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Der Geschmack der Berge – Tyrolia-Verlag

Der Geschmack der Berge – Neues Almen-Kochbuch zeigt Menschen hinter den Rezepten

Warum braucht ein Senner im Bregenzerwald gute Zähne? Wieso hat der kleine Ort Camprosso in den julischen Alpen nicht einen, sondern vier Ortsnamen? Was ist beim Stechen der Enzianwurzel so entscheidend? – Wer die Antworten sucht und sich auf eine kulinarische Rundreise zu sechs ausgewählten Almen Österreichs (und in die angrenzenden Regionen) begeben möchte, dem sei das Buch „Der Geschmack der Berge“ vom Tyrolia-Verlag empfohlen. Neben über 6o Rezepten aus den Almküchen hat Autorin Susanne Schaber allerlei Wissenswertes über die Almen, ihre Betreiber und ihre direkte Umgebung  zusammengetragen.

Mit zahlreichen Aufnahmen von den Menschen auf den Almen, von Landschaft, Tieren und den köstliche Mahlzeiten hat der steirische Bergwanderführer Herbert Raffalt das Buch letztlich zu einem sehenswerten Bildband gemacht.

„Der Geschmack der Berge“ ist mehr als ein weiteres Almen-Kochbuch: es zeigt Menschen und ihr Leben in den Bergen.

Kuh im Bregenzerwald  Weiterlesen

Stilfser Joch

Sicher über die Alpen: das kosten Mautstrecken 2018

Spätestens mit den ersten langen Wochenenden im Mai beginnen die Blechlawinen wieder gen Süden zu rollen. Und auch wenn es in den Alpen selbst so schön ist: viele fahren einfach nur durch in Richtung Süden. Straßenbau kostet Geld und das gilt natürlich ganz besonders für spektakuläre Bauten wie Brücken oder Tunnel in den Bergen. Vignettenpflicht und Maut für Straßen sind folglich in Österreich, der Schweiz und allen anderen angrenzenden Ländern ein probates Mittel um die eigenen Kosten zu minimieren. Zum Teil als komplette Vignette für das Autobahnnetz, zum Teil nur für Streckenabschnitte bei Pässen und Tunneln (z.B. Brennerpass, St.Gotthard-Tunnel, →Großglockner Hochalpenstraße usw.).

Für die wichtigsten Strecken auf dem Weg durch die Alpen hat der ADAC eine Grafik mit den aktuellen Kosten für das Jahr 2018 zusammengestellt. Es zeigt kostenpflichtige Tunnel und Pass-Straßen in der Schweiz und in Österreich.  Weiterlesen

Draubrücke

Mit dem E-Bike über den Drauradweg – Kärntens sanfter Süden

Kärnten.  Eine genussreiche Fahrradtour durch die Alpen und grenzüberschreitende Touren durch mehrere Länder lassen sich im Süden Österreichs hervorragend verbinden: vorbei an warmen Badeseen und nicht enden wollenden Bergketten schlängelt sich der 510 Kilometer lange Drauradweg durch Kärnten und seine Nachbarregionen. Klimatisch und topografisch begünstigt, führen Tagesetappen vom Ursprung der Drau bei Toblach in Südtirol, über Lienz in Osttirol, Spittal an der Drau und Villach in Kärnten über Slowenien bis zur kroatischen Grenze bei Varazdin. So wird der Radweg zur Vier-Länder-Tour.

Südtirol/Italien – Osttirol,Kärnten/Österreich – Slowenien – Kroatien

Die Höhenprofile bleiben auf geringem Niveau und auf einem E-Bike sitzend, ist die körperliche Anstrengung beinahe zur Nebensache geworden. Die perfekte Infrastruktur, eine gute Beschilderung und viel zusätzlicher Service machen den Drauradweg zu einem tollen Projekt für alle, die diesen Sport einmal kennen lernen wollen. Die Saison ist lang: sie geht von März bis fast in den November. Dieser Erfahrungsbericht soll helfen, letzte Bedenken zu überwinden.

E-Bikes am Drauradweg in Kärnten

Radsport für Gemütliche: E-Biken am Drauradweg

Im Sommer 2017 habe ich mich gemeinsam mit einer Gruppe auf eine Teil-Etappe des Drauradwegs begeben und bin bei herrlichem Sonnenschein von Spittal an der Drau nach Villach geradelt.

♦ Diese Etappe ist 39,4 km lang und 71 % der Strecke sind asphaltiert. Es ist ein Anstieg von 121 m zu bewältigen und ein Abstieg von 202 m.

Vor allem mit der Option, den Motor des E-Bikes hinzu schalten zu können, ist die Bewältigung dieser Strecke (angeblich) keine Höchstleistung mehr. Dabei schien es mir zunächst ganz anders: kaum trainiert in weiten Strecken, klang das, was da im südlichen Kärnten auf mich wartete, sehr anspruchsvoll in meinen Ohren. Der Gedanke an Tagesetappen zwischen 40 und 80 km und das Radfahren in bergiger Umgebung, flößte mir gewaltig Respekt ein. Meine Erinnerung an Mountainbike-Touren in der Schweiz waren schweißtreibend und von Muskelkater geprägt. Würde das hier genauso enden?

Ich packte regenfeste Kleidung ein, kurze Hosen, Turn- und Fahrradhandschuhe und flog von Hamburg nach Klagenfurt, um in Spittal an der Drau auf die anderen Teilnehmer zu treffen. Der Startpunkt der Tour ist zwar frei wählbar, aber einen Tipp würde ich beachten:

♦ Vor allem im Einstiegsbereich von Sillian bis Klagenfurt eignet sich der Drauradweg ganz besonders für  Einsteiger. Die Wege führen erst einmal bergab und dann durch flaches Gelände. Die Anbindung an die Infrastruktur ist perfekt. An vielen Orten bieten sich Möglichkeiten für kleine Zwischenstopps und Pausen und der Service der E-Bike Verleiher ist flächendeckend gesichert. Insofern bietet es sich unbedingt an, die Tour von West nach Ost zu durchlaufen.

Mit dem E-Bike die Drau entlang

Nach einer kurzen Runde durch Spittal, am Schloß vorbei und durch den Schloßpark (wer am Vorabend schon da ist, darf den Millstätter See nicht verpassen!) geht es durch kleine Straßen zügig an den Stadtrand. Schon bald finden wir uns inmitten grüner Wiesen, Felder und am Ufer der Drau wieder. Das ist Sommerfeeling in seiner schönsten Form.

