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Trüffelsuche in der Provence – Hotel Crillon le Brave

Frankreich. Crillon le Brave. Ins Sonnenlicht getaucht, strahlen uns die Mauern des ehrwürdigen Hotels Crillon le Brave schon von weitem entgegen. Nach einem beeindruckenden Flug über die Alpen sind wir am Flughafen Marseille gelandet und nach einer weiteren Stunde Fahrzeit in Crillon le Brave, am Rande der provenzalischen Voralpen angekommen. Die Mandelbäume stehen in voller Blüte. Durch die Zweige entdecken wir den schneebedeckten Gipfel des Mont Ventoux (1912m).Wenn mir jemand erzählte, es sei der Fujiyama, ich würde es fast glauben. Es ist Mitte März. Die letzten Tage der Trüffelernte sind angebrochen und genau deshalb sind wir hier. Ich bin schrecklich aufgeregt, ob wir etwas finden werden und vor allem gespannt auf den Hund. Eine Trüffelsuche gehört zu den Erlebnissen, die ich mir schon lange einmal gewünscht habe.

Eingang Hotel Crillon le Brave | Provence | Relais et Chateauxblick-aus-dem-flieger Crillon le Brave | Provencemont-ventoux

Unser Zimmer ist noch nicht ganz fertig. Also bummeln wir zunächst durch die Gassen und genießen die Aussicht. Crillon le Brave liegt leicht erhöht und man hat eine traumhafte Aussicht auf Weinreben, Lavendelfelder und Sandstein-Häuser rings herum.

Das Dorf im Dorf – Geschichte des Hotel Crillon le Brave

Das Hotel Crillon Le Brave liegt inmitten des gleichnamigen 700 Seelen Dorfes und ist gleichzeitig ein Teil von ihm. Es besteht aus mehreren provenzalischen Steinhäusern unterschiedlicher Größe, die mit viel Liebe zum Detail umgebaut wurden, ohne sie mit Technik zu überfrachten. Während der Kanadier Peter Chittick im Jahre 1989 mit nur einem Haus – dem Maison Roche – und sechs Zimmern begann, hat sich die Herberge heute in eine großzügige, mit vielen Vorzügen ausgestattete Anlage verwandelt, die dem feinen Verbund der Relais et Chateaux Hotels angeschlossen ist.

Die Restaurants, Zimmer und Suiten sind auf unterschiedliche Häuser verteilt, die die Namen der früheren Besitzer tragen. Eins zum Beispiel, das kleinste, gehörte früher dem Lehrer und heißt La Sousto. Das Haus daneben, in dem früher der Notar Salomon seine Amtshandlungen vollzog, beherbergt heute einen gemütlichen Aufenthaltsraum mit Kamin, der an kalten Tagen knistert. Darüber, in den ehemaligen Wohnräumen, befinden sich Gästezimmer unterschiedlicher Größe. Die Aufteilung wurde möglichst unverändert gelassen, um den Räumen mit den alten Holzdecken, Balken und Bögen ihren typischen Charme zu erhalten. Fahrstühle gibt es keine.

Die Wände sind in zarten Pastelltönen gehalten, ebenso wie Möbel und Vorhänge. Bilder an den Wänden zeigen entweder alte, handgepresste Pflanzen der Region oder Fotos der traumhaft schönen Landschaft in der Umgebung.

Die alten Wege und Steintreppen zwischen den Häusern sind geblieben und dürfen theoretisch, da es ein Wegerecht gibt, noch heute von allen Crillonern gleichberechtigt mitgenutzt werden. Das Hotel steht an einem zentralen Punkt im Ort, direkt neben Rathaus und Kirche und ist trotzdem kein Fremdkörper. Eine mitten in der Hotelanlage liegende Wohnung, die in Privatbesitz ist, zeugt von dem friedlichen Miteinander und macht den Ort einmal mehr zu etwas ganz Besonderem.

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Der Nachmittag gehört uns. Ich durchstreife die Anlage, erfreue mich an dem 26°C warmen Pool, den man schon nutzen kann, entdecke den Bouleplatz und suche die im Garten an den Wegen wachsenden Kräuter der provenzalischen Küche nach den ersten Blättchen ab. Außerdem freue ich mich über den kleinen Willkommensgruß auf dem Zimmer. So ein kleines Schlückchen Rosé lässt sich an solchen Tagen zu früher Stunde schon ertragen.

