x 24,5 cm | 216 Seiten
ISBN: 978-88-7283-718-4
€ 28,00


Rezept für Johannisbertarte

Rezept für Johannisbertarte


Wer nun Lust bekommen hat, den gefälschten Speck einmal zu probieren: hier ist das Rezept:

„Kein Speck aus Reispapier“ aus „Lass die Sau raus“

Zutaten für ca. 40 Streifen

10 quadratische Blätter Reispapier
4 EL Sojasauce
4 EL Erdnussöl
2 TL Liquid Smoke (Flüssigrauch)
100 g Tomatenmark
1/2 TL Senf
1 EL geräuchertes Paprikapulver
1/2 TL Knoblauchpulver (optional)
2 EL Räuchersalz
Pfeffer
Pflanzenöl zum Frittieren (optional)

Zubereitung:
1. Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
2. Reispapier mit einer Küchenschere in 3–4 cm breite Streifen schneiden.
3. Alle anderen Zutaten zu einer glatten Marinade rühren.
4. Warmes Wasser in eine Schüssel geben, jeweils 1 Streifen Reispapier kurz ins Wasser legen, abtropfen lassen und durch die Marinade ziehen.
5. Mariniertes Reispapier durch 2 Finger ziehen und dabei etwas Marinade wieder entfernen. So entstehen die weißen Streifen.
6. Backpapier auf ein Backblech legen, Speckstreifen darauflegen und für 8–10 Minuten im Ofen backen.
7. Abkühlen lassen und so verwenden oder noch kurz in Öl frittieren – dann wird der Speck noch knuspriger. Dafür hocherhitzbares Pflanzenöl in einer Fritteuse oder in einem hohen Topf erhitzen und die Speckstreifen darin frittieren.


Charis
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Der Alpenraum ist in seiner Vielfältigkeit unerschöpflich. Kaum hat man ein Tal bereist, warten hinter den Bergen schon neue Abenteuer. Ein Puzzlespiel aus so vielen Teilen, dass man es niemals ganz zu Ende spielen kann. Ich wage es dennoch Teile davon gedanklich zusammen zu fügen und berichte auf blog.wohlgeraten über Land und Leute, Reiseziele, Küche, Architektur, Gesundheit, Wanderungen und vieles mehr.

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