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wohlgeraten bloggt über Alpen - Leben - Stil

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Brauchtum in Tirol – Krampuslauf

26. November 2012 by Charis

In diesen Tagen beginnen in zahlreichen Orten in den Alpen die Krampus- oder auch Tuifl-Läufe, ein Brauch von dem ich bis zum Herbst noch nichts gehört hatte. Gruselig geht es bei diese Umzügen zu und ich würde mir das Spektakel gern einmal ansehen.

Wie ich darauf komme?

Unsere Drechslerei, von der ich bei jedem Besuch die handgesägten Holzherzen aus altem Stadlholz und Küchenbretter aus Tiroler Alpenholz mitnehme, wirkt nach außen hin sehr beschaulich. Man könnte sie als unmodern bezeichnen. Ein übereifriger Kunden beschimpfte mich bereits, weil ich es nicht möglich machen konnte, von heut auf morgen einen Kundenwunsch während meines  Amerikaaufenthaltes zu erfüllen.  “Kunde droht mit Auftrag! Schlimm!” – so hieß das dann.

Ladenglocke Drechslerei Tirol

Tatsache ist:  Diese Drechslerei ist ein alter Handwerksbetrieb, aufrecht erhalten von zwei Brüdern, die sich hier die Aufgaben teilen. Keine Mailadresse, kein Fax und die Rechnungen werden auf einen Quittungsblock per Hand geschrieben. Wann immer ich komme, empfängt man mich freundlich und ich habe das Glück, durch die komplette Werkstatt laufen zu dürfen. Ich liebe das. Es gibt mir das Gefühl, dass die Welt noch ohne viel Technik funktionieren kann und es hebt die Produkte dieser Drechslerei von den anderen ab: es gibt sie nicht an jeder Ecke. Das macht sie so wohlgeraten!

Werkstatt Drechselrei Tirol

Handgeschriebene Quittungen Tirol

Der letzte Besuch vor Ort im Herbst, bot dann einen besonderen Genuss: in der etwas unaufgeräumten, stets nach Arbeit riechenden Werkstatt, klemmte auf einem Schraubstock eine seltsam gruselige Maske. Ich hatte so etwas einmal in Südtirol auf einem traditionellen Dorffest gesehen, konnte aber mit dem Begriff Krampuslauf so gar nichts anfangen. Leider habe ich das alte Bild des Teufels aus Südtirol gelöscht, weil es so schrecklich aussah, dass ich jedes Mal das Gruseln beim Anschauen der Urlaubsfotos bekam…

Schnitzwerkzeuge Drechslerei Tirol

Nachfragen ergaben, dass es sich beim Krampuslaufen um ein Spektakel handelt, bei dem mit  Holzmasken und Fellkostümen eine Schar dieser “Tuifl” lärmend durch die Dörfer ziehen. Es findet in den letzten Novemberwochen bis zum 5.Dezember statt. Ursprünglich als Gegenspieler des gutartigen Nikolaus, der den lieben Kindern Geschenke bringt, stehen die “Tuifl”  als Vertreter des Bösen heut oft allein im Mittelpunkt des Geschehens. Sie flößen mit Ihren Fellkostümen und mit gehörnten, bemalten Masken Angst ein. Mancherorts scheint eine Prämierung der Maskierung stattzufinden, jedenfalls fand sich Bildmaterial, welches darauf hinweist.

Und hier ist das Fragment, der damals noch frisch begonnenen Maske. Wenn ich das nächste Mal da bin, frage ich genz gewiss, was am Ende daraus geworden ist.

Tuifl-Maske Krampuslauf Tirol

Vielleicht weiß der eine oder andere mehr von Euch. Dann freue ich mich über Eure Hinweise zu den Krampusläufen. Die handgeschnitze Maske fand ich jedenfalls so beeindruckend, dass ich sie Euch auf keinen Fall vorenthalten wollte.

Charis

Handwerk in den Tiroler Alpen

 

 

 

 

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Schönherrhaus Neustift

5. November 2012 by Charis

Das kennt fast jeder: obwohl man gern reist und auf der Suche nach Neuem und Unbekanntem ist: es gibt Orte, an die kehrt man immer wieder gern zurück. Für mich ist es das Schönherr-Haus in Neustift im Stubaital.