Der Weg ist perfekt beschildert und wechselt zwischen asphaltiert und gut befestigt. Mal ist der Uferbereich dicht bewachsen, dann folgen Haltepunkte und aussichtsreiche Flächen zum Rasten. Überall ist der Blick auf die Berge das bestimmende Element und gerade in den Sommermonaten blüht es an den Wegesrändern bezaubernd schön.

♦ Den breiten, gut ausgebauten Fahrradwegen und der perfekte Beschilderung ist zu verdanken, dass der Drauradweg vom ADFC mit einer Klassifizierung von fünf Sternen ausgezeichnet ist. Das bedeutet: er zählt zu besten internationalen Fahrradwegen.  (Natürlich gehört zur Klassifizierung auch der Service an der Strecke: Übernachtungsmöglichkeiten, Radverleih etc.)

Mehr Infos → über den ADFC (Allg. Deutscher Fahrrad-Club)

Wir stoppen vor einem riesigen Hortensienbusch, hinter dem sich ein großer Bauernhof versteckt. Es ist einer der Drau-Radwegwirte, von denen es  über 50 gibt. Sie bewirten vorbeifahrende Radler, laden Akkus auf (von Mensch und Rad!), bewirten mit regionaler Kost und saisonalen Produkten und haben sich dem Gedanken des Slow Foods verschrieben. Wem der Hintern doch einmal ein wenig schmerzt, der kann über Nacht bleiben – gern auch nur für eine: die Drau-Radwirte vermieten Quartiere speziell auf die Bedürfnisse der Radreisenden zugeschnitten an und bieten allen Service den man unterwegs so braucht.

→ Drauradweg-Wirte

Glockenläuten für den Fährmann

Für uns heißt es nach einem kurzen Halt weiter in die Pedalen treten: die Drau, die wie so viele alte Wasserstraßen in Vergessenheit geraten war, wird mit Schautafeln und reaktivierten Fährübergängen ins Zentrum des Geschehens zurück geholt. Wir halten erneut an, schlagen die messingfarbene Glocke des Fährmanns und machen auf einem Vogelbeobachtungssteg eine Pause.

Wer nur langsam zum nächsten Ziel will, kann Abstecher von den einzelnen Etappen machen: die warmen Kärnter Seen laden zum Baden ein oder wer mag, der flüchtet sich vielleicht etwas tiefer hinein in die Natur. Wir haben den Millstätter See am Vortag besucht und in einem der Beachclubs den Sundowner genossen. Für uns soll es auf kürzestem Wege bis nach Villach gehen.


Tipps für einen Abstecher

  • Toblacher Feld / Drausprung
  • Burg Heinfels
  • Galitzenklamm (Klettersteige und Wasser)
  • Lienz und Lienzer Dolomiten
  • Osttirols Römerstadt Aguntum
  • Geißlochklamm (romantisch)
  • Baden und Klettern in Greifenburg
  • Keltenwelt Frög bei Rosegg, Tierpark und Schloß Rosegg
  • Tscheppaschlucht in Ferlach
  • Naturschutzgebiet Sablatnigmoor in Eberndorf
  • Griffner Schloßberg

Millstaetter See

In Villach angekommen, gibt es direkt an der Drau eine kostenlose Möglichkeit das Fahrrad zu deponieren: den

→ Radbutler.

Diese Abstellmöglichkeit befindet sich direkt am Radweg und unter der Drau-Brücke im Ortskern. Wer ankommt stellt sein Rad ab und kann so einige Stunden mit leichtem Gefühl in der Draustadt verbringen. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind im nahegelegenen „Holiday Inn“ Hotel Schlüssel hinterlegt, sodass man auch nicht zu spät zurück kommen kann. Der Radbutler ist vom 1.Mai bis Ende Oktober geöffnet.

Stadtbummel durch Villach

Wir sind jetzt wirklich durstig und ausgehungert und freuen uns auf ein Mittagessen. Die freundliche „Radbutlerin“ nimmt unsere Räder in Empfang, stellt sie sicher ab und mit leichtem Gepäck geht es die wenigen Meter in den Ortskern hinauf.

Gleich neben der Drau-Brücke, die ich durch die Lange Tafel auf der Drau der Küchenkult-Freunde noch in bester Erinnerung habe, geht es zum Brauhaus.

Ein riesiger durch Bäume beschatteter Garten lädt zum pausieren ein. Wir genießen Brathähnchen, Schnitzel und andere regionale Köstlichkeiten und plaudern noch eine ganze Weile mit → Radcoach Paco Wrolich vom Kärnten-Tourismus. Dabei erfahren wir viele interessante News über den Radtourismus in Kärnten.

Nach einem Rundgang durch Villach – die Stufen des Kirchturms hinauf sollte man unbedingt nehmen – geht es nach Warmbad in die Therme. Das warme Wasser spült die nur leicht beanspruchten Knochen wieder weich. Der Radel-Tag war eine tolle Erfahrung. Jetzt bin ich angefixt.

 

→ Infos über Fahrradverleihe und Reparaturwerkstätten entlang des Drauradwegs

Fahrräder und E-Bikes können an vielen Stationen und von unterschiedlichen Anbietern ausgeliehen werden. Eine Rückgabe muss nicht zwingend am Ausgabeort erfolgen. Es gibt verschiedene Formen des Shuttle-Services, Gepäckservice und Rückreisemöglichkeiten zum Ausgangsort. An Regentagen können Teilstücke mit anderen Verkehrsmitteln bewältigt werden.

Geranien an der Drau


Hoteltipp Villach  → Therme und Hotel Karawankenhof, oder Warmbader Hof

Gut dabei zu haben: Radrucksack, Wetterfeste, aber leichte Bekleidung, Turnschuhe, Sonnenschutz, Sonnenbrille, Radhandschuhe  – Helm und Rad können ausgeliehen werden!

Anreise mit DB/ÖBB zu vielen Orten oder mit dem Flieger bis Klagenfurt oder Salzburg. Dann weiter mit dem öffentlichen Nahverkehr.


Villach Draubrücke Aussicht

Dieser Tourbericht ist eine Koopertion mit Kärnten-Tourismus.

