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Wanderung | Wilde Wasser Weg im Stubaital

Wilde Wasser Weg Stubaier Alpen

Das Stubaital bietet mit seinen bis zu 3500 m hohen Gipfeln eine traumhafte Bergkulisse zu allen Jahreszeiten. Wer es im Sommer erwandern mag, dem bieten sich vielfältige Routen mit hohem, mittlerem und einfachem Schwierigkeitsgrad an. Eine Variante ist der in drei Etappen begehbare Wilde Wasser Weg weit am Ende des Tals.

Die ersten Jahre kannte ich das Stubaital lediglich unter einer schützenden Haube weißen Schnees. Almen wie die Grawaalm und Tschangelair Alm besuchte ich nach dem langen Tag am Skihang und vieles was rechts und links des Weges lag und man nur kennenlernt, wenn die Wiesen vom Schnee freigetaut sind, blieb mir verborgen.

Schneeverliebt Gletscher Chalet Stubaital

Im Oktober nun hatte ich das Glück einige herbstliche Wandertage in den wunderbaren Gletscher Chalets in Ranalt zu verbringen. Neben schönen Stunden in der Hütte mit Kochen, Saunabesuch etc. machte ich zahlreiche Fotos und ging vor allem wandern. Der Wilde Wasser Weg passte perfekt: er beginnt direkt vor der Haustür!

Ranalt Talblick Stubaital

Aufstehen und loswandern: Von den Gletscher Chalets zum Grawa-Wasserfall

Meine Wanderkondition ist selten so gut, dass ich mich damit rühmen wollte. Und so war es auch hier, weshalb ich froh war, nach der langen Anfahrt von Hamburg zunächst eine einfache Wanderung unternehmen zu können.

Ich hatte mich für den relativ neu angelegten Stubaier Wilde Wasser Weg entschieden, den man in verschiedenen Etappen und mit unterschiedlich starkem Anspruch an die Kondition laufen kann. Mein Plan war es von der Grawalam zur Sulzenau-Alm aufzusteigen und von dort dann bergab, entlang des Wasserfalls durch das Tal nachhause zu laufen. So weit so gut… Wandern heißt ja auch immer: Es kann auch anders kommen.

Charis - Wandern im Stubaital


Wilde Wasser Weg im Stubai - Die Etappen

Gesamtlänge 10 km – Höhenunterschied 1200 m

Etappe 1 – leicht
Ranalt – Ruetz Katarakt – TschangelairAlm – Grawa Wasserfall – Grawaalm
Gehzeit 1,5 Std Höhenunterschied 120 m

Etappe 2 – anspruchsvoll
Grawa Wasserfall – Sulzenau Alm – Sulzenauhütte
Gehzeit 2,5 Std Höhenunterschied 660 m

Etappe 3 – schwer
Sulzenauhütte – Sulzenauferner (Gletscher)
Gehzeit 1,5 Std Höhenunterschied 400 m


Wenn man die Gletscher Chalets verlässt, geht man nur wenige Meter vom Haus aus hinunter und erreicht die Gletscherstraße. Hier muss man sich entscheiden. Entweder läuft man durch den Ruetz Katarakt die gesamte erste Etappe aufwärts, folgt dem tosenden Wasser und geniesst den Ausblick auf Gletscher und Stubaier Alpen. Oder man nimmt zunächst den Bus (der häufig genug kommt) und fährt ein paar Stationen talaufwärts Richtung Mutterbergalm. So habe ich es gemacht.

grawaalm-blick-wasserfall

An der Haltestelle zur Sulzenau-Alm und Hütte steigt man aus und überquert auf der linken Straßenseite die Ruetz.

Große Tafeln verweisen hier auf die Seven Summits Stubai, auf die ich an dieser Stelle nicht länger eingehen möchte. Eine Wandertafel informiert, ob Alm und Hütte geöffnet haben und was es sonst noch zu beachten gibt.


Seven Summits - Stubai

Das Tiroler Stubaital wird von zahlreichen Dreitausendern und 80 Gletscherfeldern umsäumt. Ortskundige Wander- und Bergführer haben sieben der schönsten und bekanntesten Gipfel zu den Seven Summits Stubai erwählt.
Es sind nicht die höchsten, aber die prägnantesten Berge des Stubai und lohnende Ziele für jeden Alpinisten.

Bei den Seven Summits Stubai geht es nicht darum die meisten Höhenmeter zu erklimmen, sondern zu erkennen, was den Einwohnern diese Berge bedeuten. Die Seven Summits sind über das gesamte Stubaital verteilt. Wer alle sieben auf einen Blick sehen möchte, hat die Chance auf dem Aussichtsplatz der Starkenburger Hütte. Infostelen informieren dort über die Hintergründe und Geschichten der einzelnen Berge. Infotafeln und Hinweisschilder findet man aber auch sonst im gesamten Talbereich.


