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Salzburger Gschichtn | Tipps für die Stadt am Alpenrand

Salzburg. Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten einer Stadt?  Das ist eine Frage, die sich mir immer wieder stellt und nun  kürzlich erst in Salzburg.

Mozarts Geburtshaus in der berühmten Getreidegasse? Nicht besucht. Den Prunk der Erzbischöfe im Dom? Nein. (Dabei hatte ich mir das im Montanmuseum Alt-Böckstein fest vorgenommen.) Auch die berühmten Festspielhäuser habe ich nicht besichtigt. Trotzdem waren meine Tage erfüllt und spannend und gingen viel zu schnell vorbei. Salzburg ist voller Leben, amüsanten Geschichten, traditionellen Geschäften und Handwerksbetrieben. Ich habe mich verliebt in diese kleine Weltstadt und freue mich über gute Gründe zurückzukehren.

Salzburg Residenzplatz

Ihr seid eingeladen mir auf meinen Wegen durch die Stadt zu folgen. Die eine oder andere Station werde ich in den kommenden Wochen noch ausführlicher vorstellen. (Gekennzeichnet mit ***) Los geht’s!

+++Mit dem Wetter hatte ich Glück. Statt weltbekanntem Schnürlregen, erlebte ich Tage voller Sonne. Da Salzburg flächenmäßig überschaubar ist, muss  man weniger ideales Wetter trotzdem nicht fürchten. Ein Auto ist nicht erforderlich. Viele Sehenswürdigkeiten erreicht man bequem zu Fuß. Zum Bewegen innerhalb der Stadt für Museumsbesuche usw. lohnt sich eine Salzburg Card. Damit kann man auch öffentliche Verkehrsmittel kostenlos benutzen. Und die Ankunft am kleinen Salzburger Flughafen, auf dem man über das Rollfeld zur Abflughalle spaziert, ist in jedem Fall ein Erlebnis für sich. Mir hat das gefallen.

Mein Rundgang beginnt in der Goldgasse. Von hier sind es nur wenige Meter zum Residenzplatz, der an den Mozartplatz grenzt. Eine Statue erinnert an den Musiker, der hier geboren und im Dom getauft wurde. Es gibt ein Weihnachtsmuseum und im Dezember findet auf diesen Plätzen der weltbekannte Salzburger Weihnachtsmarkt statt. Dass der Komponist von Stille Nacht ebenfalls aus Salzburg kam, habe ich hier neu hinzu gelernt.

Heimatwerk – Produkte aus dem Salzburger Land

Zwischen Mozart und Residenz befindet sich ein großes Eckgeschäft: das Heimatwerk. 1946 gegründet, beschert es einen Überblick über Produkte aus dem Salzburger Land. Ich war ein wenig enttäuscht, denn unter Produkte aus der Region, hatte man fremd produzierte Waren gemischt. Zu empfehlen ist es dennoch, denn es gibt eine Dirndl-Näherei im ersten Stock. Während unten bunte Stoffballen auf eine Verarbeitung warten, kann man im ersten Stock eine traditionelle Tracht auf Maß nähen lassen. Hübsch anzusehen ist das!

Heimatwerk Salzburg

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Heimatwerk – Residenzplatz 9 – +43662 844110

Domquartier

Vorbei am größten barocken Brunnen außerhalb Italiens (ganz oben – erstes Foto!), geht es nun zwischen Pferdekutschen und neuer Residenz ins Domquartier. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf Salzburgs größte Mozartkugel :) und vor allem auf die Festung Hohensalzburg.

Ich spazierte am Dom vorbei und streifte das wohl älteste Restaurant Mitteleuropas, den St.Peter Stiftskeller (seit 803). Leider fehlte die Zeit für die bekannten Salzburger Nockerln, die man mir extra empfohlen hatte hier zu essen. (Hole ich nach!) Wer mehr Zeit hat: reingehen. Hier gab sich auch schon so manch prominenter Besucher ein Stelldichein!