Daniel vom Fernwehblog hat auch über die Tour berichtet: fernwehblog.net/der-drauradweg

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Albulapass Schweiz

Ride the Alps – Radfahrer erobern Schweizer Alpenpässe

Die Waden angespannt, den Rücken gebeugt, die Haut von der Sonne gegerbt: Fahrradtouren über Alpenpässe gelten bis heute als die härtesten sportlichen Prüfungen und wer einem dieser Radsportler begegnet, begegnet ihm mit Respekt. Daran kann und so ist zu hoffen, wird sich, auch nach dem Vormarsch der E-Bikes nichts ändern. Denn, selbst wenn das E-Bike und → sanfte Rad-Wanderwege wie der Drau-Radweg in Kärnten, die Sicht auf den Radsport in den Bergen deutlich verändert haben: eine Fahrradtour über einen Alpenpass sollte und wird ein besonderes Erlebnis bleiben.

Es ist ein anderes lästiges Phänomen, was dem Fahrradsport auf Alpenpässen mehr und mehr den Sommer verhagelt. Die vielen Pkws und Motorräder, die sich an schönen Sommertagen Stoßstange and Stoßstange die Berge hoch und runterquälen, machen den fleißigen Radfahrern das Leben schwer. Und so haben sich listige Schweizer Tourismusexperten für diesen Sommer ein besonderes „Zuckerl“ ausgedacht.

Ab Ende Mai 2018 heißt es an mehreren Terminen und Pässen der Schweiz: → Ride the Alps 2018. Und das bedeutet nichts anderes, als das an diesen Tagen die Alpenpässe nur für Radfahrer frei gegeben werden.

Ride the Alps 2018 Weiterlesen

Traumhäuser in den Alpen - Callwey - Alexander Hosch

Welttag des Buches | Buchverlage im Alpenraum

Der heutige Welttag des Buches am 23.April 2018 ist ein prima Grund Bücher und Verlage einmal mehr in den Fokus zu rücken. Hier stelle ich Euch einige Verlage vor, die Bücher zum Thema Alpenraum verlegen.

Am Ende des Artikels verlose ich ein Buch.

Mehr → Informationen zum Welttag des Buches lest Ihr beim Klick auf den Link.

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Boot am Pragser Wildsee - Südtirol

Pragser Wildsee: Zwischen Instagram Hotspot und geeintem Europa

Der Pragser Wildsee am Rande des Hochpustertales gilt als einer der schönsten Seen der Dolomiten, möglicherweise sogar als der Schönste. Klickt man den Hashtag #lagodibraies auf Instagram, öffnet sich eine Liste mit tausenden Aufnahmen und viele Fotos haben mehr als 100 Likes. Nur wenige Bewunderer der Traumlandschaft wissen dabei, dass der Ort für 139 Menschen aus 17 Nationen das Ende einer dramatischen Odyssee bedeutete. Ein Ort, an dem sie sich endlich wieder sicher fühlen konnten, dem Tod durch die SS nur knapp entkommen und  an dem sie Hoffnung und Mut für ein neues Leben geschöpft haben.

Die romantischen Bilder, auf denen Holzboote auf grünlichblauem Wasser vor nebelumwabernden Bergen herumschippern, verbreiten eine mystische Stimmung und es scheint nahezu unmöglich sich diesem Zauber zu entziehen.

Das führt dazu, dass der See, der auf einer Höhe von 1496 m.ü.M. liegt, zu einem Magneten für Besucher aus nah und fern geworden ist. Riesige kostenpflichtige Parkplätze für Pkws und Busse lassen an regnerischen Tagen erahnen, dass bei schönem Wetter das Ufer kein Ort der Ruhe sein kann.

♥ Mein Tipp: zu einer untypischen Zeit und bei nicht allzu schönem Wetter anschauen! Trotzdem schön!Boote am Pragser Wildsee - Südtirol Weiterlesen

Oslo Aker Brygge

Ein Wochenende in Oslo – Die besten Tipps für die Stadt am Fjord

Die Luft ist klar, der Himmel blau und der Tag, der an diesem Frühlingswochenende unendlich scheint, ist eine Viertelstunde länger als in Hamburg. Während Hamburg Anfang April auf 12,59 Tagesstunden kommt, sind es in Oslo bereits 13,15 Stunden und die Sonne wärmt. Herzlichen Glückwunsch. Denn wen kümmert es dann, dass die Höchsttemperatur im Freien nur knapp 4 Grad beträgt? Die Osloer jedenfalls nicht. Nach einem langen dunkeln Winter, sind sie nicht zu bremsen und die Zahl der Cafés und Restaurants, die ihre Tischreihen nach draußen zerren, ist schier unendlich. Ein Bild, das sich mit jeder hochsommerlichen Piazza oder Hafenpromenade am Mittelmeer messen kann.

Weil Oslo nicht nur eine der teuersten, sondern auch eine der schönsten Städte ist, die ich in letzter Zeit besucht habe, möchte ich meine Highlights der Stadt gern an Euch weitergeben. Ihr findet im Folgenden meine Top Ten (oder etwas mehr…). Und einen weiteren angenehmen Nebeneffekt vorweg: ihr findet die Schweiz danach recht günstig.

Oper – Oslo
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Paco Wrolich - Radkoordinator Kärnten und Radprofi

Radwege in Kärnten – Interview mit Radkoordinator Paco Wrolich

Auf einer Fahradtour durch Kärnten lernte ich im Sommer 2017 Kärntens Radkoordinator Paco Wrolich kennen. Der Ex-Rennradprofi, der im Team Gerolsteiner mitfuhr, begleitete eine kleine Gruppe von Journalisten auf einem Abschnitt des Drauradweges und kurzzeitig auf dem Alpe-Adria-Radweg.

Beide Radwege eignen sich sowohl für Einzelpersonen, Paare, als auch für Familien. Sie sind von März bis weit in den Herbst hinein befahrbar. Im Interview gibt Paco zahlreiche Antworten auf organisatorische Fragen und den einen oder anderen Tipp am Wegesrand.

