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Ein Wochenende in Oslo – Die besten Tipps für die Stadt am Fjord

Oslo Aker Brygge

Die Luft ist klar, der Himmel blau und der Tag, der an diesem Frühlingswochenende unendlich scheint, ist eine Viertelstunde länger als in Hamburg. Während Hamburg Anfang April auf 12,59 Tagesstunden kommt, sind es in Oslo bereits 13,15 Stunden und die Sonne wärmt. Herzlichen Glückwunsch. Denn wen kümmert es dann, dass die Höchsttemperatur im Freien nur knapp 4 Grad beträgt? Die Osloer jedenfalls nicht. Nach einem langen dunkeln Winter, sind sie nicht zu bremsen und die Zahl der Cafés und Restaurants, die ihre Tischreihen nach draußen zerren, ist schier unendlich. Ein Bild, das sich mit jeder hochsommerlichen Piazza oder Hafenpromenade am Mittelmeer messen kann.

Weil Oslo nicht nur eine der teuersten, sondern auch eine der schönsten Städte ist, die ich in letzter Zeit besucht habe, möchte ich meine Highlights der Stadt gern an Euch weitergeben. Ihr findet im Folgenden meine Top Ten (oder etwas mehr…). Und einen weiteren angenehmen Nebeneffekt vorweg: ihr findet die Schweiz danach recht günstig.

Oper – Oslo

Teuer und schön: Oslo – Kann man sich das leisten? Ja!

Vorweg ein paar Tipps, für alle, denen die Preise in Norwegen Angst machen. Norwegen gehört zu den zehn teuersten Ländern der Welt und Oslo zu den teuersten Städten. Das muss nicht schön geredet werden, aber es gibt ein paar Tipps, mit denen man sich das Leben erleichtern kann.

Flug und Unterkunft: Obwohl wir erst drei Tage vor Ostern gebucht haben, haben wir nur ca. 100 € pro Person pro Tag  incl. Anreise 8.00 – Abreise 20.00 Uhr und Frühstück in schönem Hotel mit perfekter Innenstadtlage gezahlt. Checkt die gängigen Plattformen.

♥ Tipp –  Hotel Bondeheimen – zentrale Lage, fairer Preis. Keine übertriebene Freundlichkeit, aber saubere, nett hergerichtete Zimmer. 1 A Lage. Bequem erreichbar. Umfangreiches Frühstück.

Hotel Bondeheimen – Oslo

Die Anreise vom Flughafen in die Stadt erfolgt am besten mit der Regionalbahn. Taxifahren in Oslo ist extrem teuer. Der Expresszug vom Airport fährt zwar etwas häufiger, braucht aber nur wenige Minuten weniger. In einer knappen halben Stunde ist man mit der Bahn da. Die Karten kauft man am besten am Automaten. ♥ Tipp: Automat ist günstiger als Schalter.

Mehrtagespässe für den öffentlichen Nahverkehr und Museen kann man sich sparen. Wer pausenlos von einem Museum ins nächste möchte, hat evt. einen Vorteil. Ansonsten kommt man in Oslo bei zentraler Unterkunft fast überall fußläufig sehr schnell hin, sodass Einzeltickets für den Nahverkehr völlig ausreichen.

Komplett umsonst: die Osloer Oper ist ein Wahrzeichen der Stadt. Ihr Besuch ist von außen und in der Lobby völlig kostenfrei. ♥ Tipp: Wir haben außerdem ein Mittagskonzert besucht (ca. 11 € für ein einstündiges Konzert.) Das Rathaus kann man ebenso kostenfrei besichtigen und auch dort gibt es eine Menge zu sehen (habe ich allerdings nicht gemacht).

Wer Restaurants vermeiden möchte, dem bleiben Supermärkte und Imbisse wie Narvesen und Deli de Luca in der ganzen Stadt. ♥ Tipp: Für 29 Kronen bekommt man einfache, aber gute Pølser und das zu nahezu jeder Tageszeit.

Dem Licht entgegen: moderne Architektur in Oslo

Besonders faszinierend an Oslo ist aus meiner Sicht die Architektur. Die Mischung aus historischen Gebäuden in der Innenstadt und den neu hinzugekommenen modernen Bauten am Fjord, macht die Stadt besonders spannend.

