In diesen Tagen beginnen in zahlreichen Orten in den Alpen die Krampus- oder auch Tuifl-Läufe, ein Brauch von dem ich bis zum Herbst noch nichts gehört hatte. Gruselig geht es bei diese Umzügen zu und ich würde mir das Spektakel gern einmal ansehen.
Wie ich darauf komme?
Unsere Drechslerei, von der ich bei jedem Besuch die handgesägten Holzherzen aus altem Stadlholz und Küchenbretter aus Tiroler Alpenholz mitnehme, wirkt nach außen hin sehr beschaulich. Man könnte sie als unmodern bezeichnen. Ein übereifriger Kunden beschimpfte mich bereits, weil ich es nicht möglich machen konnte, von heut auf morgen einen Kundenwunsch während meines Amerikaaufenthaltes zu erfüllen. “Kunde droht mit Auftrag! Schlimm!” – so hieß das dann.
Tatsache ist: Diese Drechslerei ist ein alter Handwerksbetrieb, aufrecht erhalten von zwei Brüdern, die sich hier die Aufgaben teilen. Keine Mailadresse, kein Fax und die Rechnungen werden auf einen Quittungsblock per Hand geschrieben. Wann immer ich komme, empfängt man mich freundlich und ich habe das Glück, durch die komplette Werkstatt laufen zu dürfen. Ich liebe das. Es gibt mir das Gefühl, dass die Welt noch ohne viel Technik funktionieren kann und es hebt die Produkte dieser Drechslerei von den anderen ab: es gibt sie nicht an jeder Ecke. Das macht sie so wohlgeraten!
Der letzte Besuch vor Ort im Herbst, bot dann einen besonderen Genuss: in der etwas unaufgeräumten, stets nach Arbeit riechenden Werkstatt, klemmte auf einem Schraubstock eine seltsam gruselige Maske. Ich hatte so etwas einmal in Südtirol auf einem traditionellen Dorffest gesehen, konnte aber mit dem Begriff Krampuslauf so gar nichts anfangen. Leider habe ich das alte Bild des Teufels aus Südtirol gelöscht, weil es so schrecklich aussah, dass ich jedes Mal das Gruseln beim Anschauen der Urlaubsfotos bekam…
Nachfragen ergaben, dass es sich beim Krampuslaufen um ein Spektakel handelt, bei dem mit Holzmasken und Fellkostümen eine Schar dieser “Tuifl” lärmend durch die Dörfer ziehen. Es findet in den letzten Novemberwochen bis zum 5.Dezember statt. Ursprünglich als Gegenspieler des gutartigen Nikolaus, der den lieben Kindern Geschenke bringt, stehen die “Tuifl” als Vertreter des Bösen heut oft allein im Mittelpunkt des Geschehens. Sie flößen mit Ihren Fellkostümen und mit gehörnten, bemalten Masken Angst ein. Mancherorts scheint eine Prämierung der Maskierung stattzufinden, jedenfalls fand sich Bildmaterial, welches darauf hinweist.
Und hier ist das Fragment, der damals noch frisch begonnenen Maske. Wenn ich das nächste Mal da bin, frage ich genz gewiss, was am Ende daraus geworden ist.
Vielleicht weiß der eine oder andere mehr von Euch. Dann freue ich mich über Eure Hinweise zu den Krampusläufen. Die handgeschnitze Maske fand ich jedenfalls so beeindruckend, dass ich sie Euch auf keinen Fall vorenthalten wollte.
Charis






































































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