Portrait Paco Wrolich Weiterlesen

Earth Hour 2018

Mehr als ein Klick: am 24.3. ist Earth Hour

Sie gilt als größte Aktion für den Umweltschutz weltweit: die Earth Hour, in der auf dem Globus für 60 Minuten das Licht ausgeht. Die Aktion, die 2007 von Sydney ihren Siegeszug um die Welt antrat, jährt sich 2018 zum zwölften Mal und sie wird nicht zu übersehen sein. Wenn am 24. März um 20.30 Uhr Ortszeit in tausenden Städten das Licht ausgeht, dann verdunkeln sich neben Privathaushalten die Lichter zahlreicher Sehenswürdigkeiten. Empire State Building, Eiffelturm, Parthenon oder die Allianz Arena in München setzen ein Zeichen zum Schutz des Planeten. Weiterlesen

Restaurant Fromme Helene Wien

Wiener Kleinod – Restaurant Fromme Helene im 8. Bezirk

WIEN. Die Straßen im 8.Wiener Bezirk sind regennass. Es ist ungemütlich kalt. Keiner der Abende, die zum Bummeln durch die Gassen einladen. Eine Straßenbahn rumpelt vorbei. Schneereste liegen dreckig an den Gehsteigkanten. Durch die Fenster einer Eckkneipe sieht man voll besetzte Tische. Also nichts wie hinein. Wir werfen einen kurzen Blick auf die Karte, die mit gelben Stecknadeln lieblos in einen Kasten gepinnt wurde. Eine grelle Funzel taucht die Speisen der „Frommen Helene“ in ein bläuliches Licht. Was auf der Karte steht, lässt Gutes erwarten. Von Gulasch, Schnitzel und Tafelspitz ist die Rede, von Paradeisersoße und Erdäpfelpüree. Einladend klingt das schon!

Wochenkarte Fromme Helene Wien Weiterlesen

David Kreiner - Olympiasieger und Bergführer aus Tirol

Unterwegs mit… David Kreiner | Bergführer und Olympiasieger aus Tirol

In der Interview-Reihe „Unterwegs mit…“ stelle ich sechs Fragen an Menschen die mich begeistern, die spannende Ideen und Lebenswege haben und mit denen ich mir eine Wanderung samt Brotzeit  vorstellen kann. Heute:

David Kreiner – Bergführer und Olympiasieger aus Kitzbühel | Tirol

Wenn vom 19. Februar bis 3. März 2019 die Nordische Ski-WM in Seefeld/Tirol stattfindet, wird das einen Tiroler besonders freuen: den Kitzbüheler Olympiasieger und Bergführer David Kreiner. Der nordische Kombinierer, dessen sportliche Karriere in Seefeld begann, spricht mit Begeisterung über die Bedingungen der Olympiaregion, in der er auf eine Sportschule ging. „Ich bin einen Sonnenmensch. Die Sportschule lag im Dunkeln. Ich habe mich immer auf die Langlaufloipe in der Sonne gefreut und jedes Training war ein kleines Abenteuer.“ Glaubt man ihm, dann sind die Bedingungen rund um Seefeld einfach genial.

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Einladung Wiedereröffnung Museum für Gestaltung Zürich

Rückkehr eines Klassikers: Neueröffnung des Stammhauses des Museum für Gestaltung Zürich

Das →Züricher Museum für Gestaltung im Toni-Areal habe ich erst vor kurzem hier vorgestellt. Wie beschrieben, handelt es sich dabei um eine Außenstelle des Museums. Die ursprünglichen Ausstellungsräume befanden sich bis zum Februar 2018 im Umbau. Inzwischen sind die alten „neuen“ Räume fertiggestellt und am Wochenende 2./3. März 2018 wird es ein großes Fest zur Wiedereröffnung gefeiert.

Vielleicht ein angemessener Grund, schon bald mal wieder nach Zürich aufzubrechen.

Zürich – Brücke über die Limmat Weiterlesen

Einfaches Rezept für Zimt-Kaiserschmarrn

Zimt Kaiserschmarrn mit heißen Kirschen | Rezept für 3 Personen

Zum Frühstück darf es gern einmal etwas Süßes sein bei uns zuhause.  Und weil wir dann meist hungrig sind, muss es schnell gehen. Außerdem ist es wichtig, dass die Zutaten leicht verfügbar und im Haus sind. Ein einfaches, gern genutztes Rezept stelle ich heute hier vor.  Wer mag: es passt natürlich auch zu jeder anderen Tages- und Nachtzeit.

Zimt-Kaiserschmarrn für drei Personen ist unheimlich schnell zubereitet. Von den Kirschen bleibt in der Regel etwas über. Am nächsten Morgen, mit einem Becher Joghurt oder Quark, hat man dann gleich das nächste tolle Frühstück.

Zimt-Kaiserschmarrn | Rezept Weiterlesen

Rezept für Limettensirup und Limettenlimonade

Kochendörfers Limetten-Limonade | Pontresinas Zuckerbäcker verrät sein Rezept

Vor einer Weile habe ich die → Zuckerbäckerei Kochendörfer im Engadiner Bergdorf Pontresina vorgestellt. Vielleicht erinnert Ihr Euch an das Rezept für die Bündner Nusstorte, einer landestypischen Spezialität, der man schnell verfallen kann. Während wir in der Backstube standen, die funktionsbedingt sehr warm war, hatte man uns freundlicherweise eine köstliche und erfrischende Limonade aus Limetten bereitgestellt. Sie bestand aus einem Sirup, Eiswürfeln und wurde mit Wasser aufgegossen. Sirup aus Limetten kann man fertig hergestellt kaufen. Dann weiß man leider nicht was drin ist, aber es gibt verschiedene Anbieter in den Supermärkten. Möglichkeit zwei: man kauft bei Kochendörfer in Pontresina (was ich unbedingt empfehlen kann). Nur möglicherweise ist die Anfahrt etwas lang. All jenen die in Eigenproduktion gehen, hat Kochendörfer sein Rezept verraten. Die leicht abgewandelte Variante stelle ich Euch hier vor.

Limettenlimonade
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Wien Parkanlage Belvedere

48 Stunden Austria – So empfehlen Österreichs Botschafter ihr Heimatland

Reiseblogger verraten ihre Lieblingsziele. Das ist inzwischen Tradition und dass sie dafür von den Reisedestinationen oder Einheimischen beraten oder inspiriert werden, ist kein Geheimnis. Was aber, wenn man im Staatsdienst für sein Land in einer anderen Metropole lebt? Wie ist die Sicht auf zuhause?  Wie denkt man an daheim? Was empfehlen Botschafter für einen Aufenthalt im eigenen Land und wieviel Insiderwissen geben sie hierzu preis?

Die Reiseseite TravelBird hat hierfür hunderte Botschafter auf der ganzen Welt angeschrieben und um Urlaubstipps für einen 48 Stunden langen Besuch des Heimatlandes gebeten. Außerdem wurden die Botschafter gefragt, mit welchem Klischee ihres Heimatlandes sie zu kämpfen haben und wie sie es gerade rücken möchten.