Schönherrhaus-Neustift

Vor Jahren zog es mich erstmalig hierher. Des Gletschers wegen im Winter und der Hütten wegen im Sommer. Kurz hinter Innsbruck geht es über die Europabrücke. Dann folgt eine letzte Abfahrt, bevor man die Brenner-Mautstelle erreicht. Hier geht es ab.

Kaum im Tal hört man meinen lauten Freuden-Juchzer, wann immer ich es besuche. Hier beginnt sich das Stubai zu öffnen. Hier entstand auch das Bild vom Tiroler Holzhocker.

Holzhocker Stubaital Tirol

Fährt man weiter, passiert man seltsame Papp-Polizisten, die den Durchreisenden  mahnen, nicht zu schnell durchs Tal zu reisen. Sie stehen seit Ewigkeiten da und werden von Jahr zu Jahr etwas blasser. Nur krummer gehen sie nach all den Jahren nicht! :)

Papp-Polizist Österreich Tirol

Angekommen in Neustift liegt das Schönherr-Haus zur linken. Im Hintergrund die Kirche des kleinen Ortes, zur rechten und zur linken Bergkämme der Stubaier Alpen.

Neustift Tirol - Stubaier Alpen

Schon bei der Ankunft wird der Gast herzlich willkommen geheißen. Der Eingangsbereich des Schönherr-Hauses wird von Patricia, der mit viel Geschmack gesegneten Wirtin, jahreszeitlich angepasst. Man geht durch einen Flur in die, in den oberen Etagen liegenden Gästezimmer. Unten laden großräumige Schaufensterfronten zu einem Bummel durch das Schönherr-Sporthaus ein.

Eingang Schönherr-Haus

Die Holzherzen an den Zimmerschlüsseln hat der von uns so geschätzte Schreiner gearbeitet.

Herz Schlüssel Schönherrhaus

Der Blick aus den Zimmern ist ein Blick nach oben. Man tritt auf einen der Balkone und kann die Aussicht auf eine wunderbare Bergwelt geniessen.

Fensterblick Schönherr-Haus Tirol

Wen der Durst plagt, der findet ein Herzliches Willkommen auf dem Tisch. Mit einem Anschreiben, welches den Gast einlädt, sich den Durst mit Tiroler Bergquell aus der heimischen Wasserleitung zu stillen. Weil es einfach nichts besseres gibt und weil Trinken in der Höhe noch sehr viel bedeutender ist als zuhaus.

Wem das nicht reicht, dem wird mit einer hauseigenen Tiroler Edlen doppelter Appetit gemacht.

Wohlgeratenes findet sich hier in jedem Winkel des Hauses: gegen die Kälte hilft ein Besuch der hauseigenen Sauna, die wollige Decke von Steiner 1888 oder man kuschelt sich beim Frühstück an eines der Kissen vom gleichen Traditionsbetrieb am Fuße des Dachsteins.

Decke Steiner 1888

Kissen Steiner 1888

Das Frühstück ist überhaupt ein Grund, wieso man dieses Haus so lieben wird. Hübsch, oft in Dirndln gekleidetes Personal bringt Kaffee und Teesorten wie “Baumstark Seelentrunk” an den Tisch, während man sich am reichhaltigen Buffet mit Tiroler Spezialitäten stärkt.

fruehstueck-schoenherr

Und nach dem Frühstück lockt die Natur.

Im Winter geht es zum Gletscher rauf in Eis und Schnee, wo man außer Skilaufen und Snowboarden Möglichkeiten zum Langlaufen, Eisklettern und Wandern findet. Wem das zu hoch erscheint, der begnügt sich mit den Elfer-Liften oder fährt talauswärts auf die Schlick 2000.

Am Abend bleibt die Möglichkeit eines Besuchs der ortsansässigen Restaurants mit Tiroler Küche und – bei ausreichend Schnee – die Möglichkeit zum Nachtrodeln vom Elfer oder der Auffangalm.

Aber auch der Sommer bietet viel: wer sich nicht scheut, den wird eine Wanderung ins Tal zur Oberriss-Alm mit zahlreichen schönen Eindrücken belohnen.

Hinterriss Stubaital

Bialetti Hinterriss

Weiter oben geht es dann Richtung Franz Senn-Hütte bergauf oder sogar hinauf zum Rinnsee, an welchem dieses Foto von einem wohlgeratenem Picknick entstand.

Picknick mit Opinel Messer am Rinnsee - Alpen/Tirol

Wem dies zu anstrengend erscheint: Zwischendurch kann man sich an beschaulichen Plätzen ausruhen und die Aussicht auf das umliegende Bergpanorama genießen.

