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Schobel – Von Saubirnen zu Höchstgenuss

Vorarlberg. „Wir verarbeiten hier nur allerbeste Lackware, wenn Sie verstehen, was ich meine.“

Ja! Ich verstand es. Es ist der Satz, der die hingebungsvolle Arbeit von Harald Schobel, seine Leidenschaft für ein 1A-Produkt, wohl am vollkommensten beschreibt.

Dieser beeindruckende Vorarlberger, der als Werkzeugmacher seinen Berufsweg begann,  über den Vater ans Schnapsbrennen herangeführt wurde und nun von einem kleinen Hof mit angrenzender Streuobstplantage aus,  Edelbrände und Trockenfrüchte verkauft, die ich so nie vorher gegessen habe.

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Strobel ist ein geduldiger Kämpfer. Die fruchtbaren Voraussetzungen, die gegeben waren, hat er ergriffen und etwas daraus geschaffen. Das beweist, das Österreich nicht nur aus alten Wurzeln wächst. Es gibt auch hier Unternehmer, die frisch an den Start gehen und eine Firma von Grund an aufbauen. Auch wenn sie dabei auf die Erfahrungen der „Alten“ gerne zurückgreifen.

*Harald Schobel

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Vorhanden war eine Streuobstwiese. Auf ihr wuchs eine, nur in dieser Region vorkommende Sorte Birnen, die  Saubirne genannt wird und die, durch ihre Unbekömmlichkeit für den Menschen nicht von Interesse, als Viehfutter aber von Nutzen war. 30 – 40 Bäume dieser Sorte nennt Schobel zunächst sein eigen.

*Blick auf die Birnenbaumplantage

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Die in den 50ger Jahren gewonnene Erkenntnis, dass man aus dieser Birne immerhin einen Brand herstellen kann, macht er sich zunutze und stellt in der heimischen Brennerei zunächst den Subirer her. Ein aromatischer Schnaps, den ich schwer beschreiben kann, der aber in jedem Falle die Verkostung lohnt! Ich mochte ihn.

*In der Brennerei

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*Subirer-Verkostung

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Der Subirer kommt an. Die Birne wächst an Bedeutung und da sich Schobel kompromisslos in Bezug auf die  Qualität von Früchten zeigt, erweitert er nach und nach die Plantage, die heute mehrere tausend Bäume umfasst. Rückschläge wie einen Krankheitsbefall der Bäume, wehrt er tapfer ab.

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Das reine Schnapsbrennen reicht dem damaligen Freizeitunternehmer auf Dauer nicht aus und so ersinnt er parallel zum normalen Berufsalltag, Wege einen kleinen Familienbetrieb in der Erzeugung von Trockenfrüchten aufzubauen.

Von Anfang an knobelt Schobel an dem idealen Produkt. Nicht das bereits bekannte Trockenobst will er anbieten, sondern eine ausgesucht feine Ware, die sich durch den Erhalt natürlicher Aromen, durch besonders schonende Trocknung und eine appetitliche Farberhaltung auszeichnen soll. In einem speziell ausgeklügelten System und modernen Trocknungsschränken, werden nun Tag für Tag Früchte um 90% ihres Flüssigkeitsgehaltes erleichtert. Das Verfahren ist so schonend, dass sämtliche Vitamine, Enzyme, Spurenelemente und Mineralstoffe erhalten bleiben.

Und die Farben! Wer wie ich an fade weiße Apfelschluffen denkt, der wird enttäuscht. Leuchtendes Rot und appetitliches Grün. Das Trockenobst von Strobel bleibt auch optisch ein Genuss!

*Der Trocknungsschrank

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*Fertige Conference Birne vor dem Verpacken

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Eine der größten Herausforderungen besteht darin, das frische vollreife Obst schnell zu entsteinen, schneiden bzw. entsprechend vorzubereiten, um es in die Trockenschränke zu bringen. Schobel bewältigt dies allein mit seiner Frau und selten mit einer zusätzlichen Hilfe.

Äpfel und Birnen lassen sich für einen Moment lagern. Schwierig ist es mit Erdbeeren und anderen saisonalen Früchten. 120 kg werden da am Tag geschnitten – bis zu zwei Tonnen in der Saison. Alles kommt aus der Region rund um den Bodensee.

*Getrocknete Apfelringe Weirouge

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Auf eine Spezialität ist Schobel besonders stolz. Daran hat er viele Jahre gearbeitet. In einem uralten Verfahren konserviert er Walnüsse und legt sie in einen süßen gewürzten Sirup ein. Fertig werden sie als „Schwarze Nüsse“ verkauft.

Die Früchte müssen um den Johannistag herum geerntet werden. Unreif wie sie sind, werden sie händisch mehrfach eingestochen und dann über Wochen hinweg gewässert. Es folgt ein Prozess des Aufkochens und Würzens, bis sie schließlich in den eigens hergestellten Sirup eingelegt werden.

Diese Spezialität ist eine solche Rarität, dass selbst die Vorarlberger Spitzenköche zu Kunden von Schobel geworden sind. Auf der Messe Gustav kam ich so das erste Mal in den Genuss dieser alpenländischen Spezialität. Der Haubenkoch Valentin Bargher hatte es für seine Vorspeisenteller verwendet. Köstlich!

*Der Sternekoch Valentin Bargher vom Rössle in Braz

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Harald Schobel möchte den Betrieb klein halten. Inzwischen werden die Trockenfrüchte im gehobenen Fachhandel vertrieben. Die eingelegten Schwarzen Nüsse passen zu Wild, Käse oder zu einem Dessert. Auch den Sirup kann man verwenden.

Das heißt, es gibt viel zu tun. Und für uns viel zu Verkosten!

Ich wünsche ihm und seinem kleinen Team von Herzen den Erfolg, den er verdient!

 

Charis


Die Trockenfrüchte und Schwarzen Nüsse von Schobel Höchstgenuss kann man bei wohlgeraten kaufen! Auskünfte und Hintergrundwissen wie immer gern auf Anfrage!

*Schobel Höchstgenuss an einem goldenen Herbsttag im Oktober 2013

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Trockenobst von Schobel Höchstgenuss

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Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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2 Kommentare

  1. Pingback: Fenkart Schokoladenmanufaktur - Hohenems | Wohlgeraten Tagebuch - Alpen - Leben - Stil

  2. Christina sagt

    Haha, wie interessant! Die Familie Schobel ist mir sehr gut bekannt (und natürlich ihr Schnaps) und mein Mann kommt aus der kleinen Gemeinde Höchst (von dem sich der Name ableitet ;-D). Und genau bei dir lerne ich, dass sie auch noch Trockenfrüchte herstellen! Das wusste ich nämlich noch nicht. :-)

    Liebe Grüße
    Christina

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