In fünf Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof erreichbar: die Osloer Oper – erbaut 2008 vom norwegischen Architekturbüro Snøhetta erinnert das Gebäude an einen gestrandeten Eisberg. Der helle Marmor leuchtet unglaublich, wenn die Sonne scheint. Überall klettern Menschen herum. Man kann um das Gebäude herumlaufen oder auf das Dach steigen. Es gibt Glas, Stein, Holz im Inneren und im Hintergrund das blaue Meer. Unbedingt sollte man in die Lobby hineingehen. Das Restaurant ist zu empfehlen.  ♥ Tipp: Balcony-Konzerte. → operaen.no

Gleich hinter der Oper sollte man sich das moderne Viertel Barcode anschauen. Moderne Architektur, die ihresgleichen sucht. Außerdem wird aktuell hinter der Oper eine neue öffentliche Bibliothek für 400.000 Bücher gebaut, die zu den modernsten der Welt zählen wird. Geplante Eröffnung 2019.

Hafencity Aker Brygge – diesen Bereich von Oslo sollte man auf keinen Fall vergessen. Die moderne Hafenpromenade mit ihren vielen Restaurants und einer tollen Marina ist belebt und einladend. Hamburg könnte sich von der Lebendigkeit dieses Stadtteils eine fette Scheibe abschneiden. Ganz am Ende liegt das Astrup Fearnley Museum mit internationaler zeitgenössischer Kunst (auch einigen Werken von deutschen Künstlern wie Polke und Kiefer). Nicht nur das Museum ist sehenswert, sondern auch das Café. Im Sommer gibt es vor der Tür einen kostenfreien Badeplatz. ♥ Tipp: der Museumsshop ist genial! → afmuseet.no/en/

Bohne statt Korn, Kräuter statt Dörrfisch – Cafés, Bars und Restaurants in Oslo

Das kulinarische Angebot in Oslo ist so umfangreich, wie in jeder anderen europäischen Stadt, wenngleich ich deutlich mehr Fischrestaurants erwartet hätte. Überdurchschnittlich oft gab es aus meiner Sicht Sushi, aber das kann auch täuschen. Ansonsten ist die Stadt ein Paradies für Kaffeetrinker. Zahlreiche Röstereien sind zu finden und dazu probieren sollte man unbedingt die köstlichen Zimtschnecken. ♠ Tipp: das Kaffeetrinken nicht zu lange herauszögern. In den meisten Cafés war am 15.30 Uhr der Kuchen nahezu ausverkauft. (doof)

Mein absoluter Favorit in Oslo: die Fuglen Espresso-, Cocktail- und Café-Bar im Vintagestyle, die es seit 1963 mit original skandinavischem Design gibt. Eine ungewöhnliche Strukturtapete an den Wänden, eigener gerösteter Kaffee und ungewöhnliche Cocktails am Abend machen die Bar auch bei den Einhemischen sehr beliebt.  – Ein Pendant zum Osloer Original gibt es in Tokyo. Das steht jetzt schon auf meiner Wishlist.  → fuglen.no

Schräg gegenüber von Fuglen und auch nicht weit weg vom Schloß befindet sich das Restaurant Gryn. Hier bekommt man recht ungewöhnliche Kreationen aus frischen Zutaten. Meine Banh Mi Waffel schmeckte lecker. Die Tom Kha Gai, die an ein Porridge mit Graupen erinnerte war schon ziemlich gewöhnungsbedürftig. → grynoslo.no 

Eine schier endlose Ansammlung von Cafés, Bars und Restaurants findet man im Stadtteil Grünerløkka. Mein Favorit ist das Bistro Ostebuttiken mit ca. zehn Zweiertischen. Hier kann man köstlichen Käse probieren oder französische Küche wie Muscheln mit Roquefort oder eine Bouillabaisse genießen. → ostebutikken.com

The Nighthawk Diner wird Amerika und Burger-Fans verzaubern. Das Ambiente und auch die Kleidung der Servicekräfte haben mich extrem an eine Diner auf der Melrose Ave in L.A. erinnert. Das Essen ist ok. ♥ Tipp: Hier bekommt man kostenfrei große Wassergläser auf den Tisch.