Hotel Zimmer Crillon Le BraveProvenzialische Seife | Hotel Crillon Le Brave Willkommensgruß | Hotel Crillon Le BraveKräutergarten | Crillon Le Brave Boulespiel Crillon Le Brave Bouleplatz Crillon Le Bravesteintisch-terasse-crillon-lebrave

Eine Weinprobe, Trüffelsuche, Trüffelzubereitung und wieder eine Weinprobe…

Am Abend beginnt das eigentliche Programm des Trüffelwochenendes, bei dem wir mit einer kleinen Weinprobe und edlen Tropfen der Domaine du Tix auf die genussvollen Tage eingestimmt werden.

Die Gäste sind willkommen. Das spürt man sehr. Nicht nur der Direktor des Hotels Sébastien Pilat ist anwesend, auch Marina, die freundliche und allzeit bemühte Eventmanagerin und der sehr ambitionierte Sommelier Benoît Liébus.

Im Restaurant Jérôme Blanchet erwartet uns eine kleine feine Karte. Jeden Abend werden wir daraus wählen und das mehrgängige Menü mit köstlichem Käse abschließen. Bis auf den Samstagabend, denn dann steht für alle Teilnehmer des Wochenendes ein Trüffel-Menü auf dem Programm.

Vinetasting Hotel Crillon Le BraveDinner Restaurant Hotel Jérôme Blanchet | Crillon Le Brave Restaurant Jérôme Blanchet | Hotel Crillon Le BraveFrühstück im Hotel Crillon Le Brave

Am Freitagvormittag starten wir nach einem ausgiebigen Frühstück zur Trüffeljagd nach La Truffe du Ventoux. Eric Jaumard betreibt sein Anwesen bereits seit ca. 20 Jahren und führt uns ausführlich in die Kunst des Trüffelanbaus ein. Wir lernen den Trüffelhund kennen und suchen mit ihm in einer Plantage aus Eichen nach dem schwarzen Gold.

Alles in allem so spannend und vielseitig, dass ich dies an anderer Stelle beschreiben werde. Nur so viel: Es war leichter als ich dachte und gefunden haben wir auch etwas. Hier ist der Beweis:

Trüffelsuche | La Truffe du VentouxLa Truffe de Ventoux | Trüffel-Fund trueffelbrot

Da der Tag nach Suche und ausführlicher Trüffelverkostung noch jung ist, entscheiden wir uns für einen kleinen Abstecher nach Avignon. Herrlich ist es in das trubelige Leben der französischen Stadt einzutauchen. Ich freue mich, als wir ein besonders gemütliches Café entdecken und genieße eine wunderbare Tarte au Citron. Wer mag, findet in der alten Stadt der Päpste jedoch außerdem Kultur und Museen und unter uns: Gründe durch Geschäfte zu bummeln gibt es immer…!

So vergehen die Stunden wie im Flug und schon bald ist der Samstagmittag gekommen, an dem wir zu einer Kochvorführung von Jérôme Blanchet in die Küche des Bistro 40K eingeladen sind.

Das Bistro 40K ist eine Besonderheit des Hotels Crillon Le Brave. Es befindet sich inmitten der Anlage und bietet im Sommer  auf einer wunderbar schattigen Terasse kleine Speisen und Getränke an. Alle haben eine signifikante Gemeinsamkeit: die Zutaten stammen aus Betrieben, die sich im Umkreis von 40 km befinden. Oliven gibt es, Honig, Käse, Wein usw.. und natürlich Trüffel! Beef gibt es nicht. Das nämlich stammt aus Arles und ist somit außerhalb der selbst gewählten Bannmeile. Ein tolles Konzept!

Bistro 40K | Hotel Crillon Le BraveSelbstgewählter Bannkreis der Zutaten des 40K Wandbilder Bistro 40K | Hotel Crillon Le Brave

Jérôme, der u.a. schon im Negresco in Nizza gearbeitet hat, kocht wie ein Weltmeister. Mit Freude und Geschick erklärt er uns die Zubereitung eines Muschel-Soufflés mit schwarzen Trüffeln und eines Risottos aus kleinen Nudeln. Seine Tipps und Hinweise sind sachlich. Einges kann auf andere Gerichte gut übertragen werden. Der Trüffel ist das i-Tüpfelchen, die Rezepte sind auch ohne ihn realisierbar. Und dass am Ende probiert werden darf, ist Teil dieses scheinbar nicht enden wollenden Genuss-Wochenendes. Wenn es so weitergeht, platze ich irgendwann. Aber ein Verzicht auf diese Köstlichkeiten? Undenkbar!