Einige Antworten der österreichischen Botschafter findet ihr hier. Viel Spaß beim Lesen!

GEWINNEN

Welches Klischee über Österreich würde Dir einfallen? Unter allen, die mir bis zum Freitag 02.03. ein Klischee verraten, verlose ich eine köstliche Schokolade von Fenkart aus Österreich. (Keine Auszahlung. Private Verlosung. Ich bin berechtigt, das Spiel jederzeit zu unterbrechen.)

Bootshaus Altaussee

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Karin Kaufmann - Egg

Kochen mit der Wälderin – Neue Termine der Kochschule Frau Kaufmann in Egg

Es ist schon eine Weile her, dass ich Euch die Bregenzerwälder Selfmade Köchin Karin Kaufmann und ihre Kochschule in Egg vorgestellt habe.

→ Hier in einem längeren Post, kann man noch einmal nachlesen, wo und wie sie ihre Kochschule betreibt.

Wer sie besucht, kann eigene Kochkenntnisse vertiefen, sich Kniffe der regionalen, also Bregenzerwälder Küche aneignen oder (das kann es ja auch geben) überhaupt erste Schritte Richtung Herd machen. Vielleicht eine Idee für einen baldigen Urlaub im Bregenzerwald?

Gaststube Engel – Frau Kaufmann – Egg Weiterlesen

Winterkochbuch Kohl, Kraut. Brokkoli

Kohl, Kraut, Brokkoli – Winterkochbuch aus Südtirol

Winterküche und Wintergemüse haftet der Ruf von Eintönigkeit an. Die Artenvielfalt scheint eingeschränkt, die Farben sind blasser und die eine oder andere Wurzel oder Knolle sieht nach einigen Wochen im Keller auch wirklich etwas schrumpelig aus. Für glamouröse Festtagsmenüs scheint allenfalls noch der Rotkohl mit seinem tiefdunklen Violett wie geschaffen. Hinzu kommt, dass zahlreiche traditionelle Gerichte aus der kalten Jahreszeit an ein großes Stück Fleisch gebunden sind. Man denke nur an Kohlrouladen, Ente mit Rotkohl und Klößen oder Krautgulasch. Eine Leidenschaft, die nicht jeder teilt.

Abhilfe verschaffen, kann das neu erschienene Kochbuch „Kohl, Rüben und Brokkoli“ von Edition Raetia, in dem die Autorin Cornelia Haller die Vorzüge winterlicher Gemüsegattungen aufzeigt und über 130 leichte Gerichte der Winterküche vorstellt. Neben Rezept-Klassikern finden sich Low Carb Gerichte, vegetarische und vegane Speisen und wer sich darin vertieft, wird verblüfft sein, wie variantenreich man den Teller auch mit saisonalen Produkten vom Bauern vor der eigenen Haustür füllen kann.

Winterkochbuch Kohl, Kraut. Brokkoli  Weiterlesen

Zürichsee – Bürkliplatz

Weekendtrip nach Zürich – Reisetipps für eine coole Stadt

Das Blau des Zürichsees glitzert vor der Nase, in der Ferne leuchten die weißen Gipfel der Schweizer Berge. Mir ist entfallen, wann ich mein Herz an Zürich verloren habe, aber die ersten Besuche liegen schon lange zurück. Ich erinnere mich an die tolle Aussicht vom Zürichberghotel herunter auf die Stadt und den See. Später bin ich die Limmat mit dem Rad entlang gefahren, habe an lauen Sommernächten auf den Wiesen am See gesessen und zu lauten Beats bei der Streetparade getanzt. Die zentrale Lage in Europa, Berge und Wasser und die unaufdringliche Lebensart der Züricher machen diese Stadt für mich unschlagbar. Immer wieder zieht es mich hierher. Unlängst auch am letzten Tag des alten Jahres. Weniger als 48 Stunden dauerte der Besuch. Grund genug, endlich ein paar Tipps zu geben.

Silvester in Zürich Weiterlesen

Campus Hochschule und Eingang

Museum für Gestaltung in Zürich – „Happy Show“ für Design-Fans

„Finden Sie ein Spiegelbild von sich und sagen Sie diesem, was Sie wirklich denken.“ „Gehen Sie rückwärts durch die Ausstellung.“ „Lachen Sie ein paar Minuten hysterisch.“

Wer „The Happy Show“ von Stefan Sagmeister im Museum für Gestaltung in Zürich besucht, muss zuerst auf einen roten Knopf drücken. Es erscheint ein Kärtchen in Visitenkartengröße und einer Aufforderung zum Handeln.  Ob man ihr folgt? Das bleibt dem Besucher überlassen. Denn „The Happy Show“ ist nicht der Schlüssel zum Glück, sondern eine von vielen sehenswerten Ausstellungen in dem Museum der beliebten Schweizer Stadt am See.

Bitte drücken Weiterlesen

Gari Rezept in Meine Japanische Küche - Stevan Paul – Hölker Verlag

Meine Japanische Küche – Wie mich ein Kochbuch in die Japanischen Alpen entführt

Eine Reise in die japanischen Alpen bleibt, auch im Zeitalter der Digitalisierung, ein spannendes Erlebnis, denn das Eintauchen in die fremde Genuss- und Geschmackswelt Japans ist ein Abenteuer. Allzuoft kommt es vor, dass Lebensmittel in Japan für einen Europäer nur schwer zu identifizieren sind. Produkterklärungen oder Menükarten können nicht gelesen werden und selbst wenn, dann bleibt es immer noch ein Geheimnis, wie bestimmt Gerichte, ein Sud oder eine Marinade gewürzt oder zubereitet werden.

Lange habe ich also nach einem geeigneten Kochbuch gesucht, das neben der Herstellung von Sushi alltagstaugliche Gerichte der japanischen Küche vorstellt und nachdem ich mich wochenlang kreuz und quer durch „Meine Japanische Küche“ von Stevan Paul gekocht habe, kann ich sagen: dieses Buch ist die Lösung.

