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Kurztrip nach London – Mein Tipp: das Inhabit Hotel an der Paddington Station

Straßenszene Notting Hill

„Urban wellness escape in the heart of London“ – so beschreibt sich das im Sommer 2019 neu eröffnete Hotel Inhabit, nur wenige Gehminuten entfernt von der Paddington Station in Londons City of Westminster.

Auf der Suche nach einem zentral gelegenen Stadthotel, abseits der Ketten bin ich hier fündig geworden. Die Ausstattung der Zimmer und die vielen liebevolle Details haben uns überrascht. Das Inhabit ist mit einer Mischung aus skandinavischem Design und britischem Lifestyle eingerichtet. Ein Hideaway.

Inhabit Hotel London Paddington

Inhabit Hotel London Paddington

Im Herzen Londons – das Inhabit Hotel an der Paddington Station

„We believe a hotel stay should be a truly restorative experience, from which guests emerge nourished, rested and inspired.“ (Inhabit Hotel, London)

Schon das Eintreten in das Hotel Inhabit wird von dem Versprechen geprägt, Regenerierung, Entspannung und Inspiration zu finden. Nur in Teilen der Anspruch, den ich beim Besuch der Millionenmetropole London an ein Hotel stellen würde. – Tatsächlich jedoch ist bereits die Begrüßung eine kleine Streicheleinheit für die Seele. Statt erwarteter Formalitäten können wir bei Matcha-Cookie und Tee erst einmal das Ankommen feiern und mehr als zwei Unterschriften sind auch nicht zu leisten. Dann werden wir von Christina in unser Zimmer begleitet.

Das Inhabit ist ein aus mehreren viktorianischen Stadthäusern zusammengefügtes Hotel, welches sich über drei Etagen erstreckt. Im Erdgeschoß befinden sich neben der Rezeption, das Restaurant Yeotown, das auch als Frühstücksraum genutzt wird. Eine Bibliothek, in der man lesen und arbeiten kann, ein Meditationssessel und im weiteren Bereich ein Yogaraum und eine Infrarotsauna. Die ca. 90 Zimmer sind über verwinkelte Flure und Stiegen zu erreichen. Keine anonymen Zimmerfluchten, sondern die gemütliche Atmosphäre eines Stadthauses.

Unser Zimmer liegt im zweiten Stock und hat neben einem Queensize-Bed zu meiner großen Freude eine Badewanne. Die typischen Londoner Schiebefenster sind erhalten geblieben. Die leichte Zugluft durch die Ritzen wird nachts von dichten Vorhängen abgefangen und die Atmosphäre, wenn man das untere Fenster leicht nach oben schiebt, ist einfach unnachahmlich.

Frühstücken können wir im angeschlossenen Restaurant Yeotown, das ausschließlich vegetarische Küche serviert. Am Morgen wählen wir zwischen Poriddge, Müsli, Obst und Kleinigkeiten, die an Mezze erinnern. Dazu gibt es frisch gepresste Säfte und hausgemachtes Gebäck. Wem das nicht reicht, der kann sich Bowls oder Smoothies on top bestellen.

Weil das Inhabit sehr zentral liegt, beschließen wir viele unserer Ausflüge komplett zu Fuß zu machen. Zu Selfridges laufen wir eine halbe Stunde. Ähnlich weit ist es in den Hyde Park oder Kensington Gardens zu spazieren. Was man aus meiner Sicht nicht verpassen sollte und was mir im Hotel noch besonders gefiel, habe ich in einigen Stichpunkten festgehalten.

Zimmerpflanzen zaubern Atmosphäre

• Die Zimmer sind mit liebevollen Details eingerichtet. In den Regalen stehen Zimmerpflanzen, jeder Gast hat einen Bademantel. Neben dem Bett steht es ein Holzkästchen, in das man sein Handy zum Laden legen kann. Kabel und Adapter sind vorhanden und außerdem gibt es eine Duftstation, die mit ätherischen Ölen eine entspannte Atmosphäre verbreitet (wenn man mag).