Domplatz Salzburg stiftskeller-st.peter

St. Peter Stiftskeller St. Peter Bezirk 1/4 5020 Salzburg • Austria Tel +43 662 84 12 68-0

Auf der anderen Seite des Domplatzes findet man einen kleinen Laden mit Gutem aus Klöstern. Während mich die Devotionalien nicht fesseln konnten, bin ich in der Ecke mit den selbstgebrannten Schnäpsen und Weinen einem Ingwer-Likör der Mönche zum Opfer gefallen. Scharf, aber köstlich!

Spaziert man weiter, sollte man die Stufen zur Stiftsbäckerei St Peter nicht übersehen, deren Verkauf direkt aus der Backstube von Besuchern sowie Einheimischen immer wieder gern frequentiert wird. Zeitig hinkommen lohnt. Bei meinem Besuch am späteren Nachmittag waren die Regale schon ziemlich leer, aber der Wecken, den ich kaufte, war köstlich.

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Trachtengeschäft Jahn Markl

Nun ging es zurück in die belebte Altstadt. Direkt neben der Goldgasse befindet sich das alteingesessene Trachtengeschäft Jahn Markl, welches schon das Kaiserhaus belieferte. Ein kleiner Laden, vollgestopft mit Lederhosen, Socken und eigener Näherei. Die freundliche Besitzerin hat mir zwischen Tracht und Hauspatschen so viele lustige Geschichten erzählt, dass es hier den Rahmen sprengen würde. ***

Trachten Jahn Markl

Jahn Markl Residenzplatz 3 5020 Salzburg | +43662 842610

Universitätsplatz, Markt und Buchhandlung Höllrigl

Wenige Schritte weiter erreicht man den Universitätsplatz auf dem täglich ein kleiner bunter Markt das Stadtbild prägt. Von Obst über Speck und Backwerk bekommt man hier alles für den täglichen Bedarf.  Im übrigen befindet man sich auf der Rückseite von Mozarts Geburtshaus.

Wem der Sinn nach geistigen Genüssen steht, dem sei der Besuch der Buchhandlung Höllrigl empfohlen. Sie gehört ebenso zu den ältesten Geschäften Salzburgs.

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Buchhandlung Höllrigl Salzburg

Buchhandlung Höllriegl | Universitätsplatz 18 | 5020 Salzburg  | T. 0662 | 841146

Getreidegasse und Schirmmacher Kirchtag

Vom Universitätsplatz hat man verschiedene Möglichkeiten zum nächsten Ziel zu gelangen. Durch steinerne Arkaden, durch die bereits Mozart flitzte, geht es herüber zur Getreidegasse, deren Name nicht wie vermutet von Getreide herrührt, sondern von Traben. Das Traben der Pferde, die hier hindurchzogen ist damit gemeint.

Zahlreiche Zunftschilder über den Hauseingängen haben diese Straße sehr berühmt gemacht. Heute sind nur noch wenige Traditionshäuser übrig, wie ein alter Spezereien-Laden aus Mozarts Zeiten oder der Schirmmacher Kirchtag (seit 1903), dessen Fertigung ich kurz besichtigen konnte. Spannend!***

Leider ist diese Straße inzwischen sehr durch allseits bekannte Ketten geprägt, weshalb wir die Altstadt verließen und kurz auf die andere Seite der Salzach wechselten.

Schirmmacher Kirchtag Salzburg

Schirmmacher Kirchtag – Getreidegasse 22 +43662 841310

Das andere Ufer der Salzach

Das andere Ufer der Salzach nicht zu betreten, würde bedeuten einen wichtigen Teil Salzburgs zu verpassen. Deswegen geht es nun für ein paar Schritte hinüber.

Mich hat der Blick von der Altstadt auf das andere Ufer der Salzach sehr an Innsbruck erinnert, wenngleich hier die Nordkette fehlt und Salzburg außerdem mit 150.000 Einwohnern noch einmal deutlich größer als die Tiroler Landeshauptstadt ist (100.000).

