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Passhotel Flüela Hospiz – Auf dem Weg von Davos ins Unterengadin

Graubünden. Flüela. „Steil ist die Strasse. Verweile eine Weile. Die Eile der Welt macht Dich nicht glücklich.“ so las ich mit Kreide geschrieben auf einem Schild vor dem Flüela- Hospiz auf dem gleichnamigen Pass im Kanton Graubünden in der Schweiz.

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2383 m über dem Meer liegt dieser  Pass und verbindet die Gegend um Klosters und Davos mit dem Unterengadin. Wer von Zürich kommend in den Schweizer Nationlapark möchte, findet hier von Landquart aus den kürzesten Weg. Nur im Sommer ist er befahrbar. In den Wintermonaten, wenn der Schnee hoch liegt, bleibt dem Reisenden der Umweg über andere Pässe, wie Albula oder Julier oder er nutzt den schnelleren Weg mit dem Autoverlad durch den Vereina Tunnel.

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Die  Pass-Straße zum Flüela fährt sich leicht. Kurvenreich, aber nicht überdurchschnittlich anspruchsvoll führt der Weg nach oben, bis man Schwarzhorn (3147 m) und Flüela Wisshorn (3085 m) passiert. Mit dem Wetter hatte ich kein Glück.  Sonnig sah ich es nie. Ganz im Gegensatz zum Hochplateau von St. Moritz, dass nach Passieren des Flüelapasses nur noch wenige Kilometer entfernt liegt und mit zahlreichen Sonnentagen lockt.

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Oben angekommen, bietet der Pass eine Herberge, die eine Schweizer Besonderheit darstellt: ein Hospiz, welches den Reisenden schon vor über 100 Jahren Schutz beim Überqueren des Gebirges bot und neben Speisen und Getränken eine Möglichkeit der Übernachtung weit oben im Gebirge darstellte. Das Flüela-Hospiz wurde 1869 erbaut und dient noch heute als Passhotel.

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Im Gastraum wird man freundlich willkommen geheißen – was man hier oben eben so unter freundlich versteht. Wortkargheit darf nicht mißverstanden werden. Die Kost ist schweizerisch und passt perfekt in die Region. Satt wird man in jedem Fall und der Ausblick von der verglasten Veranda auf das umliegende Bergpanorama ist grandios.

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Ein Blick in die Karte verrät: hochdeutsch ist nicht. Aber in einer Gegend, in der mürbe Gebäckteile als „Trockenstückli“ verkauft werden, wundert auch das nicht. Und kochen können sie hier. Die Gerichte sind gehaltvolle Bündener Küche, hausgemacht und gut. Teilweise stammt das Fleisch aus eigener Jagd.

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Wer Zeit hat, dem sei empfohlen ein Zimmer zu nehmen.

Das alte Holz knarrt, die Stuben sind einfach. Keine modere Hotelschließanlage, sondern zünftige alte Schlösser mit echten Schlüsseln. Ich mochte das und es war mir egal, dass das Zimmer kein Bad hatte. WC auf dem Flur. Waschraum ebenso. Dafür Gemütlichkeit und ein für Schweizer Verhältnisse ziviler Preis. Passte!

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Am Abend kehrt hier Ruhe ein. Die Straße wird nicht stark befahren und die Tagesgäste sind weg. Wenn sich stiller Nebel über die Mauern legt und die Lichter im Haus angehen, dann kann man entspannen und die Ruhe finden, die man in der Großstadt so oft vergeblich sucht.

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Nach einem kleinen Frühstück gehts die Straße bergab. Stöcke links und rechts der Straße bezeugen, dass hier bald mit Schnee zu rechnen ist. Dann wird der Pass für erste geschlossen.

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Ich werde wiederkommen. Weil es einfach ist. Und schön.

Charis


Adresse:

Passhotel Flüela Hospiz

Familie Frei-Andrist

0041-81-4161747

info@flueela-hospiz.ch

Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet

 

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Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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