No Plastic

• In den Fluren gibt es Wasserstationen, an denen man sich klares oder Sprudelwasser ziehen kann. Um Plastikabfälle zu vermeiden, verwendet das Inhabit kein Einweggeschirr. Für die Kaffee- und Teestation neben der Rezeption kann man für die Dauer seines Aufenthalts einen To Go Becher mieten oder kaufen. Es gibt keine in Folie verpackten Miniseifen oder dergleichen. Dafür hängen in allen Bädern Spender mit Handcreme, Shampoo und Duschgel.

Come Together

• Andere Gäste trifft man im Restaurant Yeotown, an dem man am Abend Kleinigkeiten essen kann. Die Bibliothek ist mit Coffeetable-Books ausgestattet. Hier kann man sitzen, lesen, plaudern oder für alle, die immer etwas zu tun haben: arbeiten.

Well Being

• Täglich gibt es eine Yoga-Class und wem das zu lang erscheint, der kann sich in einer speziellen Meditations-Station mit passender Musik ein paar ruhige Momente gönnen. Der weiße eiförmige Sessel ist von innen dick gepolstert und einmal hineingesunken, möchte man so schnell nicht mehr aufstehen. – Die auf Vorbestellung aufgeheizte Infrarotsauna haben wir nicht genutzt. Ebenso die Fahrräder, die vor der Tür auf eine Spritztour durch die Stadt warten.

Aktivitäten und Shopping

Die Lage des Hotels ist ideal. In fünf Minuten ist man zu Fuß an der Paddington Station. Direkt vor dem Haus halten Buslinien. Es lohnt sich in den Tabakläden eine Tageskarte (Oystercard) für fünf Pfund zu kaufen.

• In das Viktoria & Albert Museum (Eintritt frei, Sonderausstellungen kostenpflichtig) läuft man durch den Kensington bzw. Hyde-Park. Wir haben etwa eine halbe Stunde gebraucht und an dem Baum mit den Halsbandsittichen Halt gemacht. Ein Highlight, auch wenn die Meinungen darüber geteilt sind.

• Zu Selfridges in der Oxford Street war es ebenfalls nur etwa eine halbe Stunde Spaziergang durch nette Londoner Wohnstraßen. Die Lebensmittelabteilung ist wie die kleine Schwester vom Mitsukoshi-Kaufhaus in Tokio. Ich finde: muss man gesehen haben.

• Einen Ausflug ins angesagte Notting Hill macht man am besten mit dem Bus. Dann ist man in ca. zehn Minuten da. Boutiquen, Restaurants mit vegetarischer Küche und die gepflegte Westbourne Grove haben mir mehr zugesagt, als die quirlige Portobello Road.

Fortnum & Mason – die knarrenden Treppen bis nach oben laufen und Stockwerk für Stockwerk durch die ungewöhnlich präsentierten Auslagen bummeln gehört für mich in London einfach dazu. Bleibt zu hoffen, dass das Haupthaus von F&M noch lange seinen Charme erhält. – 181 Piccadilly, St. James’s, London W1A 1ER

Present & Correct – Der kleine Schreibwarenladen im Stadtteil Pentonville liegt alles andere als zentral. Lohnt sich, wenn man die Begeisterung für die → Link des gleichnamigen Twitter-Kanals teilt und Spaß an Schreibwarenläden hat. – 23 Arlington Way, Clerkenwell, London EC1R 1UY

Dover Street Market – Teure Designer, aber über mehrere Stockwerke so inspirierend gestaltet, dass es einfach Spaß macht durchzulaufen. Gleiches Konzept wie in Tokio, aber natürlich in jeder Saison ein wenig anders. – 18-22 Haymarket, London SW1Y 4DG