Genuss ohne Ende versprechen die Mathallen (Markthallen) auf der anderen Flussseite bei Grünerløkka. Hier gibt es viele unterschiedliche Stände. Fisch, Fleisch, Kuchen und überall sieht es sehr verlockend aus. Aber Vorsicht: die Preise sind zum Teil utopisch. mathallenoslo.no 

Oslo – Mathallen

Für die besten Zimtschnecken der Stadt würde ich Euch zu W.B. Samson schicken. 4,50 € muss man für so ein Schätzchen hinlegen, aber egal. Der Spaß ist es wert. Zu finden in der Innenstadt, in Grünerløkka und mehrfach auf dem Flughafen.  → samson.no

Zimtschnecke W.B. Samson Oslo

Nur die Nase platt drücken konnten wir uns zu meinem großen Bedauern am legendären Theatercafé (es hatte zu Ostern geschlossen). Es befindet sich ideal auf dem Weg von der Innenstadt nach Aker Brygge. Bei einem nächsten Besuch möchte ich es unbedingt besuchen! → theatercafeen.com

Für Aker Brygge habe ich eine Empfehlung im Astrup Fearnley Museum: in dem kleine Café sitzt man ausgezeichnet und sie haben köstliche Sandwiches im Angebot. Die vielen Restaurants am Hafenrand haben wir nicht probiert. Spannend sind aber auch die Food Trucks in der Nähe des Busbahnhofs am Anfang. Die Preise sind wie in Deutschland, dafür schmeckt es jedoch.

Ebenfalls geschlossen hatte zu meinem großen Bedauern das versteckt gelegene japanische Restaurant Izakaya. Dort soll es kleine japanische Köstlichkeiten zu vernünftigen Preisen geben. Vielleicht ein Tipp für Euch?  → izakayaoslo.com

Restaurant Izakaya – Oslo

Und ganz zum Schluß noch etwas Besonders: in der Bar Torggata Botaniske werden Cocktails mit frischen Kräutern zubereitet und serviert und zahlreiche Grünpflanzen hängen von der Decke. Das Ambiente, das an das erste „infarm“ in Berlin erinnert, ist eine Mischung aus Vintagelook, Labor und Zoohandlung. Die Bar liegt etwas versteckt, die Cocktails sind teuer, aber dafür sehr sehr gut! Ich finde, es lohnt. Nur Getränke, keine Snacks, netter Service. Ab 17.00 Uhr. →facebook.com/Torggata-Botaniske

 

Design, Stationary und Trödel  – Shopping Tipps für Oslo

Im Gegensatz zu London oder anderen Städten halten sich die Norweger, ähnlich wie in Deutschland ziemlich gründlich an die Feiertage. Trotzdem waren wir ein wenig bummeln und die schönsten Läden waren für mich diese hier:

Lush Dive – dieser geniale Stationary Laden liegt in Grünerløkka. Neben Marken wie Kaweco und Leuchtturm aus Deutschland, finden sich die Schätzchen von Midori und einige unbekanntere japanische Firmen, die ich in Deutschland so noch nicht entdeckt habe. → facebook.com/lushdive/

Lush Dive – Stationary - Oslo

Im gleichen Stadtteil befindet sich der kleine Trödelladen Inventarium. Hier ist es wie überall im Flohmarkt-Style: hingehen, schauen und mit Glück etwas entdecken. ♥ Tipp: Wer absolut nichts findet: in der Umgebung gibt es noch einige ähnlich geartete Läden. → facebook.com/inventariumet/

Inventarium – Grünerlokka Oslo

Das Kulturzentrum Bla sollte man sich so oder so notieren. Es befindet sich zwischen Grünerløkka und der Innenstadt. Hier findet man jede Menge Streetart an den Wänden, am Abend finden Veranstaltungen statt und wir hatten das Glück einen Mini-Flohmarkt zu besuchen.  Von der Innenstadt aus ist das Bla auch am Abend bequem zu Fuss zu erreichen.

Bla Oslo

Wer den Hipster-Style vom Prenzlauer Berg mag, dem könnte das Luck gefallen. Von Mode über Grünpflanzen bis zu Porzellan, findet man hier alles, was das Norweger-(Hipster)-Herz begehrt. →luckoslo.squarespace.com

Luck – Oslo

Der wohl beste Grund überhaupt oder noch einmal Kinder zu bekommen, ist der kleine Laden Kool Kidz. Selten habe ich eine lustigere und witzig gestaltete Auswahl für die Kleinsten gesehen. →www.koolkidz.no

 

 

Und das waren auch schon meine Tipps. Wer sich in der großen Auswahl der Museen nicht entscheiden mag, könnte sich wie wir in das Fram Museum begeben. So schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Überfahrt mit einem der Boote bietet fantastische Aussichten auf Aker Brygge und das Museum selbst ist mit den beiden riesigen Expeditionsschiffen im Inneren und den zahlreichen Infos für Kinder wie Erwachsene unbedingt sehenswert! →frammuseum.no

Oslo by night

 

 

 

 

 

 

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Charis

Travelblogger, Journalist, Online-Shopmanager bei wohlgeraten.de – blog.wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von Wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit Wohlgeraten mache.
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