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Was ganz psunders im Vinschgau: Gasthof Zum Riesen in Tarsch

Gasthaus zum Riesen Tarsch

Alexandra Dell’Agnolo zündet die letzten Kerzen an, als eine Horde Architekturbegeisterter in ihr Elternhaus einfällt. Das klingt gefährlicher als es ist, denn Gäste ist die charmante Südtirolerin durchaus gewohnt. Vielleicht nicht immer so viele, wie es heute zu den „Tagen der Architektur“ in Südtirol geworden sind, aber immerhin beständig, denn schließlich betreibt sie die Pension Gasthof „Zum Riesen“ in Tarsch.

Die geborene Vinschgauerin ist in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten, hat das elterliche Anwesen, welches schon seit jeher als Herberge und Gasthaus genutzt wird, zu einem warmen Ort der Begegnung und einem wunderbaren Rückzugsort gemacht. Zusammen mit ihrer Schwester, der Architektin  Sylvia Dell’Agnolo, sanierte sie das Haus  von den Grundmauern auf. Eine schwierige und langwierige Herausforderung, bei der die Schwester sie jedoch, durch ihr umfassendes Wissen über die traditionelle Bauweise in Südtirol ausgezeichnet unterstützen konnte. – Was entstanden ist, verdient mit gutem Gewissen das Prädikat: Historic Refugium, so wie sie es selbst auf ihrer Webseite nennt.

Alexandra dell'Agnolo - Gasthaus zum Riesen Tarsch

Wie alles begann

„Das ist unser Elternhaus. Hier sind wir aufgewachsen. Es war immer das Dorfgasthaus.“ erzählt Sylvia Dell’Agnolo, die dem Haus eine neue moderne Sprache gegeben hat. Gemeinsam mit ihrer Schwester haben sie den Gasthof, der seine Ursprünge im 14.Jahrhundert hat zu neuem Leben erweckt.

Gasthaus zum Riesen Tarsch

Sie haben die unsensiblen Spuren der siebziger Jahre mit alten Betonbalkonen beseitigt, alte Strukturen wieder sichtbar gemacht und neue zeitgemäße Elemente in die Architektur eingefügt.

Entstanden ist eine gemütliche Pension, die den Spagat zwischen Tradition und Moderne spielend schafft.

Architektin Sylvia dell'Agnolo - Gasthaus zum Riesen TarschAlexandra dell'Agnolo - Gasthaus zum Riesen Tarsch

Empfangen wird der Gast in einer Diele, die den Mittelpunkt des Hauses ausmacht und über eine grobe Steintreppe zu erreichen ist.  Diese Treppe mag früher eine Außentreppe gewesen sein. Die Stallungen lagen im Keller, im Erdgeschoss gab es schon immer eine Gaststube.

Später hat jeder, der etwas Geld hatte etwas angebaut, die Wände verziert oder andere Neuerungen geschaffen.

Das opulente Deckengemälde mit Maria Verkündigung ist im 16. Jahrhundert zu datieren. Es wurde bei den Umbaumaßnahmen aufwendig restauriert. Heute steht darunter im Obergeschoss ein Flügel und die Türen führen in die verschiedenen Gästezimmer. Ursprünglich waren es Privatzimmer, die erst in den siebziger Jahren zunächst in eine Männer- und eine Frauenkammer umfunktioniert wurden. Das gab lustige Abende, wie die Hausherrin lachend berichtet, denn Durchreisende machten hier Halt, weil sie Handel im oberen Vinschgau betrieben. Auch die Familie der Dell’Agnolos handelte zu dieser Zeit mit Nussholz und Tee. Nur der Gasthof bestand als zentraler Treffpunkt im Dorf schon immer.

Gasthaus zum Riesen TarschDeckenbemalung - Gasthaus zum Riesen TarschFlügel - Gasthaus zum Riesen Tarsch Christusfigur - Gasthaus zum Riesen TarschFenster - Gasthaus zum Riesen Tarsch

In Frauenhand

Das Gasthaus wurde über all die Jahre von den Frauen der Familie betrieben und diese Tradition setzt sich bis in die Gegenwart fort. So hängt in der guten Stube des Hauses neben anderen Ahnen ein handcoloriertes Bild der Mutter, welches Alexandra voller Bewunderung für ihre Schönheit weiter in Ehren hält. Es hat einen besonders schönen und gut sichtbaren Platz verdient.

Gaststube - Gasthaus zum Riesen TarschMutter - Gasthaus zum Riesen TarschFenster - Gasthaus zum Riesen Tarsch Gaststube - Gasthaus zum Riesen Tarsch

Einen kleinen Teil des Räumlichkeiten nutzen die Dell’Agnolos noch heute privat. Das ist besonders dort sehr charmant, wo man einen winzigen Blick in die Küche werfen kann und der Blick auf rot weiße Gardinchen und ein ebensolches Wachstischtuch freigegeben wird. Anheimelnder kann die Ausstattung eines hollywoodreifen Filmsets auch nicht sein.