Meine Japanische Küche - Stevan Paul – Hölker Verlag Weiterlesen

Seethaler – Ein ganzes Leben

Ein ganzes Leben | Ein Alpenroman

Ein unbestimmtes Tal ist der Schauplatz des Romans „Ein ganzes Leben“. Indem der Autor Robert Seethaler dem kleinen Ort, seinen Straßen und den umliegenden Bergen die Namen nimmt, wird das Auf und Ab der Landschaft zum Abbild des Lebens des Seilbahnarbeiters Andreas Egger. Mit dem Stigma des unehelichen „Bankerts“, wächst er als Pflegekind auf dem Hof eines brutalen Bauern auf. Gezüchtigt und in der Folge der brutalen Schläge im Dorf als „Hinker“ verspottet. Der nichts in Papierform vorzeigbares lernt, aber vieles kann und zu einem kräftigen und vor allem zufriedenen Mann heranreift.

Robert Seethaler gelingt es, jenseits aller Alpenfolklore eine neue Sprache für die Natur zu erfinden. Zwar muten manche Wendungen und Satzbauten altertümlich-biblisch an wie das unschuldige Stammeln Andreas Eggers zu einer Verehrerin: „Ich bin erst bei einer Frau gelegen.“ Die Kraft der Berge reicht Robert Seethalers Sprache, die an Adjektiven spart, wo Handlung stattfindet. Und zugleich findet er immer wieder neue Bilder für Bergspitzen aus hellem Porzellan, für das Geräusch der Stille und die Gefühle, die Kälte und Wind auf der Haut hinterlassen.

Als Hörbuch, gelesen von Schauspieler Ullrich Mathes, ist das besonders eindrucksvoll, weil sein klarer Duktus und seine sensibel gewählten Tonlagen den Text unterstreichen: Es ist eine Zeitreise auf zwei Ebenen – eine Berggeschichte, die in den entscheidenden Jahrzehnten spielt, in denen sich die bäuerliche Einöde der Alpen dem Tourismus öffnet.
Diese Ebene ist weit mehr als nur Kulisse, weil auch die Hauptfigur Andreas Egger als Seilbahnarbeiter seinen großen Teil zu diesem Wandel beiträgt.

Seethaler schildert ihn schlicht, aber nicht dumm, gelassen, aber nicht untätig. Andreas Egger ist Spiegel einer Landschaft, die nicht ohne Anstrengungen auskommt. Die rau ist und in der deshalb das Zarte umso klarer leuchtet. Wie ein Solitär ist in Eggers Leben und den Roman die kurze und taktvoll erzählte Romanze zwischen Andreas und seiner Geliebten eingebettet. Gegen Ende seines Lebens heißt es: „Er hatte eine Liebe gehabt und sie wieder verloren. Fortan würde ihm nichts Vergleichbares mehr geschehen, das galt für ihn als abgemacht“.


Ein ganzes Leben

Autor: Robert Seethaler

Der Roman „Ein ganzes Leben “ ist als Buch erschienen. Erhältlich auch als Hörbuch bei Audible mit einer Spieldauer von 03 Std. 50 Min. (gesprochen von Ulrich Matthes.) Vielleicht eine willkommene Ablenkung für die nächste Fahrt in die Berge?


Seethaler – Ein ganzes Leben

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Cover Leaf to Root | AT Verlag

Leaf to Root – Wie ein Kochbuch über Reste die Gemüseküche revolutionieren soll

Eine Schüssel mit Möhrenschalen, Blumenkohlstrünken und Kartoffelschalen in der Hand sehe ich mich noch heute als Kind durch den Garten zum Komposthaufen laufen. Das Entleeren derselben gehörte zu meinen Hausarbeitspflichten und ich erinnere mich gut, wie ich die Strünke, Schalen und andere Reste in hohem Bogen auf den grünen Haufen beförderte.  Im Winter, wenn Schnee lag, konnte man sie besonders gut sehen. Dann waren oft auch die Reste vom Rosenkohl dabei.

Ob die eine oder andere Schale zu Unrecht vernichtet wurde, darüber wurde damals wenig gesprochen. Lediglich den Spargelschalen kam die hohe Ehre zuteil, ausgekocht mit ein wenig Ei verquirlt, als Festtagssuppe serviert zu werden.

Warum das so war, ist schwer zu sagen. Lag es am Unwissen, lag es am Überfluss? Fest steht, dass noch heute ein großer Teil des Gemüses als ungenießbar oder zumindest als unverwertbar gilt. Das könnte sich jetzt ändern, denn ein neues Buch aus dem AT-Verlag mit dem Namen „Leaf to Root“ ist in keiner geringeren Mission angetreten, als die Gemüseküche in dieser Frage von Grund auf zu revolutionieren.

Gemüsereste

„Leaf to Root“? Worum geht es?

„Leaf to Root“ ist ein Buch voller Wissen und Rezepte rund um (vermeintliche) pflanzliche Abfallprodukte, das von einem Geleitwort und einer Expertenrunde eröffnet wird. Das umfangreiche Werk  einfach nur als neues Kochbuch zu bezeichnen, wäre schlichtweg untertrieben, denn das Buch bietet neben der Vielzahl ungewöhnlicher Rezeptideen vor allem eins: einen neuen Ansatz im Denken, eine andere Sicht auf Bewährtes und ein umfangreiches Kompendium in dem die unterschiedlichsten Gemüse und Obstsorten auf „Herz und Nieren“ und Genießbarkeit geprüft werden.

Das Autorentrio Esther Kern, Sylvan Müller und Pascal Haag hat sich über eine Koch-Webplattform zusammengefunden, die Esther seit 2002 betreibt und die inzwischen zu einer beachtlichen Community herangewachsen ist. Auf waskochen.ch fand die erste „Leaf to Root“-Aktion statt. Daraus entstand die Idee zum Buch und durch die Zusammenarbeit für das Buch mit dem Koch Pascal Haag (ehemals Koch im bekannten Vegetarier-Restaurant „Hiltl“ in Zürich) und dem Luzerner Fotografen Sylvan Müller nahm wiederum die Aktion immer mehr an Fahrt auf und fand viele Mitstreiter. So kommt es, dass in dem Buch eine beachtliche Anzahl von Köchen und Wegbereitern zum Thema zu Wort kommt.

Das Buch besticht durch wunderschöne Aufnahmen (Food, People und Inspirationen) und die ungewöhnlichen und gut erklärten Rezepte. Sie stammen keineswegs nur von Spitzenköchen, sondern sind eine bunte Mischung aus Bauern- und Versuchsküche und der Haute Cuisine.

Der Leser erfährt, wie man Radieschen samt Blättern verarbeitet, aus Wurzelschalen eine Rotwein-Balsamico Sauce zaubert oder aus Wassermelonenschale einen köstlichen Salat zubereitet. Vieles klingt ungewohnt, ist jedoch bis ins kleinste Detail sehr gut erklärt.

