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Sissi, Klatschmohn und Aussicht – Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Mohn - Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Südtirol. Die Gärten von Schloß Trauttmansdorff liegen am östlichen Rand der Kurstadt Meran und sind ein beliebtes Ausflugsziel.  Im Schloß ist ein Museum zum Tourismus untergebracht – das Touriseum. Außerdem können Räumlichkeiten besichtigt werden, in denen Kaiserin Elisabeth beim Aufenthalt in Meran gewohnt hat.

Sie können hier oben bis zum nächsten Baum sehen. Dann ist Schluß.“ Die Wetterprognose für eine Wanderung zum Vigiljoch ist miserabel. Was also anfangen an einem Regentag in Meran, der als Familienausflug in die Berge geplant ist?
Als ich später von unserem Besuch in den Gärten von Schloß Trauttmansdorff berichte, ernte ich mitleidige Blicke. „Oje. Ihr Armen!“ Dabei ist das alles ein großer Irrtum, denn dieser Plan war ein voller Erfolg. Die Gärten sind auch bei Regen toll. Oder vielleicht ganz anders: Sie sind besonders schön an Tagen wie diesen, wenn Regentropfen auf dem üppigen Grün wie Edelsteine funkeln.

Blick auf Schloss Trauttmansdorff

80 Gartenlandschaften mit Pflanzen aus aller Welt

Dem Wetter geschuldet nehmen wir das Auto, obwohl ein Spaziergang über den Sissi-Weg von Meran aus möglich wäre. Parkplätze findet man direkt gegenüber der Anlage. Bei Regenwetter ist Autofahren die bequemere Variante.

Der Sissi-Weg führt vom Stadtzentrum Meran in die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. 
Dauer: 45 Minuten
Weglänge: 3 km 

Hier angekommen ist alles perfekt angelegt und ausgeschildert, denn obwohl das Schloß bereits eine lange Tradition und Geschichte hat, sind die Gärten relativ jung. Sie wurden in ihrer heutigen Form 2001 eröffnet und seitdem mehrfach als schönste Gärten Italiens und Europas ausgezeichnet.

Nach einer kurzen Info machen wir uns auf den Weg. Die Ausdehnung erscheint größer, als sie letztlich ist. Die einzelnen Themengebiete des Parks können bequem in kurzer Zeit durchlaufen werden, obwohl die Gesamtanlage 12 ha groß ist und am Hang liegt. Letztlich werden aber nur 100 Höhenmeter überwunden.

Da man zum Staunen und Schauen häufig stehen bleibt, vergeht die Zeit rasant schnell und die empfohlene Mindestaufenthaltsdauer von 2,5 Stunden für einen Besuch erscheint knapp bemessen. Will man gleichzeitig das Schloß mit dem Touriseum besichtigen und in einem der Restaurants einkehren, sollte man unbedingt vier Stunden oder mehr für einen Besuch einplanen. Es lohnt sich!

Regentag Gärten von Schloss TrauttmansdorffBambus - Gärten von Schloss Trauttmansdorff  Gärten von Schloss Trauttmansdorff Blüte - Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Üppiges Grün und eine Reise durch Zeiten und Länder

Wir beginnen unseren Besuch linksseits des Schlosses und durchqueren Wasser und Grün, was durch die Feuchtigkeit besonders frisch und saftig erscheint. Knallrote Blüten leuchten von weitem. Die Nässe intensiviert die Töne. Das gefällt mir besonders. Ein Bambuswald hält eine Art stehendes Xylophon bereit, auf dem man spielen kann. Klingt komisch, ist aber sehr lustig. In einem See blühen unendlich viele Seerosen. Dann erreicht man das Glashaus.

Die Orchideen und Stauden sind  beeindruckend, kennt man jedoch aus anderen tropischen Gewächshäusern.  Viel spannender wird es, wenn man einen abgeteilten Bereich betritt: das Terrarium. Hier befinden sich hinter Glaswänden riesige gelbe Grashüpfer, langbeinige Insekten und eine Spezies, die aussieht, wie ein wandelndes Blatt.  Natürlich kann man all das fotografieren, aber es wirkt lange nicht so, wie die Realität. Vor allem das Blatt hat es mir angetan. Ich habe so ein Tier vorher nie gesehen. Diese Kästen anzusehen ist einer der wichtigsten Tipps, die ich für die Gärten von Schloß Trauttmansdorff geben möchte.

Orchideen - Gärten von Schloss Trauttmansdorff Gärten von Schloss Trauttmansdorff  Gärten von Schloss Trauttmansdorff InsektGärten von Schloss Trauttmansdorff  Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Weiter geht es zu einer Grotte, in der bei einer Multimediashow die Entstehung der Erde visualisiert wird. Nach einem Film erleben die Zuschauer einen gewaltigen Vulkanausbruch. Besonders Kindern dürfte das gefallen. Die Photosynthese wird so erklärt, dass man sich fragt, wieso man sie in der Schule nicht viel schneller verstanden hat. Auch wenn man einiges weiß, irgendein Detail klingt doch immer wieder neu.

Rund um die Grotte sind Uhrwerke aufgebaut. Eine Uhr zeigt die Sekunden, die seit der Eröffnung des Parks vergangen sind. Durch Gingkobäume, von Farnen und Riesen-Mammuthbäumen gesäumte Wege verlässt man bei terassenförmig angelegten Reisfeldern den Bereich der Waldgärten.