Verspertisch Stubaital

Tiroler Edle Schokolade

Am Abend, wenn man müde zurückgekehrt, wartet im Schönherr-Haus die Herzl-Tasse von Gmundner Keramik für einen entspannenden Tee, an kühlen Tagen ein Saunabesuch und mit der kleinen Herzl-Seife im Bad, lssen sich Schweiß und Staub von der Stirn waschen und der Abend geniessen.

Klar  wird es nun den einen oder anderen geben, der sagt: ich kenne etwas Schöneres. Daran besteht kein Zweifel.

Für mich ist es jedoch immer wieder ein schöner Ort um Kraft zu tanken, mich an Hirschgulasch und Kaiserschmarren satt zu essen und das eine oder andere Stück Tiroler Gastlichkeit  zu entdecken. Ich für meinen Teil, werde immer wieder gern hierher zurückkehren und wem die Bilder einladend erscheinen, dem kann ich nur empfehlen: Fahrt hin!

 

Wir haben 2012 einen Aufenthalt im Schönherrhaus verlost. Wie und was genau, das erfahrt Ihr  —–> HIER

 

Charis

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wohlgeraten zu Besuch bei raumgestalt

4. Juni 2012 by Charis

Im April 2012 führte unsere Rundreise  ”wohlgeraten unterwegs” zunächst in den tiefsten Schwarzwald – nach Bernau.

raumgestalt

Die Firma raumgestalt ist eine kleine, inhabergeführte Firma.

In einer denkmalgeschützten, mit Liebe zum Detail restaurierten Scheune von 1776 werden von einem kleinen Designteam praktische Dinge für den Haushalt, Geschenkideen und Möbelstücke kreiert. Frau Rothe, die Inhaberin, begrüsst uns herzlich und führt uns durch die Räumlichkeiten. Wir erfuhren viel über das traditionelle Schwarzwaldhaus und erhielten Einblick hinter die Kulissen unseres Lieferanten.

Ideenschmiede von raumgestalt

Viele der ca. 250 Artikel von raumgestalt werden in der Scheune selbst konfektioniert. Einiges übernehmen Frauen aus der näheren Umgebung. So haben diese die Möglichkeit der Heimarbeit, was gerade in ländlichen Regionen wie dem Schwarzwald  Tradition ist und den Frauen hilft, Beruf und Versorgung der eigenen Haushalte miteinander zu vereinbaren.

Lager und Konfektionierung von raumgestalt

Im Schwarzwald gibt es traditionell viel Holzhandwerk. Schreiner aus den umliegenden Ortschaften liefern beispielsweise Holzbretter, die wir bei wohlgeraten verkaufen. Ebenso haben die ortsansässigen Schreiner geholfen das alte Bauernhaus zu restaurieren: als die Zimmerleute unbedingt alte Holzdielen gegen einen neumodischen Betonboden eintauschen wollten, setzte sich die willenstarke Inhaberin zugunsten alter Werte durch. Heute geht man nach wie vor auf den alten geölten Holzdielen durch das Haus. Kleinigkeiten, die uns besonders wohlgeraten, weil werterhaltend, erschienen.

Besprechungszimmer raumgestalt

Die Produkte von raumgestalt werden nicht mannigfach angeboten. Auch kleine Händler haben hier Ihren Platz, weil es um die Produkte geht, um gutes Design, standortnahe Herstellung und Erhalt von Tradition. Bei raumgestalt haben Werte einen Raum. Nicht zuletzt in der Zusammenarbeit mit dem freundlichen Team ist dies spürbar!

Ein Konzept, welches wohlgeraten gefällt und eine Zusammenarbeit, auf die wir stolz sind.

Dienstplan raumgestalt

Auf dem Bild: Hier sind Dinge bis ins Detail liebevoll zuende gedacht: z.B. der Dienstplan!

Gewiss fahren wir bei nächster Gelegenheit erneut vorbei. Nach dem Schneeregen vom  April und nebelverhangener Fahrt durch Orte wie Notschrei, steht noch die Fahrt durch den sonnigen Schwarzwald und eine Wanderung nebst Picknick aus!

Defender von "wohlgeraten unterwegs" in Bernau

Weiter geht’s!

Und hier einige Produkte von  raumgestalt:

Frühstücksbrettchen aus Eichenholz

Holzbrett raumgestalt

Küchenbrett aus dunklem Eichenholz

Küchenkissen von raumgestalt

Die Küchenkissen in der Scheune von raumgestalt.