Möchte man nun die zweite und dritte Etappe des Wilde Wasser Weges hinauf zur Sulzenaualm und -hütte laufen, muss man direkt hinter der Brücke auf zwei Wegmarkierungen achten. Die erste geht nach rechts und kurz danach kommt ein weiterer nach links den Berg hinauf. Den habe ich leider übersehen und erst nachdem ich oben an der Mutterbergalm ankam, war mir so richtig klar, dass ich falsch gelaufen war.

Ich kann deshalb nur den unteren Teil des Wilde Wasser Weges beschreiben, denn ich bin dann einfach irgendwann umgekehrt und habe die Wanderung talwärts genossen.

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Grawaalm – Grawa-Wasserfall – Tschangelair-Alm

Kommt man nun aus Richtung Sulzenau herab, eröffnet sich weithin, bereits von der Straße her gut sichtbar, der eindrucksvolle Grawa-Wasserfall.  Dieser Wasserfall ist ein Naturdenkmal Tirols und ein Aufenthalt in direkter Nähe fördert die Gesundheit nachweislich.

Durch den Aufprall des Wassers verstäubt die Flüssigkeit in ein feines Aerosol, welches durch die Atemwege in den Körper gelang. Hält man sich nun eine halbe bis ganze Stunde in direkter Nähe des Wasserfalls auf, werden Krankheitsbilder wie Asthma und Allergien verbessert und die Atemwege gereinigt. Auch gestresste Personen finden Linderung für mögliche Symptome. Ich habe mich eine ganze Weile hier aufgehalten und empfand das Klima als angenehm erfrischend.

Mit der Neuanlage des Wilde Wasser Weges wurde unterhalb vom Grawa-Wasserfall eine tolle Plattform geschaffen, auf der man in Holzliegen super entspannen kann. Licht, Geräusche und Naturschauspiel sollte man hier einfach mal auf sich wirken lassen. Eine große Tafel erklärt Hintergründe. Kinder werden viel zu staunen und umherzufliegen haben.

Der Grawawasserfall ist über einen speziellen Weg auch für weniger gut konditionierte und in ihrer Bewegung eingeschränkten Personen zu erreichen.

Die Grawaalm ist ganzjährig bewirtschaftet und lohnt in jedem Falle für einen Kaiserschmarrn oder eine Brotzeit. Ich erlebte sie immer recht gut besucht, aber dabei auch sehr gemütlich!

Blick zur Grawaalm - Stubaital

oben: Blick zur Grawaalm - unten: Wasserfall mit Plattform

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Vom Grawa-Wasserfall geht es nun auf einem breiten Weg mit viel Aussicht talabwärts. Der Wilde Wasser Weg verläuft stets entlang der Ruetz und in Sichtweite der Gletscherstrasse.

Immer wieder sind Schautafeln aufgestellt, die entweder Auskünfte über die geologische Beschaffenheit der Region geben, auf besondere Aussichten verweisen oder die Natur einfach nur thematisch behandeln (Tafeln mit Zitaten zum Thema Wasser, Wasser im Volksmund usw.).

Sitzgelegenheiten und Plattformen laden zum verweilen oder picknicken ein. Wer mag, baut am Wasser eines der zahlreichen Steinmannl auf, die spätestens mit der nächsten Schneeschmelze umgerissen werden und so Jahr für Jahr neue Erbauer suchen.

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An der Tschangelair Alm habe ich noch eine gute Suppe und ein Glas Wein genossen, ehe ich endgültig nach Ranalt zurückkehrte. (Für diese Alm gibt es eine extra Beschreibung.)

Für Hinweise und Fragen zu dieser Wanderung ist Platz in den Kommentaren. Ich freue mich!

 

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Grawaalm auf dem Weg zum Stubaier Gletscher

Bushaltestelle Sulzenau – 5 – 10 min Fussweg zur Hütte
http://www.grawa-alm.com/grawa.htm

Tschangelair-Alm auf dem Weg zum Stubaier Gletscher

Bushaltestelle direkt vor der Tür
Fangfrischer Fisch (im Sommer) und Stubaier Köstlichkeiten aus eigener Landwirtschaft!
http://hoferwirt.at/tschangelair-alm.html

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Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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1 Kommentare

  1. Monika Seidel sagt

    Kannst Du sagen, ab wann man den Weg begehen kann? Ist der Mai noch zu früh?
    Liebe Grüße Monika

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