Gärten von Schloss Trauttmansdorff  Gärten von Schloss Trauttmansdorff Gärten von Schloss Trauttmansdorff Gärten von Schloss Trauttmansdorff  Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Wir machen an dieser Stelle einen Break und besuchen eines der Restaurants des Areals. Das Essen ist gut. Pastagerichte und Würstchen mit Pommes kommen hier auf den Teller. Dazu gibt es einen gekühlten Vernatsch aus der Kellerei Meran Burggräfler – alles perfekt.

ReisReis Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Durch die Sonnengärten mit mediterranem Flair geht es nun schon ohne Regen. Wir wandern leicht bergauf. Blühende Beete, Wiesen, Laubengänge und riesige rote Klatschmohnblüten machen diesen Teil des Parks aus. Immer wieder eröffnen sich Ausblicke ins Etschtal Richtung Meran. Obwohl man viel sieht: Hier hätte ich mir zum ersten Mal etwas mehr Sonne gewünscht.

Laubengang Gärten von Schloss TrauttmansdorffGartenliebhaber Gärten von Schloss TrauttmansdorffMohn - Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Auf Sissis Spuren

Auf dem Sissiweg spazieren wir den Teil des Parks entlang, der der Kaiserin Elisabeth von Österreich gewidmet ist, die Schloss Trauttmansdorff und die Kurstadt Meran um 1870 durch einen verlängerten Aufenthalt in den Wintermonaten entscheidend bekannter gemacht hat. Elisabeths Tochter war erkrankt und hier durch das milde Klima schnell genesen. Die Monarchin liebte ausgedehnte Spaziergänge in Bergen, das einfache ungezwungene Leben, dass sie hier weitab von der Hofetikette führen konnte. Eine Bronzebüste erinnert heute in den Gärten an die offensichtlich schöne Frau.

Im Schloß sind die Räume zu besichtigen, die die Kaiserin bewohnt hat und ein paar Erinnerungsstücke. Besonders die Visualisierung über das ausgeprägte Reiseleben der Kaiserin finde ich gelungen. Es ist spannend zu verfolgen, in welchen Orten sie sich besonders oft und gerne aufgehalten hat und unterwegs war sie nahezu immer.

Rose - Gärten von Schloss Trauttmansdorff Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Folgt man der Sissipromenade, gelangt man fast automatisch zu einem weiteren Höhepunkt der Gärten: den Ferngucker von Matteo Thun. Etwas schwindelfrei sollte man sein und Kinder gut an die Hand nehmen, aber die Aussicht ist grandios und das freie Schweben über dem Abgrund ein lohnendes Vergnügen.

Ferngucker - Matteo Thun -Gärten Schloss Trauttmansdorff

Wir haben dann genug gehabt und durch die Sukkulenten-Pflanzungen einen relativ kurzen Schwenk zurück zum Schloß gemacht. Bei besserem Wetter wird man die Wasser- und Terrassengärten mit Sicherheit nicht auslassen.

An dieser Stelle ein weiterer Tipp. – Oberhalb der Wassergärten liegen die Summfelsen. Hier sollte man unbedingt einmal den Kopf in die Aushöhlungen in den Steinen stecken und einfach drauf los singen. Witzig!

Gärten von Schloss Trauttmansdorff Gärten von Schloss TrauttmansdorffKlangfelsen Gärten von Schloss Trauttmansdorff

Auf in die Berge! – Die Entwicklung des Tourismus in Tirol

Im Schloss ist neben den Räumen der Kaiserin und einer hübschen kleinen Kapelle ein Museum über die Entwicklung des Tourismus in den Alpen, speziell Tirols  untergebracht – das Touriseum. Die gut aufbereitete und unterhaltsame Ausstellung führt die Besucher in die Zeiten abenteuerlicher und gefährlicher Reisen durch die Berge bis hin zu den Annehmlichkeiten eines Bergurlaubes in der Gegenwart. Dabei ist neben Kritik an aktuellen Entwicklungen auch immer wieder ein Augenzwinkern zu vermerken und es wird nicht vergessen die vielen schönen Seiten, die ein Besuch der Berge mit sich bringt, widerzuspiegeln.

Gärten von Schloss TrauttmansdorffGärten von Schloss Trauttmansdorff Gärten von Schloss TrauttmansdorffTouriseum Koffer

Beim Verlassen des Museums sollte man unbedingt noch einen Blick auf die überall verteilten blauen Koffer werfen. Auf ihnen findet man Namen und Orte von Prominenten, die in den Südtiroler Bergen Ferien gemacht haben. Die Vielzahl ist in der Tat beeindruckend.

Unser Besuch endete hier nach einigen Stunden. Ein anstrengendes, aber schönes Tagesprogramm.

Gärten von Schloss Trauttmansdorff Koffer Touriseum


Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff

St.-Valentin-Str. 51/A
I-39012 Meran (BZ)
Tel. +39 0473 235730

Hinweise zu Öffnungszeiten und Preisen

Webseite zum Touriseum

 

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Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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2 Kommentare

  1. Jana sagt

    Ich kenne es bei Sonne. Mir gefiel die Aussichtsplattform besonder. Is aber nix für Leute mit Schwindel.

  2. Hallo Charis,
    sehr schön beschrieben und tolle Bilder, trotz Regenwetter. Es ist schon ein bisschen her, als ich dort das letzte mal war, aber ich erinnere mich daran, dass es damals im Juni sehr schwül und heiß war und an die Massen von Besuchern. Als kleiner Tipp von mir an deine Leser/innen: der früher Vogel fängt den Wurm und wer schon frühzeitig da ist, kann die herrliche Anlage noch mit wenigen Besuchern genießen.
    Grüße Oliver Huber

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