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Buddhas Finger und Zitronenkaviar: der Zitrusgarten in Faak am See

Urzitrone

Kärnten. Faak am See. Muss eine Zitrone sauer schmecken? Sieht sie immer gelb aus? Wie lange braucht eine Zitrusfrucht bis sie reif ist? Ab wann trägt ein Zitronenbaum? – Diese und weitere Fragen beantwortet der Kärntner Bio-Zitronenbauer Michael Ceron gern und ausführlich in seinen Führungen durch den Bio-Zitronengarten in Faak am See. Der Garten liegt in der Region Villach in Kärnten, unweit der slowenischen Grenze mit einem fantastischen Ausblick auf die Karawanken und umgeben von herrlich warmen Badeseen.

Michael Ceron – Bio Zitrusgarten Faaker See

Michael Ceron – Bio Zitrusgarten Faaker See

Leidenschaft und Kärntner Sonne

Es braucht Leidenschaft, wenn sich aus einem kleinen Unternehmen etwas Besonderes entwickeln soll. Der Kärntner Gärtner Michael Ceron hat Zeit und Kraft investiert und aus einer klassischen Gärtnerei einen Vorzeige-Betrieb für zertifizierte Bio-Zitrusfrüchte aufgebaut: Österreichs ersten Bio-Zitrusgarten. Eine einzigartige Ansammlung von 283 Sorten, die nicht nur Touristen, sondern vor allem Sammler und die berühmte Köche aus nah und fern anlockt. Denn, eine wirklich gut gereifte Zitrone, ist mehr als eine schnöde Frucht. Hat sie den richtigen Reifegrad, so kann man alles an ihr verwenden und braucht nur Spuren, um Speisen ein besonderes Aroma zu verleihen.

Angeeignet hat sich Ceron sein Wissen in über zwanzig Jahren. Begeistert haben ihn vor allem die Früchte. Seine größte Herausforderung in diesem Projekt, ist die Geduld, die nötig ist, ehe eine der Pflanzen die volle Pracht entwickelt. Denn eine Zitruspflanze unterscheidet sich signifikant von einheimischen Gehölzen: während ein Apfelbaum ca. 100 Jahre alt wird, eine Birne maximal 120, schafft es ein Zitrusgewächs Zeitspannen von 500 – 600 Jahren zu überbrücken.


♥ Eine der ungewöhnlichsten Pflanzen in Cerons Sammlung ist diese australische Wüstenlimette. Sie ist ca. 38 Jahre alt, wurde vor 22 Jahren eingepflanzt und inzwischen hat sich nichts weiter getan, als das was man hier an zarten Blättchen sieht. Mit einer ersten Blüte ist in 60 bis 70 Jahren zu rechnen. Ob Ceron das erlebt? Steht in den Sternen… (Stand 2017)

Zitronenbäumchen - Zitrusgarten – Faak am See

Heimischer Boden und Geduld

Ceron lässt die Pflanzen auf heimischen Böden wachsen, die er mit einem eigenem Substrat und Lavagestein spezifiziert. Trotzdem ist es schwierig die Vielfalt von inzwischen über 280 Pflanzen zu erhalten, denn normal sind in Europa nur knapp 60 von 1600 Zitrusarten heimisch. Seit drei Jahren gibt es ein besonderes Gewächshaus, in dem er sich den speziellen Wachstumsbedingungen und besonderen Erfordernissen widmet. Jede Pflanze ist gelistet, wird genau beobachtet und von Ceron eigenhändig gepflegt.

Der Bio-Zitrusgarten kann an Werktagen zu normalen Ladenöffnungszeiten besichtigt werden.  Die Pflanzen tragen meist im Frühjahr, aber über das Jahr sind unterschiedlichste Blüten und Fruchtstände zu beobachten. Was größtenteils unbekannt ist, ist nämlich, dass die Reifezeit sehr lang ist. Für die, bei den Köchen so angesehenen Früchte, kann diese Zeit durchaus zehn bis sechzehn Monate betragen. Zum Vergleich: herkömmliche, im Handel erhältliche Zitronen, reifen in fünf bis sechs Monaten. Um wirklich reif zu sein, bräuchten sie mindestens acht.

