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Das Stubaital zu Füßen – Eine Wanderung zur Autenalm (1.665m)

Klaus - Wirt auf der Autenalm

Stubaital. Tirol – Das Wandergebiet am Elfer über Neustift beherbergt eine der ältesten Almwirtschaften des Tales: die Autenalm (1.665 m). Vor etwa 350 Jahren erbaut, ist die Hütte noch heute in Familienbesitz und bei Einheimischen wie Gästen für die gute regionale Küche beliebt. Der Gault Millau Hüttenguide Tirol 2017/2018 empfiehlt die Autenalm als eine der 72 besten Tiroler Almwirtschaften.

„Tradition ist nicht das Hüten des Landes, sondern das Bestellen der Felder.“ (Menükarte Autenalm – Stubaital / Tirol)

Blick von der Autenalm - Stubai - Tirol

Blick von der Autenalm – Stubai – Tirol

Über den Dächern von Neustift

Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, ein grandioser Blick über das Tal – langsam gleitet die Gondel der Elfer-Lifte von Neustift (993 m) den Berg hinauf und entlässt ihre Passagiere auf einer  Höhe von 1.794 m. Hier ist die Luft kühler, oft wäre eine leichte Windjacke angebracht. Aber in diesem Sommer ist alles anders. Ich bin noch keinen Meter gelaufen und es ist schon heiß. Der Traum-Sommer 2018 zeigt seine schönsten Seiten und das heißt heute: schwitzen am Berg!

Also erst einmal umschauen. Nach links führt der Weg ins Pinnistal und dann weiter zur Karalm. Rechts den Berg hinauf ist nach einer dreiviertel Stunde die Elferhütte erreicht. An einem Hang mit dem Blick talauswärts stürzen sich in schneller Folge Paraglider die Wiese hinab, um dann in großen Bögen und mit farbenfrohen Gleitschirmen ins Tal zu schweben. Es macht Spaß ihnen zu folgen, aber selber fliegen? Nichts für mich.

Paraglider am Elfer Neustift

Paraglider am Elfer Neustift

Ich drehe also um, lasse Bergstation und Panoramarestaurant „rechtsschultrig“ liegen, genau so, wie Patricia vom Schönherr Haus mir den Weg erklärt hat. Der gemütliche Wanderweg der hier beginnt, ist streckenweise schmal, dafür abwechslungs- und aussichtsreich. Auf schattige Abschnitte durch bewaldete Stücke folgen traumhafte Aussichten. Teilweise hinunter nach Neustift, teilweise weit in das Tal hinein mit Blick auf die Stubaier Bergwelt und den Gletscher. Ich genieße die Aussicht und staune wie schnell man die Autenalm erreicht. Eine gute halbe Stunde bin ich gelaufen und schon da.

Den Kühen neben der Alm scheint die Sonne nichts auszumachen. Nun ja. Sie haben auch alles was sie brauchen. Dass das Wasser für das Vieh durch die extreme Hitze in diesem Jahr nicht mehr ausreicht und mühsam vom Tal hinauf gebracht werden muss, davon bekommt der normale Wanderer nichts mit. Nur wer die Toilette benutzt und die Hände nicht waschen darf, kommt auf die Idee etwas genauer nachzufragen.

Ich werfe einen Blick auf die blauen Schirme der Terrasse und freue mich, wie schön sie in der Sonne leuchten. Es ist laut und es ist voll. Also suche ich mir einen Platz in der urigen Hütte. Hier ist es kühler und gemütlich sieht es auch aus. Kissen stapeln sich in den Ecken und die Decken und Wände sind durch das Heizen im Winter geschwärzt.

Buttermilch und Futterneid

Während ich auf meine frische Buttermilch warte, streift der Hüttenhund um meine Beine. Eine Familie am Nebentisch beklatscht jeden Teller der serviert wird und man kann es verstehen. Ich schiele neidisch auf Bauernpfanne und Kaspressknödel herüber. Wollte ich nicht noch weiter, ich könnte mich nur schwer beherrschen.

Nach kurzer Pause breche ich auf. Wer von der Autenalm höher hinauf will, nimmt den Weg zur Elferhütte. Ich entscheide mich für eine Wanderung zur Klamperbergalm (1795 m) in Richtung Talschluß. Das bedeutet zwar, dass der einstündige Wanderweg auf der selben Route zurück gelaufen werden muss. Mir eröffnet es aber die Chance auf Stubaier Köstlichkeiten auf der Autenalm. Vielleicht komme ich so zurück, dass ich noch etwas essen kann?

Ein paar Stunden später bin ich schlauer. Die Wanderung hat müde, aber glücklich gemacht. Die Terrasse vor der Alm hat sich geleert. Nur ein paar wenige Gäste genießen noch den Blick ins Tal. Ich bin zu müde zum essen, aber umso durstiger. Statt einer kleinen Buttermilch, gibt es nun einen großen Bierhumpen voll. Und sie schmeckt!

Und nochmal: Kaiserschmarrn am Nachbartisch

Am Nebentisch sitzt Klaus, der Wirt, lacht mich freundlich an und genießt seinen Kaiserschmarrn. Dass die vielen Wanderer Unruhe auf den Berg bringen, die Versorgung des Viehs viel Arbeit bedeutet – man merkt es ihm nicht an. Wie lang der Sommer hier oben geht, will ich wissen. Klaus zuckt unentschlossen mit den Schultern. „Die Saison? Die bestimmt eigentlich der Petrus.“ Dann steckt er sich genüsslich die nächste Gabel in den Mund.

Mich ziehen Dusche und ein kühler Drink hinab ins Tal. Ich könnte den Forstweg nehmen, aber das wären bestimmt zwei Stunden. Nach einer halben Stunde bin ich wieder an der Bergstation.


Autenalm – Neustift im Stubaital – Tirol

Inhaber Familie Stern
www.autenalm.at

Wie bei jeder Wanderung in dieser Höhe, ist passende Ausrüstung vom Bergschuh über Sonnenschutz und Wetterjacke erforderlich…

→ Eine tolle Übernachtung in der Nähe ist das Schönherr Haus.


 

 Der Autenhof wurde 1440 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1657 ist der Hof und somit auch die Alm im Besitz der Familie Stern, die im Sommer ihr Vieh am Berg versorgt.  – Die Autenalm gehört dem Verbund Stubaier Genussbetriebe an und neben typischen Hüttengerichten wie Spiegelei, Leberkäs und Brettljause, bekommt man ein ordentliches Rindsgulasch (9 €), Kaspressknödel für 8,50 € oder Tiroler Gröstl  (8,50 €). 
Ich habe die Alm privat besucht.

Hüttenhund - Autenalm Neustift im Stubaital

Hüttenhund – Autenalm Neustift im Stubaital

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Travelblogger, Journalist, Online-Shopmanager bei wohlgeraten.de – blog.wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von Wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit Wohlgeraten mache.
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