Rote Leuchte - raumgestalt

Rote Lampe – Leuchtkörper mit rotel Textilkabel zum Liegen und Hängen.

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Filed Under: Allgemein, Tradition und Handwerk Tagged With: Deutschland, handgemacht, handwerk, holz, Küche, Lieferant, Schwarzwald, tafeln, Tradition

wohlgeraten unterwegs

30. April 2012 by Charis

Im April 2012 war wohlgeraten unterwegs durch Deutschland und Österreich, um Lieferanten, Land und Leute zu besuchen. Eine spannende Woche, über die hier ein wenig nachzulesen und zu sehen ist. Viel Spaß beim gedanklichen nachreisen…

wohlgeraten unterwegs im Stubaital

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Was machst Du eigentlich?

Gefragt werde ich das oft. Und ja. Ich sage dann immer: ich betreibe einen Onlineshop: wohlgeraten.de. Mit Produkten aus den Alpen. Zum Tafeln, Wohnen und Genießen. Klingt plausibel und wird fix verstanden.

Aber da steckt so viel Spannendes dahinter. So viel Wissenswertes. Ich möchte das besser in Wort und Bild fassen zu können, selbst mehr  begreifen oder durch erzählen näher bringen. Deswegen sind wir mit wohlgeraten auf Tour gegangen. Stilgerecht. So, wie ich es sonst privat lebe. Draußen unterwegs mit Zelt und dem Geländewagen eines Freundes. Wir waren Lieferanten besuchen, wurden freundlich empfangen und bekamen irre viel erklärt. Was toll war. Und richtig viel Spaß gebracht hat. An den Abenden wurde gecampt oder auch mal die Lieblingspension in Tirol besucht. Da wo ich die Gmundner Keramik her kenne. Und Tiroler Gastlichkeit. Immer wieder schön und ich bin immer wieder willkommen da. Was gut tut. Hier nun ein paar Impressionen von unterwegs:

 

Defender mit wohlgeraten-Banner branden

Noch in Hamburg wird das Auto eines hilfreichen Freundes mit Bannern gebrandet. Es kann losgehen!

Bialetti Moka Express

Den ganzen Tag wird gefahren. Nach einer verregneten ersten Nacht, gibt es morgens erst einmal Espresso. Bei uns natürlich aus der Bialetti. Was klar war – oder? :)

wohlgeraten.de im Schwarzwald

Die Kommunikation mit zuhaus, den Fans der Facebook-Fanpage und Twitter gestaltet sich nicht immer leicht. Zeitweise werden minutenlang lange Arme gebraucht. Aber das ist es wert..

raumgestalt

Unser erster Besuch führt uns in den Hochschwarzwald. Nach Bernau. Um hierher zu kommen, müssen wir zum einen durch Schnee und zum anderen durch Orte wie “Notschrei”. Zugegeben, man hat das Gefühl, das sei das Ende der Welt. Aber wir werden in dem denkmalgeschützten Haus, welches sensibel auf die Firmenbedürfnisse ausgerichtet, umgebaut wurde, freundlichst empfangen. Ein erstes spannendes Erlebnis, wie hier nah am Erzeuger Produkte wie unsere schönen Holzbretter, Leuchten und Glück zum backen entstehen. Dazu gibt es etwas später einen extra Blogeintrag!

Zeltplatz Tirol

Am Abend haben wir es am Bodensee vorbei, über Bregenz nach Österreich geschafft. Dort wird bei deutlich unter 10 Grad erst einmal das Zelt aufgeschlagen.

Duralex Glas Picardie

Das Wetter meint es erstaunlich schlecht mit uns. So wird der Blaue Zweigelt halt erst einmal bei Regen im Auto genossen. Die Aussicht ist ja super.

Regenbogen

Unwesentlich später werden wir dann mit einem Regenbogen belohnt. Bilder für wohlgeraten kann man bei der Nässe aber keine mehr machen.

Frühstück Campingplatz

Die Entschädigung folgt am nächsten Morgen: zuerst eine Eisschicht, die sich auf dem Zelt über Nacht gebildet hat, dann strahlende Sonne und ein Frühstück, was sich gewaschen hat: Espresso, Käse, Schinken und Tiroler Edle Alpenkaramell. Vom Feinsten!