Michael Ceron ist leidenschaftlicher Botaniker. Neben der Züchtung und Pflege ungewöhnlicher Gattungen, kümmert sich der Gärtner um die Pflege und Vermarktung seiner Nutzpflanzen und betreut seit drei Jahren sein Forschungsprojekt. Außerdem entwickelt er immer wieder neue Produkte. So gibt es neben Marmeladen aus Zitrusfrüchten (Orange, Mandarine, Zitrone, Bergamotte, Grapefrucht usw.), einen eigenen Likör, Pralinen in Kooperation mit dem Hause Zotter, ein eigenes Zitronenbier und (das ist gerade im Sommer toll) einen Zitroneneistee mit einem Zuckeranteil von unter 1%. Lecker!

Wer sich für Zitruspflanzen interessiert, findet in der Orangerie von Michael Ceron neben Speisezitronen, Orangen, Clementinen, Limetten, Pomelos, Kumquats, Bergamotte, Grapefruits und Bitterorangen auch die sogenannte „Ur-Zitrone“ mit dem Namen Buddhas Finger. Sie gehört zu den großfruchtigen Zedratzitronen, die ca. 35 cm groß werden können.

Wer bei Ceron einkaufen möchte, braucht ein etwas größeres Portemonnaie, denn die aufwendige Pflege der Pflanzen und die ausgeprägte Reife der Früchte will bezahlt sein.  Eine einzelne Zitrone kann schon mal 60 € kosten. Dafür erhält man eine Frucht, die wie eine Birne verspeist werden kann. Von der Schale bis zum Fruchtfleisch ist alles verwertbar und im Grunde ersetzt die Zitrone das Gewürz.


♥ Wer noch etwas Ungewöhnliches ansehen mag, dem empfehle ich nach dieser stacheligen Pflanze zu fragen. Sie gibt Früchte von der Gestalt einer Essiggurke und die Köche nennen ihr Fruchtfleisch Zitronenkaviar. Dieser sieht aus wie Saiblingskaviar und kann in Getränken und Speisen verwendet werden. Leider war gerade keiner da, aber ich möchte es bei Gelegenheit unbedingt einmal probieren.

Pflanze – Zitrusgarten – Faak am See


Für alle weiteren Infos empfehle ich den Zitrusgarten persönlich zu besuchen. Ein Restaurant, welches Cerons Früchte in den Speisen verwendet, ist die Stiftsschmiede am Ossiacher See. Dort kocht Gerhard Satran für seine Gäste am offenen Schmiederfeuer. Das Ceviche war mein Favorit.

Fisch auf den Tisch – Die Stiftsschmiede Ossiach ← 


Der Zitrusgarten

Michael Ceron
Blumenweg 3
A – 9583 Faak am See


 

Offenlegung: Den Zitrusgarten habe ich im Rahmen einer Pressereise in die Region Villach besichtigt. Herzlichen Dank für die Einladung zur Führung!

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Charis

Travelblogger, Journalist, Online-Shopmanager bei wohlgeraten.de – blog.wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von Wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit Wohlgeraten mache.
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2 Kommentare

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    Andreas Gottlieb Hempel sagt

    Der Zitronengarten von Michael Ceron und das Restaurant Stiftsschmiede Ossiach wurden am 14.08. im TV 3SAT,20:15 Uhr unter „Wo die Zitronen blüh’n – eine süßsaure Reise von den Alpen bis Sizilien“ gezeigt – ein wunderschöner Film. Auf der sorrentinischen Halbinsel und auch in Sizilien gibt es wundervolle, ausgereifte Zitronen – mit Preisen weit unter 60 €/Zitrone! Über Freunde aus der Campania lasse ich sie mir kommen und stelle einen köstlichen Limoncello her.
    Andreas Gottlieb Hempel

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