Allgemein, DIY-Tipps, Oldpost, Sichtweisen
Kommentare 4

Loslassen.

Bänder aussuchen

Wochenendbeginn. Einkauf beim Fleischer. Hier gibt es kein EC-Gerät. Der Fleischer entschuldigt es mit den langen Wartezeiten für die anderen Kunden. Wir sichten drei Verkäufer im Laden, keinen Kunde. Wir grinsen. Wir sind in einem Vorort von Hamburg. Hier ist der Hund begraben. Und weil hier nichts los ist, hat man Zeit zum kochen und zum essen und zum spazierengehen.

Auf der anderen Straßenseite ein winziger Stoffladen. Gemein ist mein Gedanke, der Name sei ans Umfeld angepasst: „Kleinkariert“.  Dieses unaufgeregte Landleben gibt mir spontan die Lust zurück in Stoffballen zu wühlen und mich in Bänder und Borten zu verlieben. Mit zunehmendem Alter und ansteigenden Vorräten kam nämlich die Vernunft. Und ein Kaufstopp. Ich nahm nur noch mit, was ich zielgerichtet verwenden wollte: Gardinenband oder Hosenflicken oder Stoffe für kleine Nikolausstiefelchen, die ich unter die Ware in meinen Onlineshop mischte.

Kreativität wurde im Laufe der Jahre ein großes Wort. Ich erwische mich in dem Anspruch alles superprofessionell präsentieren zu wollen. Aussuchen von Stoffen für einen lächerlichen Beutel und das Nähen der lustigen kleinen Tasche erscheint mir zu profan, um es im Blog zu erwähnen. Den Anstoß darüber zu berichten lehne ich ab: Das ist zu langweilig. So einen Beutel kann jeder nähen. Ich habe da kein Bastel- und Hobby-Blog.

Dann stoße ich am Montagmorgen beim Frühstückskaffee auf ein Bild.

„Machen Sie nicht zu lange das Gleiche!“ *

Frühstückskaffee und Lektüre

Da ist was dran.  Wieso nicht erwähnen, dass ich Spaß daran hatte, einfach draufloszunähen. Ohne hohen Anspruch. Unbeschwert war es: das Aussuchen der Stoffe, das Zusammennähen der Teile und als ich am Samstag einkaufen ging, mit der neuen Tasche in dem piefigen Vorort, da war ich wahrnehmbar fröhlich und stolz.

Ganz bestimmt ist es wichtig, sich von Zeit zu Zeit von den bestehenden Aufgaben und Zielen zu lösen und einfach aus einer Laune heraus etwas ganz anderes zu machen. Denn nur so kommen neue Ideen.

Die geplanten Blogbeiträge, die ich mir großartig mit Notizen und tollen Fotos vorbereitet hatte, verschiebe ich auf später.

Heute gibt es stattdessen Bilder vom entspannten Loslassen. Denn gerade das ist der Ursprung von wohlgeraten. Es ist gut, sich ab und an daran zu erinnern!

Stoffzuschnitt

Stoffzuschnitt

Nähen

Nähen

Nähgarn

Bügeln

Bügeln

Bänder aussuchen

Bänder aussuchen

Borten und Bänder

Spaß haben! :)

Die fertige Tasche kann ich von zwei Seiten tragen und weil Rehe drauf sind, passt es am Ende eben doch wieder zu wohlgeraten. Ich bin zufrieden. :)

Tasche

*Quelle: Paul Arden: Egal was Du denkst, denk das Gegenteil

Folge mir!

Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
Folge mir!
Kategorie: Allgemein, DIY-Tipps, Oldpost, Sichtweisen

von

Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.

4 Kommentare

  1. Daniela sagt

    … wenn ich doch nur nähen könnte …. *seufz*
    … hab ja nicht mal eine Nähmaschine … *seufz.seufz*

Jeder Kommentar freut mich!