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Harbor Cake | Tiroler Küche an Seemannsgarn

Harbor Cake Hamburg Straßenansicht

Hamburg. Kulinarische Genüsse sind ein bevorzugtes Mittel gegen Fernweh. Umso besser, wenn ich zufällig darauf stoße, so wie es in diesem Fall war.

Als wir das Harbor Cake in der Marktstraße im Hamburger Karoviertel betreten, irritiert mich einiges: unendlich viele Schilder vor und in dem Café verweisen auf alpenländische Küche. Die Einrichtung jedoch ist auf den ersten Blick weitestgehend maritim. Alte Seemansbilder, Ruder, Rettungsringe und Kaffeesäcke zieren die Wände. Minimalisten wäre es ein Graus.

Harbor Cake Hamburg Gastraum

Harbor Cake – Seemänner an der Wand und Knödel auf dem Teller

Wir sind unterwegs, um uns ein kleines schnelles Mittagessen zu gönnen und erinnern uns gerade noch rechtzeitig, dass das kleine Café mit der dunkelroten Fassade in der Marktstraße schon seit längerem auf unserer Wunschliste steht. Heute haben wir Glück: Es ist Mittwoch und geöffnet. Einen Platz an einem der gemütlichen Tische finden wir auch. Perfekt!

Tische gibt es im übrigen nur wenige. Sechs zähle ich und ca. 25 Sitzplätze, davon einige in der Fensterbank. Bei schönem Wetter kommen im Außenbereiche Plätze hinzu.

Das Studieren der Karte nimmt etwas Zeit in Anspruch. Worauf zuerst schauen? Bereits vor der Türe standen Schilder, um diverse Gerichte aus der Alpenküche anzupreisen. Der Großteil ist vegetarisch. Auf der eigentlichen Speisekarte und auf Schildern im Lokal geht es weiter: Spinat-, Rote Bete- und Steinpilzknödel, Spätzle, Flammkuchen, Leberkäs und Kaiserschmarrn. Die Karte erinnert stark mich an das Restaurant Marend nebenan, das für seine gute Tiroler Küche bekannt ist. Sich aus der Vielzahl der Gerichte für das Passende zu entscheiden ist eine Herausforderung.

Außerdem wartet eine gigantische Kuchentheke. So viele selbstgebackene und verlockende Kuchen habe ich in Hamburg sehr selten gesehen.

Knödel, Knödel, Knödel

Wir entscheiden uns letztlich für zweierlei Knödel mit Salat (Spinat und Rote Bete – beide zu 5,90 €, Stand 2016) und werden schnell und zuvorkommend bedient. Das Essen ist warm und sehr appetitlich angerichtet. Die Preise sind für Hamburger Verhältnisse ausgesprochen fair.  Geschmacklich sind wir zufrieden, wenngleich die Knödel hier ordentlich nach Semmel schmecken. Im Restaurant Marend, kostet es zwar etwas mehr, schmeckt mir persönlich allerdings auch noch eine deutliche Spur besser. Wir werden trotzdem sehr gut satt und sind zufrieden.

Zur Qualität der Kuchen kann ich nichts sagen, weil wir sie nicht mehr geschafft haben zu probieren. Obwohl ich mich beim Anblick des Bozner Hauskuchens schwer beherrschen kann und auch die bunten Petit Fours… Verflixt.

Am Nachbartisch wird ein Riesenkuchenstück mit Blaubeer-Sahne-Topping serviert und mit drei Gabeln und ordentlich Appetit verschlungen. Ein eindeutiger Hinweis: schmecken muss es.

Von Bozen nach Hamburg – Lebenswege

Auf Weg zu den Sanitärräumen kann ich einen Blick in die offene Küche werfen. Der Koch sitzt an einem schmalen Tisch und studiert Rezepte.  Viel Platz hat er nicht. Ich frage mich, wie man hier diese riesigen Torten backen kann.

Im Harbor Cake passt alles nicht so richtig zusammen, aber am Ende irgendwie doch und vielleicht liegt es an dem Umstand, dass Georg, der Koch, in Wirklichkeit Bozener ist und seine Frau eine Hamburgerin. Was auf den Teller kommt, scheint für den Südtiroler bedeutsamer zu sein, als die Umgebung in der es präsentiert wird.

Kerzen und Blumen verleihen den Tischen den Charme eines Cafés und das zusammengewürfelte Geschirr im Flohmarktstil und das Mobiliar erinnern an Großmutters gemütliches Wohnzimmer.


Harbor Cake

Marktstr. 36
20357 Hamburg – St.Pauli – Karo-Viertel

Das Harbor Cake ist auch auf Facebook.

Geeignet für kleine Gruppen bis max. 6 Personen, Freundinnen, Paare, Mutter mit Kind usw.. Lockere nette Atmosphäre und Portionen die satt machen. Preisniveau: günstig


Harbor Cake Hamburg Straßenansicht

Charis
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Der Alpenraum ist in seiner Vielfältigkeit unerschöpflich. Kaum hat man ein Tal bereist, warten hinter den Bergen schon neue Abenteuer. Ein Puzzlespiel aus so vielen Teilen, dass man es niemals ganz zu Ende spielen kann. Ich wage es dennoch Teile davon gedanklich zusammen zu fügen und berichte auf blog.wohlgeraten über Land und Leute, Reiseziele, Küche, Architektur, Gesundheit, Wanderungen und vieles mehr.

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    Karina sagt

    Wir waren auch schon da, aber es stimmt was Du schreibst: Im Marend gibt es das gleiche Essen, aber es schmeckt viel besser.

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