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Bilderbuchaussichten | Ein Spaziergang um den Altaussee

Altaussee - Steirisches Salzkammergut

Steiermark. Altaussee. Einer der malerischsten Spaziergänge 2016 war für mich die Umrundung des Altaussee im Steirischen Salzkammergut. Eine kurze, einfach zu bewältigende Strecke mit traumhafter Bergkulisse. Wer in der Gegend unterwegs ist: unbedingt vorbeischauen!

Loser, Trisselwandund Dachsteinmassiv – Kleiner haben sie es hier nicht

Meine Seeumrundung habe ich vor den Türen des Kurhotels VIVAMAYR Altaussee begonnen. Direkt hinter dem Haus befindet sich ein asphaltierter Weg. Nicht nur der Rundweg um den Altaussee führt hier entlang. Wer mag kann alternativ in die Via Salis, einem Rundweg zum Thema Salz oder in die Via Artis, den Künstlerwegen im Ausseerland einsteigen.

Ich folge dem Weg links am Seeufer entlang und erfreue mich an den Fischerhäusern, die es am Altaussee malerisch und in großer Anzahl gibt. Das ist kein Zufall, denn der See wurde früher wie heute befischt. Auf der gegenüberliegenden Seeseite werde ich später auf ein Laichschongebiet treffen.

Gleich zu Beginn passiere ich ein riesiges Fischerkreuz, welches 1880 hier am Seeufer aufgestellt wurde und ein interessantes Symbol uralter Fischertradition darstellt. Eine Tafel verrät mehr über die interessante Geschichte des Fischens hier im See, der in diesem Bereich auch Fischerndorf genannt wird.

„Die Hauptfangzeit der Fischer war die Laichzeit des Saiblings im Spätherbst, wenn der Fisch auf den Laichplätzen tief unten am See stand und das Netz darüber gezogen werden konnte.“ (Quelle: Schild)

Um die richtige Stelle zum Ziehen der Netze zu markieren, stellten die Fischer das Kreuz auf. Auf der Tafel ist genau beschrieben, wie das Einholen der Netze dann zu erfolgen hatte.

Ich folge weiter dem Uferweg, wenngleich ich nun eine Weile durch Häuser und historische Villen vom Wasser entfernt laufe. Weiter unten befindet sich die Anlegestelle der Altausseer Schifffahrt. – Jetzt im November hat sie ihre Rundfahrten eingestellt und das Solarboot liegt verlassen am Ufer. Im Sommer muss es Spaß machen, den See auf dem Wasser zu überqueren. Der Blick auf die umliegenden Berge, auf Loser und Tressenstein ist beeindruckend. Kehrt man dann mit dem Schiff zurück nach Altaussee sieht man in der Ferne das Dachsteinmassiv. Wunderschöne Bergpanoramen, die man selten in dieser Vielzahl serviert bekommt.

Aber jetzt ist Winter und ich laufe den Weg um den See. Nach den letzten Häusern wird der Weg schmaler. Ich bin fast allein unterwegs an diesem schönen, halbwegs vernebelten Novembertag. Nur wenige Spaziergänger machen dick vermummelt die gleiche Runde. Einige allein. Sie sind zur gleichen Zeit wie ich zum Kuren bei Vivamayr und der Spaziergang ist eine tolle Unterstützung unseres Bewegungs- und Entspannungsprogramms. Ohne eine Seeumrundung sollte eigentlich auch niemals  jemand aus Altaussee abreisen. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz.

Trotz Kälte ist der Weg nicht vereist. Einige Schneereste sind hübsche weiße Tupfer am Wegesrand und schüren die Vorfreude auf den kommenden Winter. Die Farben der letzten verbliebenen Beeren und Blätter leuchten wunderbar vor dem Graublau des Sees und der Berge. Und auch die handgemalten Schilder, die man rund um den See findet sind mit ihren kräftigen Farben ein Quell der Freude!

Nach etwa der Hälfte der Zeit erreiche ich die Seewiese am Jagdhaus. Hier befindet sich der Steg der Altaussee Schiffahrt. Im Sommer kann man hier Saibling essen. Meiner Vivamayr-Kur wäre das nicht zuträglich, also bin ich ganz froh, der Verlockung nicht ausgesetzt zu sein und beschränke mich auf einen Schluck Wasser mit Aussicht! – Den Grünen Veltliner vom Schild: okay, den hätte ich gern! :)

Der Weg geht nun etwas holperig über Stock und Stein und ich habe die Hlfte der Strecke geschafft. Hinter mir liegt ein Bergmassiv, schaue ich Richtung Seeseite leuchtet in der Ferne das imposante Dachsteinmassiv. Ein Platz, der übrigens auch im James Bond Film Spectre als Drehort und Schauplatz diente.

Ich komme an den Laichschonstätten vorbei, die ich eingangs bereits erwähnte und genieße die Stille, die man hier findet. Hier läuft man etwas erhöht über dem Ufer und ist von hohen Bäumen umgeben.

Das Strandcafé, was im Sommer mit Kaffee und Kuchen lockt, ist im November verlassen. Der Steg steht leer im Wasser und wartet auf neue Gäste. Jetzt wäre es zu kalt, um sich die Füsse in dem klaren Wasser zu kühlen. Kein Boot ist auf dem See. Vollkommene Ruhe.

Nach ca. zwei Stunden erreiche ich den Ort. Nun sind es nur noch ein paar Schritte bis zum Hotel. Eine aussichtsreiche, entspannte Mini-Wanderung, die man bei (fast) jedem Wetter und auch mit wenig ausgeprägter Kondition unternehmen kann.

 


Wanderung um den Altaussee – Infos

  • Dauer:  ca. 2 Stunden
  • Schwierigkeitsgrad: Einfach  – Der Rundweg verläuft immer parallel zum Seeufer und fast überall direkt am Wasser. Die Steigung ist minimal.
  • Geeignet für: Erwachsene und Kinder. Der Weg ist fast überall abgesichert.
  • Im Sommer gibt es Einkehrmöglichkeiten rundherum und Schiffahrt auf dem Altaussee.

Charis
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Der Alpenraum ist in seiner Vielfältigkeit unerschöpflich. Kaum hat man ein Tal bereist, warten hinter den Bergen schon neue Abenteuer. Ein Puzzlespiel, bei dem es fast unmöglich erscheint, es ausreichend und umfassend zu beschreiben. Ich habe es mir dennoch zur Aufgabe gemacht und berichte auf blog.wohlgeraten über Land und Leute, Unterkünfte, Küche, Architektur, Gesundheitsthemen, Wanderungen und vieles mehr.

2 Kommentare

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    Andreas Gottlieb Hempel sagt

    Sehr romantisch! Schöne Fotos! Da kriecht man gerne hinter dem Ofen hervor (obgleich in Südtirol seit Wochen die Sonne strahlt friert es nachts kräftig) und macht sich für den Frühling bereit der schon von Dir gezogenen Spur zu folgen. Danke für den Hinweis!
    Und: ein wunderschönes 2017 – ein astrologisches Sonnenjahr folgt auf das kriegerische Marsjahr 2016 – wünscht Dir und Deiner Arbeit
    Andreas

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