Faschina-Pass

Die Navigation kennt keine vom Schnee gesperrten Pässe. Die Straße nach Lech ist aber dicht. So gehts etwas zurück, um über den Faschina-Pass runter zum Arlbergtunnel zu kommen. Wir wollen nach Landeck zur Konditorei Haag.

Konditorei Haag

In Landeck angekommen, ist der Hersteller der Tiroler Edle schnell gefunden. Es wäre zu schade, dies hier nur in drei Sätzen abzuhandeln. Superfreundlich begrüßt uns Frau Haag und holt sofort Ihren Mann, der uns begeistert und liebevoll durch seine Geschäftsräume führt. Dies werde ich ebenso  gesondert schildern. Nur so viel: unser köstliches Alpenkaramell basiert auf einem Rezept der Urgroßmutter, die eine Bäckerei gegenüber hatte. Wir sind also in einem richtig schönen Traditionsunternehmen gelandet, dass nun seit 10 Jahren unter modernsten Bedingungen köstliche Schokoladen kreiiert.. Spannend!

Stanz Tirol

Noch spannender wirds jetzt, als uns Herr Haag höchstpersönlich in das Schnapsbrennerdorf Stanz führt, um uns mit dem Mann bekannt zu machen, von dem er die Edelbrände für seine Konditorei bezieht.

Edeldestillerie Kössler

Wir halten direkt vor der Edeldestillerie von Christoph Kössler, welches gleichzeitig das Geburtshaus des österreichischen Baumeisters Prandtauer war.

Kössler Edeldestillerie

Nach Führung durchs Gelände (lest Ihr später mehr zu!), müssen natürlich die feinen Destillate verköstigt werden. Wir kaufen ja nie die Katze im Sack, sondern testen vorher, was wir Euch im Nachgang anbieten. 13 Sorten – von der Williams Birne bis zum Johannisbeerlikör habe ich geschafft. Und alles ohne Kopfbrummen und bei klarem Verstand. Das Zeugs taugt! :)

Edeldestillerie Kössler Stanz

Superleicht ging daher dann auch die Auswahl vonstatten, die Ihr in Kürze unter “wohlgeraten bechern” finden werdet!

Stubaital - Alpen - Tirol

In den frühen Abendstunden erreichen wir dann das Stubaital. Im Blick weit voraus sieht man die Stubaier Alpen und das Gletscherskigebiet. Ein langgestrecktes Tal mit vielen zauberhaften Ausblicken, zahlreichen Sportmöglichkeiten und sehr viel Tradition. Ich fahr schon seit jahren hierher und liebe die Gegend und den Menschenschlag.

Alt Bärnbad

Am Abend gehts in ein seitlich gelegenes Tal nach “Alt Bärnbad”. Das ist ein uriger kleiner Bauernhof, mit einer winzigen Gaststube. Gekocht wird natürlich von den Bewohnern. Deswegen heißt es auch “Bei Muttern”. Der Gamsbraten schmeckt hervorragend zum Rotwein und als ich anschließend nach einer Bewirtungsquittung frage, wird mir die per Hand geschrieben. Computer gibt es nicht.

Drechslerei

Ehe wir am nächsten Morgen abreisen können, steht noch ein Einkauf in der Drechslerei an. Auch hier: alles händisch. Es gibt weder Mail noch PC. Deswegen ist der kürzeste Weg hier immer: hinfahren, aussuchen, Schwätzchen halten. Ich liebe das!

Walde Innsbruck

Vom Stubai ist es nur ein kurzer Weg nach Innsbruck. Dort zeige ich meinem Copiloten die alte ursprüngliche Seifenfabrik Walde jenseits des Inn.

Seifenfabrik Walde

Walde ist die älteste Seifenfabrik Österreichs und existiert seit 1777. Aber obwohl die Gebäude nun neu sind, geraten wir in einen gut funktionierenden alteingesessenen Familienbetrieb und werden von einem seit 38 (!) Jahren hier tätigen Mitarbeiter mit viel Liebe zum Detail durch die Produktion geführt.

Seife Walde

Hier wird gerade der Seifengrundstoff  ( welcher auch für die Tiroler Reine verwendet wird) in die erforderliche Ausgangskonsistenz gebracht. Direkter geht es nicht und auch hier: die Eindrücke für Euch von dort folgen später detailiert!