Die Köche werden ausführlich vorgestellt und jedem werden bestimmt Gemüse oder Pflanzenteile zugewiesen. So widmet sich die Schweizer Jungköchin Rebecca Clopath der Quitte von der Schale bis zum Kern und kreiiert neben Klassikern wie Quittenmarmelade, fermentierte Quittenblätter, die mit Puderzucker bestreut werden oder ein Eis aus Quittenholz gezogen.

Alltagstauglich bleibt das Kochbuch dennoch: wer lieber mit Strunk und Herz von Gemüsen Vorlieb nimmt oder diese in der Küche häufiger vorrätig hat, der findet Anregungen wie Kartoffel-Brokkolistrunk-Bratlinge oder Rotkohlstrunk mit Orangen-Polenta.

Illustration Leaf to Root | AT Verlag

Das Beste zum Schluß: ein Kompendium

Ein Aspekt, der bisher weitestgehend unerwähnt blieb, dem sich das Buch jedoch in vielerlei Hinsicht widmet, ist die Genießbarkeit der verwendeten Pflanzenteile. Nicht alles was genießbar scheint, ist gesund und nicht alles was als ungesund gilt, ist wirklich ungenießbar.

Hierbei bietet die ausführliche Vorstellung der einzelnen Gemüse von den Blättern bis zur Wurzel eine große Hilfe. Im Kompendium am Ende ist ein riesiger Wissensschatz zusammengetragen, nicht ohne an den Rändern auf die zahlreichen Quellen und weiterführenden Bücher zu verweisen.

Der Leser erfährt, warum man aus Maisgriffel (dem Haar am Maiskolben) einen klassischen Heiltee zubereiten kann, dass die holzigen Teile der Walnuss (Kämbe) für Diabetiker hilfreich sind und dass man beim Borretsch trotz einiger Vorbehalte auch die Stile geniessen kann (nur eben nicht täglich).

RosenkohlRezept Leaf to Root | AT Verlag

Eine Auforderung zum Nutzen

Dieses Buch einfach nur zu beschreiben bleibt schwierig, denn es ist so facettenreich, dass man den Wert wohl erst erfasst, wenn man es im täglichen Umgang benutzt. Es gehört in die Küche und wenn Gemüseabfälle anfallen, dann muss anfangen zu probieren. „Leaf to Root“ ist die Ergänzung zu Kochbüchern, die tausendfach in Schränken stehen und die eines immer vernachlässigen: das was übrig bleibt.

Wer der „Leaf to Root“-Bewegung folgt, wird Mitstreiter finden. Eines ist ihm in jedem Falle nämlich sicher: auf der nächsten Einladung mit kochbegeisterten Freunden, wird es jede Menge neuen Gesprächsstoff geben. Einfach mal probieren!


Leaf to Root

Autoren:  Esther Kern, Pascal Haag, Sylvan Müller

Erschienen im AT Verlag
ISBN: 978-3-03800-904-7
Einband: Gebunden
Umfang: 320 Seiten
Format: 20 cm x 27.5 cm
Preis : 49,90 EUR


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Bündner Nusstorte

Backen statt Beten: Kochendörfers Bündner Nusstorte (mit Rezept!)

Stolz hebt Claudio Kochendörfer eine Engadiner Nusstorte in die Luft. Nur diese mit dem „K“ wie Kochendörfer, könne als die einzig Wahre bezeichnet werden, dabei sieht sie aus wie eine dieser kleinen runden Teiglinge, die hier in Pontresina in nahezu jeder Konditorei gestapelt in den Auslagen liegen. Glaubt man Kochendörfer, so war es sein Großvater, der die Abwandlung der bescheideneren Bündner Nusstorte in den sechziger Jahren erdachte. Zwei Mürbeteigplatten mit einer Creme aus Vanille und Kirschwasser gefüllt, gedeckelt mit einer dicken Schicht aus Mandelsplittern und Karamell. Gehaltvoll, gut zwei Wochen haltbar und dabei unschlagbar köstlich.


Dieser Artikel ist Tür 10 vom Outdoor Blogger Adventskalender 2017. Im vierten Jahr erzählen zwei Dutzend Outdoor-Blogger Weihnachtliches & Winterliches. Oder einfach nur Wunderbares & Berichtenswertes von draußen. Gestern schrieb Nadine auf Das ist doch Wahnsinn . Heute geht es auf wohlgeraten.de und mit tollen Hütten für eine Winterwanderung auf  Phototravellers.de weiter.  Außerdem öffnet sich morgen die 11  auf dem Blog von Jens, der erklärt, warum Improvisationsfähigkeit auch eine wichtige Outdoor-Kompetenz ist. Wer die restlichen Türen  öffnen möchte, findet hier einen Überblick:  #outdooradvent17


 

Claudio Kochendörfer Weiterlesen

Spitzbuben bzw. Linzeraugen

Hausfreunde und Spitzbuben: Keksrezepte aus Kärnten

Das Licht im Herd leuchtet, die ersten Kekse liegen auf dem Blech: eines der schönsten Zeichen für die Vorweihnachtszeit. Dieses Glück hatte ich gestern im Hamburger Kochkontor, einer interessanten Eventlocation, in der man nicht nur kochen, sondern vor allem hemmungslos in Kochbüchern stöbern kann. Das Urlaubsland Kärnten hatte zu einer Präsentation des Kärntner Winters eingeladen und eigens zwei Keksbäckerinnen aus Spittal an der Drau mitgebracht. Vom Schnee konnten sie uns nur erzählen, aber als der erste Puderzucker auf die Kekse rieselte hatte man eine Idee davon und spätestens als die Marillenmarmelade aus den Spitzbuben auf der Zunge zerging, war die Sehnsucht nach den Bergen da. Die Kärntener Keksrezepte sind lecker und einfach nachzumachen: ich habe sie mitgebracht.

Kärnten hat nicht nur einen schönen und schneereichen Winter, auch der Genuss steht im Vordergrund. Die Region ist die erste Slowfoodregion Österreichs. Wer Schneeschuhwanderungen liebt, auf Naturseen Eislaufen gehen möchte oder bei Fackelschein durch den Winterwald stapfen: Kärnten ist vielseitig. Es lohnt sich den Winter in den Bergen zu entdecken.