Choosing Keeping – Noch einmal Schreibwaren. Diesmal aber inmitten der Stadt und auf eine angenehme Art und Weise antiquiert. Weil Auswahl, dafür aber sehr hochwertig und einige ungewöhnliche Sachen. – 21 Tower St, London WC2H 9NS

Restaurants und Cafés

Frontline Club – Dieser Club mit angeschlossenem Restaurant liegt auf halber Strecke zwischen Hotel und Paddington Station. Er ist ein Treffpunkt für Medienschaffende und soll unabhängigen Journalismus fördern. Im Obergeschoss befindet sich der eigentliche nur für Mitglieder geöffnete Club, in dem beispielsweise Julian Assange Unterschlupf vor der Polizei fand. – Getestet und für gut befunden: Celeriac, hazelnut & truffle oil soup für 6 £, Baked brie in filo, mango chutney (vn) 8 £, Haddock & chips, mushy peas, tartare sauce 17 £ (im Grunde Fish & Chips, aber besser) und Crumbed pork ribeye, coleslaw 19 £. Auf jeden Fall wird man sehr satt…  – 13 Norfolk Pl, Tyburnia, London W2 1QJ

Kioskafé – Magazine, Getränke, kleine Snacks. Im Monocle-Cafe kann man die direkte Nachbarschaft treffen, in Magazinen blättern und aktuelle Tageszeitungen  ausdrucken lassen. Und natürlich gibt es alle Arten von Monocle-Guides.  – 31 Norfolk Pl, Tyburnia, London W2 1QH

L’ETO Brompton Branch – Hereingelockt haben uns die zahlreichen Gebäckstücke im Schaufenster, zu essen gab es mediterran angehauchte Salate und Kleinigkeiten von einem Buffet. Sehr frisch, perfekt zum Mittagessen nach dem Museumsbesuch (V&A ist schräg gegenüber). Empfehlenswert. – 243 Brompton Road, London, SW3 2EP

Daylesford, Notting Hill – „Healthy Food“, mehr muss man zu dieser Mischung aus Feinkostgeschäft und Restaurant kaum sagen. Sehr schick, recht voll, mit einigen kleinen Tischen vor der Tür. Gegenüber ist ein wunderschöner Blumenstand. Hier kann man essen und shoppen gut verbinden. Für meinen Vegan Market Garden Vegetable & Nut Burger mit Rote-Bete-Ketchup, Lemon-Cashew Aioli und kleinen Chips aus Leinsamen und Kürniskernen hätte ich gern das Rezept gehabt. Obwohl es auf der Webseite des Marktes sogar sehr viele Rezepte gibt: dieses war leider nicht dabei. Trotzdem: macht Spaß dort. – 208-212 Westbourne Grove
Notting Hill London W11 2RH

♥ London mit Kindern

Wir waren ohne Kinder unterwegs. Wer seine Kinder mitnimmt, dem empfehle ich das Reiseblog von Andrea und Sandra „Trips4Kids“. Hier gibt es vom Hotel bis zu den Warner Bros Studios zahlreiche Tipps für einen Aufenthalt mit Kindern in London.

Trips4Kids – London mit Kind

 


Inhabit Hotel

→ inhabithotels.com


– Es ist klar, dass man längst nicht alles teilen kann, was einen in London begeistert. Daher belasse ich es bei dieser kleinen persönlichen Auswahl.  Dies war eine private Reise.

People - Inhabit Hotel London

People – Inhabit Hotel London

Charis
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Der Alpenraum ist in seiner Vielfältigkeit unerschöpflich. Kaum hat man ein Tal bereist, warten hinter den Bergen schon neue Abenteuer. Ein Puzzlespiel aus so vielen Teilen, dass man es niemals ganz zu Ende spielen kann. Ich wage es dennoch Teile davon gedanklich zusammen zu fügen und berichte auf blog.wohlgeraten über Land und Leute, Reiseziele, Küche, Architektur, Gesundheit, Wanderungen und vieles mehr.

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