Jérôme Blanchet | Hotel Crillon Le Brave

Am frühen Nachmittag geht es wieder in die Fahrzeuge. Wer einen Mietwagen hat, fährt selbst. Andere werden mit dem Taxi chauffiert. Wir fahren in das ca. 40 km entfernte Chateau de la Nerthe, welches zu den berühmten Châteauneuf du Pape Gütern gehört. Nach einer interessanten Führung durch den dunklen Weinkeller wird auch hier verkostet. Über zwanzig Jahre alte Weine und ein köstlicher Brandy verwöhnen unsere Gaumen.

eingang-chateauneufdupapeweinschrank-crillonlebrave tonkruege-crillonlebrave

Nun steht nur noch das Trüffelmenü an, welches wir am Abend mit viel Ruhe und Freundlichkeit serviert bekommen. Es ist stets begleitet durch die gute Beratung des Sommeliers, der jedem Gast den passenden Wein empfehlen und dem Budget entsprechend vorschlagen kann. Ein Carpaccio aus Saint-Jacques Muscheln mit Trüffeln ist mein absoluter Favorit. Gegen Mitternacht fallen wir ins Bett und leider heißt es nun bald Abschied nehmen.

Innenhof, Regen | Hotel Crillon Le Bravecarpaccio kaese-crillon-le-braveRestaurant Jérôme Blanchet | Hotel Crillon Le Brave

Abschied von Crillon Le Brave und Marktbesuch in Isle sur la Sorgue

Am nächsten Morgen öffne ich ein letztes Mal die Vorhänge, hinter denen sich die heute regennassen Hügel der Provence auftun. Ein schönes Ritual, wenn man die wenigen notwendigen Handgriffe noch mechanisch vollziehen kann: die Vorhänge öffnen und schließen, das Wasser mit kalt- und heiß mischen, bis es die richtige Temperatur erreicht. In Crillon Le Brave ist nicht alles automatisiert. Ich finde, dass auch das entschleunigt.

Vorhang auf!

Bei Regen erreichen wir den nahegelegenen Ort Isle sur la Sorgue, in dem sich allsonntäglich Bauern und Antiquitätenhändler zu einem bunten Markt einfinden. Wir streichen durch die Gassen und kleinen Ausstellungsräume und krönen unseren Ausflug in die Provence mit einer riesgen Meeresfrüchte-Platte.

Markt | Isle de la SorgeFischstand Markt | Isle de la Sorge Meeresfrüchteplatte | Markt | Isle de la Sorge

Nun sind wirklich keine Wünsche mehr offen, bis auf den, recht bald wiederzukommen. Die provenzalischen Voralpen und vor allem das unglaublich stilvolle Hotel Crillon Le Brave haben sich einen festen Platz in meinem Traumzielen erobert!


Hotel Crillon Le Brave

Fünf Sterne Hotel – Mitglied von Relais & Châteaux
Place de l’église
F-84410 Crillon le Brave

T +33 (0)490 65 61 61
www.crillonlebrave.com


Die Trüffelwochenenden finden in der Zeit von November bis März statt. Preis 1200 € für 2 Personen/3 Nächte incl. Frühstück, HP und Trüffelsuche.

In der Umgebung kann man wandern – der Mont Ventoux befindet sich in Sichtweite, hoteleigene Räder laden zu Touren durch Lavendelfelder ein. Sportlicher geht es auf 1600 Höhenmetern über 21,5 km den Mont Ventoux hinauf, an dem alle Jahre auch eine Etappe der Tour de France entlangführt. Das Hotel ist ausgesprochen hilfsbereit in der Planung sämtlicher Aktivitäten. Ich habe nur sehr selten eine einladendere Atmosphäre erlebt!

Das Hotel Crillon Le Brave hatte mich zu diesem Wochenende eingeladen. Herzlichen Dank dafür! Alle Eindrücke entsprechen meinen gemachten Erfahrungen. Einige Fotos stammen von Peter Breuer. Auch ihm ein herzliches Danke!

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Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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3 Kommentare

  1. Liebe Charis – vive la France! Danke für diesen wunderbaren bebilderten Bericht, bei dem das geflügelte Wort „wie Gott in Frankreich“ zur Wirklichkeit wird (in diesem Fall: wie Göttin…). Alte Erinnerungen an La Provence kehren zurück und ich bin wieder stolz darauf, das Französisch meine erste Fremdsprache ist und meine Liebe zu diesem Land nicht erkaltet ist – auch nicht in Italien! Vielleicht schaffen wir es ja, mal dort auf Deinen Spuren zu trüffeln.
    Sei lieb gegrüßt
    Andreas

  2. Hallo Charis, ich habe mit großem Vergnügen und leichtem Neid Deinen tollen Bericht gelesen. Du hast sehr spannend geschrieben und ich kann mir vorstellen dass es ein paar fantastische Tage waren.
    Liebe Grüße,
    Thea

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