Innsbrucker Land

Nach so vielen Eindrücken ist am Donnerstagabend unser Kopf einfach komplett voll. Ich kann nicht mehr und wir beschließen den Weg Richtung Deutschland anzutreten, um noch ein wenig die Landschaft zu genießen und Bilder zu machen.

Bei Bad Tölz

Bis unterhalb von Bad Tölz müssen wir, weil die angesteuerten Plätze am Achensee noch nicht geöffnet haben. Inzwischen sind die kalten Temperaturen eine sommerlichen Wärme gewichen.

Frühstück

Am Freitag sitze ich nach einer Nacht mit Schüttelfrost und Fieber ziemlich ko beim Frühstück und geniesse das Frühstück. Kaffee und Käsebrot geht irgendwie immer. Und das Wetter passt auch.

Gebirgsbach

Mittags. Temperaturen wie im Hochsommer. Um die Tiroler Reine Seife zu fotografieren muss ich durch ein Flußbett.

Tiroler Reine Seife

Am Ende habe ich aber die passenden Bilder von der Seife und vor allem auch von der neuen Seifenschale aus Tiroler Zirbenholz. Die fertigt ein Tischler aus Tirol in Handarbeit!

Brotzeit Walchensee

Bis zum Walchensee kommen wir noch und beschließen hier unsere Lieferantentour mit einer gemütlichen Brotzeit und wunderschönem Bergpanorama.

____________________________________

Danke an Björn, der den Defender lenkte und an alle unsere Lieferanten, die uns mit so viel Freundlichkeit aufnahmen und uns mit so viel Liebe – unangekündigt! – durch ihre Geschäftsräume führten. Das war eine durch und durch tolle Woche!

Charis.

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Tirol – Hohe Alpengipfel und Holzhandwerk

25. Oktober 2011 by Charis

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz hinter Innsbruck in Tirol – noch bevor man den Brenner über die Alpen nach Italien nimmt, öffnet sich rechterhand ein langgezogenes wunderschönes Tal – das Stubaital. Es ist eines der schönsten Täler hier und wir besuchen es im Sommer zum wandern – im Winter zum skifahren. Wir genießen Gastfreundschaft und Tradition und haben eine Pension hier gefunden, in der wir immer willkommen sind. Genau da haben wir  die schönen Holzherzn entdeckt, die es bei wohlgeraten gibt.

Im Stubaital befindet sich eine der letzten alteingesessenen Drechslereien in den Tiroler Alpen. Das Haupteinkommen des Handwerkers wird über die Herstellung von Holzgriffen und speziellen Handwerkszeugen für Zimmerer erzielt. In der Werkstatt wird an alten Maschinen gearbeitet. Überall Holz, Holzspäne, der Geruch von Leim und kistenweise Material. So wie man sich eine Tischlerei vorstellt.

Alte Bauernstadl, die abgerissen werden, sind heiß begehrte Ware in dieser Gegend. Man verwendet das Holz für Verkleidungen in den verschiedensten Bereichen. Gebrauchte, mit Patina veresehene Materialien sind in Mode gekommen. Aus den Resten werden von Hand Herzen ausgesägt.  Der Ortskundige erkennt es schnell:  die Bretter zur Wetterseite haben einen silbrigen Glanz. Zur Sonnenseite hin ist das Holz sehr viel dunkler.

Wir haben ein paar Impressionen vor Ort eigefangen, von der Werkstatt, den handgefertigetn Holzherzen aus neuem und altem Holz und von Holzschemeln, die nach dem Vorbild traditioneller Melkschemel von Hand gefertigt werden. Jeder Schemel ist ein klein wenig anders.

Diese Liebe, die hier im Detail steckt, die Möglichkeit, dass die angefertigeten Teile mit der Zeit Gebrauchsspuren bekommen und richtig schön werden, ist etwas faszinierendes. Wenn man sich darauf einlässt, dass nicht jeder Hocker dem anderen gleicht, dass ein Holz Astlöcher haben kann oder das ein Brett , was nicht aus mehreren Schichten zusammengeleimt wurde, sich minimal verziehen kann, dann findet man hier unbedingt Teile für Liebhaber!

Holzbearbeitungsmschine

 

 

 

 

 

 

 

Holzgriffe

 

 

 

 

 

 

 

Holzschemel

 

 

 

 

 

 

 

Vorlage Herz Schreinerei Tirol

 

 

 

 

 

 

 

Holzherzen aus Tirol

 

 

 

 

 

 

 

 

Holzherz Scheune Grawa-Alm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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