Bis zum Gürtelmacher Schliesselberger waren es aber ohnehin nur ein paar Schritte. Alles liegt dicht beieinander. Die kleine Gürtelfabrik ist in einem Haus untergebracht, welches früher an eine Kirche grenzte. Inzwischen ist diese lange nicht mehr da. Die ausgetretenen Marmorplatten im Flur sind ungewöhnlich groß und erinnern noch an den Weg der Bischöfe. Dort wo man früher die Kirche betrat, ist heute ein Lederlager und ein Meer an Riemen und Schließen.

Wer mag, kann sich einen Gürtel ganz nach seinen Wünschen anfertigen lassen. Die Produktion findet noch direkt in der angrenzenden Werkstatt statt.

Gürtelmacher Salzburg

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Lederhaus Schliesselberger – Lederergasse 5  – +43662 873182

Knopferlmayer

Da ich bereits Stunden unterwegs bin, möchte ich nun zurück zum Hotel. Zurück über die Salzach geht es vorbei am 250 Jahre alten Kurzwarengeschäft Knopferlmayr.

Ein sympathisches Bild: vor unendlich vielen Schachteln mit farbig sortierten Knöpfen steht eine lächelnde Verkäuferin mit Kittelschürze. Ich bin mir sicher: sowas habe ich zuletzt in meiner Kindheit so erlebt. Wer hier in Salzburg einen Verschluss, Häkchen oder etwas vergleichbares sucht, wird hier gewiss fündig. Ein Paradies für Handarbeitsverliebte.

Knopferlmayer Salzburg

Knopferlmayer Salzburg regale-knopferlmayr-salzburg

Knopferlmayer – Rathausplatz 1 – +43662 842263

Lebkuchen und Kerzenmanufaktur Nagy

Ich gönne mir eine kurze Pause im Hotel Goldgasse. Dann geht es mit dem Taxi noch einmal los. Diesmal in die Salzburger Vorstadt in die Lebkuchen und Kerzenmanufaktur Nagy, die seit 1879 in Familienbesitz ist und noch heute von zwei Schwestern betrieben wird. Ich besichtigte die Werkstätten in denen die Kerzen gemacht werden und die Lebkuchen-Backstube.

Hättet Ihr gewusst, dass der Beruf des Lebzeltens und Kerzenziehers noch bis vor ca. 15 Jahren ein und derselbe Lehrberuf waren? Ich nicht.  Darüber ein anderes mal mehr! ***

Kerzenmanufaktur Nagy Salzburg

Lebkuchenherz von Nagy - Salzburg  Lebkuchenbaeckerei Nagy Salzburg

Lebkuchen und Kerzenmanufaktur Nagy Sterneckstr. 22 5020 Salzburg | Tel +43 662 874740-13

Gasthof Weiserhof – Stinkerknödl und Hoargneistnidei

Nun hatte ich ordentlich Hunger. Zum Glück war ich am Abend im Wirtshaus Weiserhof verabredet, in dem vernünftige Portionen auf den Teller kommen. Hier hatten sie so exotisch klingenden Gerichten wie Stinkerknödel und Hoargneistnidei auf der Karte. Vorstellen konnte ich mir darunter eigentlich wenig.  Was es mit der Küche des Weiserhofes, dem Wirt Roland Essl und den Namen der Gerichte auf sich hat, sprengt den Rahmen dieses Berichtes. Auf jeden Fall hingehen! Die Küche ist ausgezeichnet. ***

Gasthof Weiserhof Salzburg

Gasthof Weiserhof Weiserhofstr. 4 5020 Salzburg |+43 662 872267

Tag 2 – Vor den Toren Salzburgs – Rösterei 220°

Der nächste Morgen empfängt mich wieder sonnig. Heute geht es in die Salzburger Vorstadt.

In der Maxglaner Hauptstraße liefert die Brauerei Stiegl das Bier noch mit der Pferdekutsche an. Im Hintergrund sehe ich schneebedeckte Berge, dazu blauer Himmel und Pferde – Postkartenromantik vom feinsten.

