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Roter Hahn Südtirol | Bauernhöfe für Urlaub, Handwerk, Genuss

*Was steckt hinter dem Südtiroler Verbund Roter Hahn?

“Wir bringen Menschen ein Stück bäuerlicher Südtiroler Lebensart näher.” So bewirbt der Rote Hahn sein Konzept für Urlaub auf dem Bauernhof. Über ganz Südtirol sind die Betriebe verteilt, die mit einer bis fünf Blumen gekennzeichnet sind. Voraussetzung für die Beteiligung am Roten Hahn: Die Anbieter dürfen nicht mehr als fünf Ferienwohnungen oder acht Einzelzimmer vermieten.

Die Höfe müssen noch “echte” erlebbare Landwirtschaft aufweisen und dürfen in ihren Hofläden nur Produkte veräußern, die sie selbst anbauen und produzieren. Ein Hof baut Wein an – also gibt es im Hofladen Wein? Fehlanzeige! Wenn der Hof kein Winzerbetrieb ist und seinen Wein an die Genossenschaft zum Keltern abgibt, darf der Wein nicht in den Laden. So streng sind die Regeln und unangekündigte Kontrollen sollen sichern, dass die Betriebe das harte Prinzip nicht verwässern.

Bei den bäuerlichen Schankbetrieben und Produzenten der „Südtiroler Köstlichkeiten“ sind die Kriterien ebenso streng formuliert und sichern so, dass der Gast und auch der Einheimische noch das echte und unverfälschte Südtirol erleben kann. Der Rote Hahn leistet durch seine Arbeit einen Beitrag  zum Fortbestand regionaler Architektur und Lebensweise.

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Fakten zum Roten Hahn

Urlaub auf dem Bauernhof

1600  registrierte Mitgliedsbetriebe. Diese sind unterschieden durch eine Klassifizierung von 1 – 5 Blumen (vergleichbar mit Hotelklassifizierungen). Jeder Hof muss eine Limitierung auf 5 Ferienwohnungen oder 8 Zimmer mit Frühstück akzeptieren. 13 Mitgliedsbetriebe bieten zudem eine Spezialisierung an. Das sind Bauernhöfe mit Pferden, sehr traditionelle Häuser, familienfreundliche oder besonders behindertengerechte Höfe.

Interessant ist, dass die Höfe nicht zwingend zentral und leicht erreichbar liegen müssen. Wir haben Mitgliedsbetriebe an kleinen schmalen Bergstraßen mit einem wunderbaren Blick auf’s Tal entdeckt.

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Bäuerliche Schankbetriebe

41 Bäuerliche Schankbetriebe – dazu zählen teils Buschenschänken als Weinwirtschaft in den Weinanbaugebieten, teils Hofschänken mit klassischer Landwirtschaft, die hofeigenes Fleisch anbieten. Voraussetzung für den Roten Hahn ist ein Zutaten-Minimum von 30 %, die bei den angebotenen Speisen auf dem eigenen Hof produziert werden müssen. 80 % der Zutaten insgesamt müssen aus der Region Südtirol stammen und exotische Gewürze sind ohnehin komplett tabu.

Typische Gerichte auf diesen Höfen sind: Speck und Käse aus der Region, selbstgemachte Schlutzkrapfen, Knödel, Schöpsernes, Erdäpfelblatteln mit Kraut und andere ortsübliche Köstlichkeiten. Das Geschirr und die Einrichtung soll landestypisch sein. Auf den Ausschank kommerzieller Softdrinks muss verzichtet werden.

Vielfach wird man beim Speisen in diesen Schankbetrieben eine Katze oder einen Hund um sich haben. Das sollte einen nicht stören. Für Kinder gibt es viel zu sehen und zu erleben.

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Qualitätsprodukte vom Bauernhof

59 Betriebe, die Lebensmittel und Feinkost aus eigener Herstellung vertreiben, gehören zu den Südtiroler Bauernhöfen mit Qualitätsprodukten.  Marmeladen, Kräutertees, Käse, Sirupe, Destillate usw. werden aus feinsten Zutaten hergestellt. Die Produkte müssen von Hand und nach traditioneller Methode verarbeitet sein. Um eine hohe Qualität zu gewährleisten, werden die Produkte in einer Blindverkostung geprüft. 75 % der Rohware muss vom eigenen Bauernhof stammen, 25 % der Zutaten dürfen hinzugekauft werden, müssen aber auch von Südtiroler Höfen stammen.

Es gibt strenge Qualitätsrichtlinien für die Herstellung der Produkte. So werden Zutaten, Verarbeitungsmethoden, Temperaturen bei der Herstellung und vieles mehr nach festen Vorgaben bestimmt. Viele Produkte können direkt auf dem Hof eingekauft werden. Oft gibt es entzückende kleine Bauernläden.

