Sichtweisen
Kommentare 4

Schönheit

Hamburg. Derzeit lese ich in meiner Umgebung  dauernd wie ein Mantra: „Jeder Körper ist schön.“ oder „Jede Frau ist schön.“ und ständig gibt es tosenden Beifall für Bilder von Menschen, die, träfen die Leute sie auf der Straße, sie würden sie nicht als vollkommen gelten lassen, schon gar nicht als schön bezeichnen. Da bin ich ganz sicher.
pferde_vinschgau
Ich finde das komplett verlogen, so wie unsere gesamte Geselschaft in vielerlei Hinsicht immer verlogener wird und sich in Sensationen verliert oder im Anhimmeln irgendwelcher Pseudo-Prominenter.
Eins vorweg: gegen Komplimente und ehrlich freundliche Worte für Personen jedweder Figur habe ich gar nichts. Die verteile ich immer wieder gern selbst. Und mir ist egal, ob jemand dick oder dünn ist, manchmal etwas müffelt oder ranzige Klamotten trägt. Wenn mir ein Mensch gefällt, dann sage ich ihm das oder gebe es ihm durch meine Aufmerksamkeit und meinen Zuspuch zu verstehen.
Meiner Meinung nach ist die Verallgemeinerung jedoch völliger Quatsch. Es stimmt nicht, dass jeder Körper schön ist. Das ist doch auch nicht schlimm. Schön bedeutet nicht liebenswert oder geistreich oder wertvoll überhaupt. Auch Schönheit ist ein kostbares Gut und ein Geschenk an den, der sie mitbekommen hat. Warum darf das denn kein Geschenk mehr sein?
Dreht man den Satz in „Jeder Körper ist häßlich!“ um, wird die Unsinnigkeit sehr schnell deutlich.
„Ich finde MICH schön!“ ist ein Satz, der viel besser zum Ausdruck bringt, was eigentlich das Ziel sein muss. Daran kann man arbeiten. Und dort, wo ich diesen Satz lese, kann ich sicher sein, einen Menschen zu treffen, den ich mag. Bis dahin unterscheide ich in meiner Gedankenwelt weiter in schön und häßlich und bin in dieser Welt immerhin sehr bei mir selbst. Meinen Po find ich schön, meinen Bauch häßlich. Na und?

 

Folge mir!

Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
Folge mir!
Kategorie: Sichtweisen

von

Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs – vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.

4 Kommentare

  1. Julia sagt

    Möglicherweise wird auch dem Wort „schön“ zu viel Macht verliehen. Schön sein bedeutet – im herrkömmlichen Sinne – gut auszusehen. Es bezieht sich also auf die äußerliche Erscheinung, die jedoch vergänglich ist. Im weiteren Sinne kann „schön sein“ aber auch ein Ausdruck für die innere Erscheinung und Haltung sein. In diesem Fall kann mit Sicherheit jeder Mensch „schön sein“, manch optischer Leckerbissen ist im Gegensatz dazu aber eher „innerlich hässlich“.
    Für mich muss ein Mensch nicht schön sein, jedoch setze ich schon ein gewisses Maß an Pflege voraus. Auch wenn man von Natur aus vielleicht nicht so gesegnet ist, kann man mit der richtigen Frisur, Kleidung und Körperhaltung doch einiges ausbessern.

  2. Was man liebt ist schön – so einfach ist das. Aber ob ein Po schön ist, das kann einer nur von hinten beurteilen – sonst fällt man auf den Bauch. Der kann aber auch schön sein weil man so weich drauf liegt.
    Schönen Gruß!

  3. Ich denke, es geht weniger darum, alle Menschen als gleich schön zu bezeichnen, als darum, festzustellen, daß jeder Mensch in seiner eigenen Wahrnehmung oder durch die Augen eines anderen Menschen schön sein kann. Und daß es bestenfalls nicht hilfreich ist, andere Menschen als hässlich zu bezeichnen – weder für diese anderen Menschen, noch für uns selbst. Wir berauben uns selbst der Möglichkeit, ihre Schönheit wahrzunehmen.

Jeder Kommentar freut mich!