Kärnten Schürzen und Geschirrtücher Weiterlesen

Wagen mit Fango-Eimern

Mein erstes Fango – Kuren in Abano Terme

Die Idee eine eine Fango-Kur zu machen, stammte tatsächlich nicht von mir. Ich bekam den Aufenthalt von meiner Familie geschenkt, wie hätte ich ablehnen sollen? Neugierig ließ ich mich auf das Experiment Fango in den Euganeischen Hügeln ein. Zunächst vorsichtig und skeptisch, dann mit zunehmender Begeisterung und letztlich mit dem Effekt, dass es mir tatsächlich sehr viel besser ging. Mein Rücken war nicht mehr so verspannt wie früher, meine Laune positiv beeinflußt und das unumgehbare Stillliegen auf den Fango- und Massage-Liegen verbesserte nachhaltig meine Konzentrationsfähigkeit. Ich schaffte es wieder aufmerksamer zuzuhören oder einer unangenehmen Tätigkeit geduldiger nachzugehen.

Fangomenge für eine Komplettbehandlung Weiterlesen

Thermalwasserpool

Schlamm und Dolce Vita: Fango in Abano Terme

Wenige Kilometer vom romantischen Venedig und der alten Universitätsstadt Padua entfernt, liegen die italienischen Kurorte Abano und Montegrotto  Terme. In dieser Region, nahe der Euganeischen Hügel hat sich bereits in der Antike eine außergewöhnliche Bäderkultur entwickelt, die auf natürliche Thermalquellen zurückzuführen ist. Das Besondere an den heißen Quellen ist der Reichtum an gelösten mineralischen Substanzen, welcher durch eine kilometerlange Wanderung des Wassers durch unterirdische Gesteinsschichten zu erklären ist.

Das warme Wasser, vulkanischen Ursprungs, zieht hauptsächlich Gäste in gehobenem Alter an und das nicht erst seit heute. Ein wenig Kleingeld ist zudem hilfreich. Schon Goethe und andere kluge Geister haben ihre müden Knochen in das heilsame Sprudelwasser Abanos getaucht und auf die Wirkung des Jungbrunnens vertraut.

Als Szenetreff eignet sich der Kurort (er gilt als einer der größten weltweit) eher weniger. Wieso ein Besuch sich dennoch und schon deutlich vor Eintreten der Altersstarrheit lohnt und sogar Spaß machen kann, soll dieser Artikel erläutern.

Grand Hotel Orlogio Abano Weiterlesen

Helvetia Vegetaria - AT-Verlag

Helvetia Vegetaria | Ein kulinarischer Rundgang durch die fleischlose Schweiz

Die bunten Wurzeln auf dem Titel von „Helvetia Vegetaria“ vermitteln ein Gefühl von Kargheit, doch dieser Eindruck sollte aufgrund der Dicke dieses wunderbaren Kochbuches gar nicht erst aufkommen. Carlo Bernasconi ist langjähriger Börsenblatt-Korrespondent in der Schweiz und zeichnet mit dieser umfangreichen Sammlung vegetarischer  Gerichte ein gutes Bild über die Vielfältigkeit Schweizer Hausmannskost. Das Buch ist im AT-Verlag erschienen.

Rezept in Helvetia Vegetaria - AT-Verlag Weiterlesen

Grandhotel Kronenhof Pontresina

Ein Märchenbuch zum Wohnen: das Grand Hotel Kronenhof in Pontresina

Pontresina. Engadin.  – Der Frühstückstee wird im Silberkännchen serviert. Ich genieße und bestaune den edlen Speisesaal, in dem ich Platz genommen habe. Die weiße Uniform des Kellners ist schick und dezent zieht er sich sofort wieder zurück. Diese unaufdringliche Form der Bewirtung ist angenehm. Außer ihm schreiten noch vier weitere Ober – still und um die Wünsche der Gäste bemüht – durch den Raum. Ich schaue zur Seite und frage mich: „Wie wäre es, würden William und Kate am Nachbartisch Platz nehmen?“ Wundern würde ich mich nicht. Im Gegenteil. Hier im prachtvoll ausgestatteten Saal des Grand Restaurants erschiene ihre Anwesenheit mehr als logisch. Die schlossartige Atmosphäre, die dienstbaren Geister und die prunkvolle Ausstattung bewirken, dass man sich wie eine Prinzessin auf Reisen fühlt.


♥ Das Grand Hotel Kronenhof befindet sich im Engadiner Ferienort Pontresina im Schweizer Kanton Graubünden. Im Engadin hat sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine besondere Form des Bergtourismus etabliert. Ungewöhnlich prachtvolle Hotelbauten sind ein Teil dieser Entwicklung. Der Kronenhof gehört zu den Schönsten und gilt als eines der besterhaltenen Grand Hotels in den Alpen.


Grandhotel Kronenhof Pontresina

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Apfel Traube Kastanie - Ein Buch von Edition Raetia

Apfel, Traube, Kastanie | Tipps und Rezepte aus Südtirols Hausapotheken

Angenehm warm liegt die Tüte in meiner Hand. Immer wieder greife ich hinein, schnappe mir die noch heißen Früchte, breche Stück für Stück die feste Schale herunter und schiebe genussvoll den leicht warmen Kern in meinen Mund. Die Finger sind schwarz von der Kohle, aber das Fleisch der Früchte ist weich. Es erinnert an Marzipan und vor allem macht es satt. Dass ich mich damit gesund ernähre, ist mir nicht bewusst, schließlich habe ich die Tüte, als schnellen Snack zwischendurch gekauft. Naschen hängt der Ruf des Verbotenen an. Bei der Esskastanie ist das anders. Die nussartige Frucht aus der stacheligen Hülle liefert wertvolle Kohlenhydrate, hochwertiges Eiweiss, Ballaststoffe sowie unzählige Vitamine und Mineralstoffe.

Wissenswerte Fakten, die man in einem neuen Buch von Edition Raetia nachlesen kann. Das kleine Bändchen „Apfel, Traube, Kastanie“ von Christina Niederkofler öffnet die Türen zu Südtiroler Hausapotheken. Es ist eine volksmedizinische Sammlung mit Rezepten.


Gewinnspiel  – Schreibt mir bis zum 19.11.2017 in die Kommentare, wieso ihr das Buch gewinnen wollt. Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt!

Wie immer gilt: kein Anspruch auf Durchführung, keine Umwandlung in Geld. Ich behalte mir vor den Gewinner namentlich zu nennen. Es ist ein privates Gewinnspiel.


Maronistand Bozen Weiterlesen