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Bäuerliches Handwerk

Acht Bauernhöfe haben sich mit einem besonderen Handwerk spezialisiert. Hierzu gehört u.a. die Verarbeitung von Holz, Wolle und ein Korbflechter. Auch diese Produkte müssen von Hand und nach traditioneller Methode gearbeitet sein. Die Rohware stammt vom Hof oder wird in anderen Südtiroler Betrieben für die Weiterverwendung vorbereitet. Die Produkte werden auf dem Hof hergestellt und aufgrund der geringen Stückzahlen direkt ab Hof verkauft. Wer ein solches Qualitätsprodukt erwirbt, kann sicher sein ein echtes Unikat in den Händen zu halten.

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Regeln für alle Höfe:

  • gute Beschilderung ist Pflicht und muss auch vom Auto aus gut lesbar sein
  • der Hof muss in einem gepflegten und optisch ansprechenden Zustand sein.
  • die Außengestaltung sollte naturnah sein und durch heimische Pflanzen oder regionale Besonderheiten auffallen
  • die Möblierung sollte im regional typischen Stil erfolgen und dem Charakter des Hauses entsprechen
  • besondere Bauelemente, wie eine kleine Kapelle sollten dem Gast zugänglich sein
  • für eine saubere Umwelt muss der Müll nach strengen Richtlinien getrennt entsorgt werden
  • die Wahrung Südtiroler Traditionen ist Ziel und Grundsatz

Mehr Infos und eine detaillierte Bauernhofsuche gibt es im Internet unter
http://www.roterhahn.it/de/
Südtiroler Bauernbund
Roter Hahn
K.-M.-Gamper-Str. 5
I- 39100 Bozen/Südtirol
Tel. +39 0471 999 325

Zahlen Stand 06/2015, Quelle Roter Hahn

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Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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4 Kommentare

  1. Rob sagt

    Kannten wir so noch nicht.
    Wir haben zwei kleine Buben und haben uns nun einige der Höfe etwas genauer angeschaut. Die Kinder sind begeistert von der Idee, dass es Tiere auf dem Hof geben könnte.

  2. linavh sagt

    Seit 6 Jahren fahren wir jeden Herbst auf einen der teilnehmenden Bauernhöfe und sind begeistert!
    Wir fühlen uns dort schon fast als Teil der Bauernfamilie, ohne dass dies zu zwanghaft oder aufdringlich wird. Unsere Tochter ist im Laufe der Jahre zu einer richtig guten Kuhhirtin geworden, und zur Stallarbeit möchte sie jeden Abend unbedingt wieder pünktlich dort sein ☺.
    Viele Grüße
    Carolin

  3. Danke für Deine Hinweise lieber Andreas – Deine Bücher sind immer wieder erwähnenswert!

    Ich mag beides. Es gibt in Südtirol wunderschöne Hotels. Zwei davon werde ich in den nächsten Tagen hier noch vorstellen. Anderes findet man bereits auf dem Blog.
    Es kommt sicher sehr darauf an, welche Art von Erholung man gerade sucht. Für einen reinen Wanderurlaub oder einen in dem man gerne mal nach Herzenslust selber kochen möchte, bzw. für einen Urlaub mit Kindern würde ich den Roten Hahn empfehlen. Die Umgebung ist meistenteils wunderschön, man kann sich prima selbst versorgen.
    Bei Sehnsucht nach Verwöhnen, Pflege für den Körper und exquisiter Küche würde ich immer ins Hotel gehen, denn es ist ein Traum, wenn man einfach mal keine Pflichten hat.
    Was ich leider so noch bestätigen kann ist das Frühstück mit Zutaten vom Hof. Das war bei uns in dieser Form nicht der Fall. Es hab hausgemachte Marmelade, aber alles andere kam aus dem Supermarkt. Trotzdem war es appetitlich und gab keinen Grund zur Beanstandung. Wir haben uns dann einfach mit Ziegenkäse vom Roten Hahn Bauernhof Baschtele aus dem Ultental versorgt und das war ein echter Gaumenschmaus!

  4. Danke für die ausführlichen Hinweise auf die Kontrollen des Roten Hahn über die Bauernhöfe in Südtirol, die Ferien anbieten und Mitglied in dieser Organisation des Südtiroler Bauernbundes sind. Nach den ausführlichen Recherchen zu meinem 2013 im Callwey Verlag erschienenem Buch „Südtiroler Bauernhöfe“ würde ich heute Ferien auf dem Bauernhof den Hotelaufenthalten vorziehen – auch wenn ich in meinen beiden Büchern „Südtirols schönste Hotels“ die Besten beschrieben habe – denn der direkte Kontakt zum Land und seinen Menschen ist dort besser gegeben (und der Komfort in den Ferienwohnungen steht dem in den Hotels meist in nichts nach!).
    Wer Kinder hat, Katzen, Hunde, Pferde, Kälbchen und Hühner mag, der wird den Kleinen die größte Freude mit dieser Zugabe bereiten. Einmal ganz abgesehen vom servierten Frühstück mit hausgemachten Produkten. Also auf und den Wahlspruch der Bauern erfahren: „Als Gast kommen und als Freund gehen.“ Einziges Problem: frühmöglichst buchen denn die Nachfrage ist groß!
    Andreas Gottlieb Hempel

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