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Von kleinen und von großen Fischen. Und vom Nein-Sagen.

Ich bin sauer.

Nicht ein wenig, sondern sehr.

steinmaennchen

Warum?

Vor wenigen Tagen wurde ich angerufen. Ein Marktforschungsinstitut suchte Teilnehmer für eine Studie. Es ging um Nutzung von Daten in der Cloud und ob, wie und wieso Firmen wie meine solche Möglichkeiten nutzen.

Das Interesse von Seiten des Institutes war groß.  Ich wurde sehr umworben und gebeten, mich doch an der Studie zu beteiligen. Kundendaten wären nicht Bestandteil des Interesses. Ich konnte nach Sicherstellung dieser Hauptvoraussetzung also meine anfängliche Skepsis besiegen. So weit so gut. Eine Aufwandsentschädigung in angemessener Höhe wurde in Aussicht gestellt, ein Termin vereinbart.

Ich hielt mir den Tag frei.

Heute nachmittag nun klingelt das Telefon. „Liebe Frau… , ich rufe an wegen unserem Termin am Donnerstag. Ich hatte Ihnen doch gesagt, dass die Aufwandsentschädigung…?“  – in meinem Falle nun ein Drittel niedriger ausfallen sollte als vereinbart. Wie bitte??? Ich glaubte nicht so ganz richtig zu hören und bat dies gründlich zu hinterfragen, da ich ansonsten den Termin absagen müsste. Als Begründung nannte man mir, dass mein Unternehmen ja sehr viel kleiner sei und ein zweistündiger angedachter Workshop an einem zweiten Tag daher komplett wegfallen könnte. Der Workshop, nach dem ich bereits bei Terminvereinbarung gefragt hatte und der mir bereits zu diesem Zeitpunkt als überflüssig versichert wurde.

Ich spreche hier in diesem Artikel  über einen Geldbetrag, der von Anbeginn an ganz, ganz deutlich nur im dreistelligen Bereich angesiedelt war. Der Termin ist inzwischen abgesagt, weil man meint, dass man einem kleinen Unternehmen wie mir solche Tagessätze nicht zahlen müsste. Ich frage mich nun,  was man dort glaubt.

Denken die in irgendeiner Weise darüber nach, dass ich als Geschäftsinhaberin hier einen kompletten Arbeitstag zur Verfügung stellen würde? Würde man auf die Idee kommen einem Geschäftsführer einer größeren Firma einfach so zwei Tage vor Termin den Tagessatz um ein Drittel zu kürzen?

Es geht um Grundsätzliches. Um die Wertschätzung die kleinen Firmen, Einzelunternehmern, Selbstständigen und Freiberuflichen in unserer Gesellschaft entgegengebracht wird. Ich wehre mich dagegen. Ich habe einfach keine Lust mehr ständig die kleinen Brötchen zu essen, während große Unternehmen mit einem Vielfachen unserer Tagessätze belohnt werden und sich zeitgleich die Öffentlichkeit über die unsauberen Geschäftsmethoden derselben Unternehmen aufregt.

Mein Donnerstag wird nun ein freier Tag. Klar. Ich bin enttäuscht. Ich hatte mich nicht zuletzt auf die Entlohnung gefreut und mir überlegt, wie ich die geschickt reinvestiere. Nun bleibt’s.  Ich werde aber auch in Zukunft nicht den Schwanz einziehen. Weil ich möchte, dass sich was verändert. Lieber lehne ich etwas ab, als dass ich Konditionen akzeptiere, die nicht fair sind. Und wer ähnlich denkt wie ich, der macht mir mit einem kleinen Fingerzeig Mut, empfiehlt mich vielleicht weiter, bestellt vielleicht wieder mal bei mir und macht mir damit eine große Freude! Danke!

Charis

 

 

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Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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2 Kommentare

  1. Kleine Unternehmen sind eine tragende Säule unseres Wirtschaftssystems. Große Idioten verstehen das nicht. Hast Du gut gemacht!

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