Meinen ersten Kaffee trinke ich bei 220°, einer jungen Salzburger Kaffeerösterei in der mir Margret, die Inhaberin viel über Herkunft und Qualität der von ihnen verwendeten Kaffeebohnen erzählt. ***

Brauereikutsche Stiegl

220° Rösthaus Maxglaner Hauptstr. 29 5020 Salzburg | Tel +43 662 909897

Dann geht es per pedes weiter zu Brunnauer im Magazin, einem mit 2 Hauben ausgezeichneten Gourmetrestaurant. Wer das Besondere sucht, findet dies hier nicht nur auf dem Teller, denn der Innenarchitekt hat sich einiges einfallen lassen. Das Restaurant ist direkt in den Felsen geschlagen. Bei schönem Wetter kann man im schattigen Innenhof sitzen. Der Mittagstisch ist köstlich!***

Brunnauer im Magazin | Salzburg

Brunnauer im Magazin Augustinergasse 13a 5020 Salzburg | Tel +43 662 841584-20

Die restliche Zeit verbringe ich mehr oder minder vor den Toren Salzburgs.

Ich bummle ein paar Stunden durch das sehenswerte Salzburger Freilichtmuseum ***, besuche am dritten Tag ausführlich den Kaviarproduzenten Grüll mit seinem Team *** und besichtige die Fuchsmühle Anthering. Das ist eine alte Getreidemühle, die noch heute Mehl wie zu Großvaters Zeiten mahlt.

Es gibt so viel zu sehen, dass ich die vielen neuen Eindrücke erst so nach und nach verarbeiten kann. Und jetzt wird vermutlich klar, wieso ich in den drei Tagen überhaupt keine Zeit hatte die klassischen Sehenswürdigkeiten eines Blickes zu würdigen. Was hättet Ihr getan?

Da ungeklärt blieb wie Salzburger Nockerln schmecken, welche der Mozartkugeln die Wahre ist ***  und ob der Salzburger Schnürlregen wirklich so häufig wie geschildert daherkommt, ist eines ohnehin klar: Ich muss so schnell wie möglich wieder hin!

Mozarts Geburtshaus Salzburg | Getreidegasse

mozartkugeln-holzermayr Mozartkugeln Fürst Salzburg

Mehr Infos zu Salzburg

Tourismus Salzburg GmbH – 5020 Salzburg – Tel. +43662 88987-0

http://www.salzburg.info/de

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Von Salzburg Tourismus war ich eingeladen die Stadt zu besichtigen.  Danke!

Ebenso bedanke ich mich bei allen Ladeninhabern, Fabrikanten und Gastgebern für die viele geschenkte Zeit. Es war mir eine Freude, wie herzlich und aufgeschlossen man von den Salzburgern aufgenommen wurde. Für mich, viele Erlebnisse mit bleibenden Erinnerungen.

salzburger-gassen   ch-austern

 

 

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Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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1 Kommentare

  1. Liebe Charis, das war eine wunderbare Beschreibung der Stadt Salzburg, in die ich mich und auch in eine Salzburgerin heftig verliebt hatte. Das ist aber nun 50 Jahre her, vieles scheint geblieben und dennoch verändert. Schloss Mirabell und den Park von Hellbrunn (dort gab es im Sommer Musikfestspiele), die Salzburger Festspiele, Jedermann, den Mönchsberg, die Aussicht vom Gaisberg und die gemütliche Wirtschaft am Schloss Aigen wirst Du noch nachholen müssen. Mit Salzburger Nockerln haben wir amerikanische Touristen geschockt, die uns nach einem kleinen ortstypischen Nachtisch fragten – da traten die US-Augen aber hervor, als ein Kubikmeter süßer Schaum leicht gebräunt angeliefert wurde. Usw.usw…
    Aber nochmals Dank für die gut geschriebene Auffrischung meiner auch im Schnürlregen und zugigen Wintertagen nostalgischen Erinnerungen!
    Andreas

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