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Stille Nacht, Heilige Nacht! – Das Weihnachtslied aus dem Salzburger Land

Stille Nacht Heilige Nacht

„Stille Nacht, Heilige Nacht“ – Wie kaum ein anderes Lied, haben diese Zeilen einen Siegeszug um die Welt angetreten, schenken Frieden in Zeiten, in denen alles unsicher scheint und verbinden Menschen, die sich nicht im Traum vorstellen können, jemals freundschaftlich die Hände zu schütteln. Vor 200 Jahren in einem kleinen Ort im Salzburger Land komponiert, wird es heute auf allen Kontinenten und in über 300 Sprachen und Dialekten gesungen. Rund zwei Milliarden Menschen auf der ganzen Welt kennen und lieben dieses Lied und mindestens an einem Abend im Jahr, kann man sich dem Zauber, der ihm innewohnt einfach nicht entziehen.

Die Geschichte des Liedes

1816-1818 Der Hilfspriester Joseph Moor verfasst in Mariapfarr nahe Salzburg ein Gedicht mit sechs Strophen. Er bittet den Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber diese Zeilen zu vertonen.

24.12.1818 Das Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ wird in Oberndorf, ca. 20 km nördlich von Salzburg zum ersten Mal aufgeführt. Ungewöhnlich für diese Zeit ist, dass es nicht von einer Orgel, sondern von den Klängen einer Gitarre und zwei Stimmen begleitet wird. Warum man sich für diese Vertonung entschied, ist bis heute nicht geklärt worden.

1819 Ein Orgelbauer aus Fügen im Zillertal lernt das Lied bei einem Arbeitsaufenthalt in Oberndorf kennen und nimmt es mit in seine Heimat das Zillertal in Tirol.

1822 Im Zillertal gibt es über die Landesgrenzen hinaus bekannte Sängerfamilien. Die Familien Rainer und Strasser nehmen das Weihnachtslied in ihr Repertoire auf, wodurch es 1822 vor Kaiser Franz I. und Zar Alexander zur Aufführung gelangt.

1824 – 1838 Die Sängerfamilie Rainer unternimmt Reisen durch Europa, wodurch sich das Lied in vielen europäischen Metropolen verbreitet. Als die Geschwister Rainer 1839 zum ersten Mal in New York auftreten, betritt auch der Liedtext von „Stille Nacht“ zum ersten Mal amerikanischen Boden.

Dezember 1831 Die Geschwister Strasser, eigentlich Handschuhverkäufer, singen das Lied auf ihrem Weihnachtsmarktstand in Leipzig und verkaufen durch das Singen von Volksliedern ihre Waren sehr viel besser.

1838 Das Lied wird in ein katholisches Gesangs- und Gebetbuch in Sachsen aufgenommen.

1840 Das Lied erscheint in einem Liederbuch in englischer Sprache.

1844 Der evangelische Theologe und Gründer der Diakonie, Johann Hinrich Wichern gründet in Hamburg das Rauhe Haus und nimmt das Lied „Stille Nacht“ in eines seiner Singbücher auf. Sein Versuch den Text des Liedes an die evangelische Lehre anzupassen, wird ihm indes nicht zur Gänze gelingen.

1854 Franz Xaver Gruber verfasst in Hallein die „Authentische Veranlassung zur Composition des Weihnachtsliedes“ und schreibt damit die Urheberschaft von „Stille Nacht, Heilige Nacht“ endgültig fest.

1866 Das Lied wird in ein „offizielles Kirchenbuch“ des Salzburger Landes aufgenommen.

1873 Auf der Wiener Weltausstellung taucht „Stille Nacht, Heilige Nacht“ als „Choral of Salzburg“ auf.

Inzwischen wird das Lied, verbreitet durch Missionare bereits auf allen Kontinenten und somit rund um den Globus gesungen.

24.12.1914 In den schlimmen Wirren des ersten Weltkrieges kommt es zu Momenten, über die die Welt noch einhundert Jahre später sprechen wird: Soldaten an der Westfront verbrüdern sich für einen kurzen Moment über die Schützengräben und singen gemeinsam das Lied „Stille Nacht“

Auch der zweite Weltkrieg ist fest mit Erinnerungen an das Lied verbunden. Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill singen 1941 in Washington gemeinsam „Stille Nacht“, Soldaten singen es an der Front, ihre Familien in bangem Hoffen und Warten auf ihre Rückkehr daheim.

2011 Das Lied „Stille Nacht“ wird auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbe gesetzt.

Stille Nacht, Heilige Nacht! – Sechs Strophen des Weihnachtsliedes

1.Stille Nacht, Heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar.
Schlaf in himmlischer Ruh!
Schlaf in himmlischer Ruh!

2.Stille Nacht, Heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
lieb aus deinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund.
Christ, in deiner Geburt!
Christ, in deiner Geburt!

3.Stille Nacht, Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
aus des Himmels goldenen Höh’n
uns der Gnaden Fülle lässt sehn.
Jesus, in Menschengestalt,
Jesus, in Menschengestalt,

4.Stille Nacht, Heilige Nacht!
Wo sich heute alle Macht
väterlicher Liebe ergoss
und als Bruder huldvoll umschloss.
Jesus, die Völker der Welt.
Jesus, die Völker der Welt.

5.Stille Nacht, Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
als der Herr von Grimme befreit,
in der Väter urgauer Zeit.
Aller Welt Schonung verhieß.
Aller Welt Schonung verhieß.

6.Stille Nacht, Heilige Nacht!
Hirten erst kund gemacht
durch der Engel Halleluja,
tönt es laut von fern und nah:
Christus, der Retter ist da!
Christus, der Retter ist da!

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Ich bin Charis, Inhaberin von Wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit Wohlgeraten mache.
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Kategorie: Aktuell, Salzburger Land, Tirol

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1 Kommentare

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    Volkmar Dr. Kleint sagt

    Eine schöne, auf gesicherte Fakten abgespeckte Chronologie.
    Es ranken sich ja so viele ausschmückende Geschichten um die Entstehung – von der plötzlich mit gerissenem Blasebalg ausgefallenen Kirchenorgel bis zu dem romantischen Bild, daß daraufhin Moor und Gruber bei einer Flasche Rotwein die Lösung für diese Notlage ausbaldowerten …….schaden mögen solche Geschichten nicht, aber schon der wahre Weg des Liedes ist doch Wunder genug……….

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