Gasthaus zum Riesen Tarsch 

Entspannung mit Aussicht

Wir dürfen einen Blick in die neu gestalteten Gästezimmer werfen und sind durch und durch begeistert. Aus kleinen Kammern wurden liebevolle Traditionszimmer mit modernen Badezimmerelementen. Ob die alten Betten nachts gemütlich knarren frage ich mich. Der Ausblick aus den Fenstern auf das obere Vinschgau ist jedenfalls betörend und ich mag mich kaum abwenden. Auch die vielen kleinen Details, wie alte Glaskaraffen und hübsche weiße Gardinchen und Vorhänge treffen meinen Geschmack.

Im ganzen Haus stehen frische Blumen und jede Vase ist anders.

Vinschgau Panorama TarschFenster - Gasthaus zum Riesen TarschZimmer traditionell - Gasthaus zum Riesen TarschZimmer traditionell - Gasthaus zum Riesen Tarsch Vorhang Tür - Gasthaus zum Riesen TarschZimmer traditionell - Gasthaus zum Riesen TarschBadewanne - Gasthaus zum Riesen Tarsch

Wer es moderner mag, bezieht ein Zimmer zum Egghof hin, der auf der Rückseite des Hauses an schließt. Die mit Holz verschalten Balkone schützen und vermitteln gleichzeitig einen Hauch von modernem Wohndesign. Schlichte Holzmöbel sparsam gemischt mit ein paar Antiquitäten verleihen den Räumen Gemütlichkeit.

Wer abschalten mag, der findet in einer kleinen Sauna Ruhe und Entspannung.

Zimmer neu - Gasthaus zum Riesen TarschZimmer neu - Gasthaus zum Riesen TarschRückfront - Gasthaus zum Riesen TarschSauna - Gasthaus zum Riesen TarschRückfront - Gasthaus zum Riesen Tarsch

Im Erdgeschoss des Hauses füllt sich derweil die Gaststube, in der Hausgäste am Abend speisen können. Auch ein gutes Glas Prosecco darf hier in Südtirol am Abend natürlich nicht fehlen.

Gaststube - Gasthaus zum Riesen Tarsch

Nur ungern verlassen wir an diesem Abend Tarsch. Die große Glyzinie, die sich eng an das Haus schmiegt, leuchtet in der Abendsonne. Auf der Karte locken Vinschger Köstlichkeiten und in einem Mauervorsprung warten Bücher auf einen Abend mit einem guten Glas Wein.

Glück haben die, die bleiben dürfen. Eine Nacht kostet 70-75 € pro Person mit Frühstück. Ich denke, beim nächsten Besuch stecke ich die Zahnbürste ein und bleibe…

Gaststube - Gasthaus zum Riesen TarschBücher Menü - Gasthaus zum Riesen TarschGlyzinie - Gasthaus zum Riesen TarschGasthaus zum Riesen Tarsch


Karpoforusweg 1
39021 Tarsch im Vinschgau
Südtirol, Italien
Tel. +39 0473 720081


Tipps zur Anreise nach Südtirol

Die beste Pkw-Route Richtung Südtirol ist nach wie vor der Brenner. Die Autobahn umgehen sollte nur, wer nicht durchreist, sondern in Südtirol bleibt. In diesem Falle empfehle ich die alte Landstraße über den Brenner.  Sie bietet etwas mehr Abwechslung. Mehr Zeit muss man allerdings einplanen.

Als alternative Route gerade für das Vinschgau bietet sich der Reschenpass an. Landschaftlich sehr schön, mit vielfältiger Verlockung zum anhalten, pausieren. Die Fahrzeit hinein ins Vinschgau und hinunter ins Meraner Land sollte man nicht unterschätzen. Etwas Geduld tut gut.

Wer gern Kurven fährt, dem sind Jaufenpass und Timmelsjoch ans Herz gelegt, allerdings können diese in den Wintermonaten nicht durchgängig befahren werden.

Wer sich umweltgerechter verhalten möchte, findet geeignete Anreisemöglichkeiten mit Bus und Bahn auf der offiziellen Südtirol-Seite  http://www.suedtirol.info/ oder hier: Mit der Bahn nach Bozen http://www.suedtirols-sueden.info/de/

In vielen Regionen Südtirols kann man sich gut und bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit Fahrrädern bewegen.

Presse - Gasthaus zum Riesen Tarsch

→ Den Gasthof Zum Riesen in Tarsch habe ich anlässlich einer Führung der Tage der Architektur in Südtirol besichtigt. Zu diesen Tagen war ich von der IDM Südtirol eingeladen. Worüber ich berichte, ist mir überlassen. Alle Beiträge spielen meine persönlichen Eindrücke wieder.

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Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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