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Die Zittauer Hütte und Wohlgeraten – Ein Blick zurück

Pinzgau / Hohe Tauern. Manche Dinge vergesse ich mit der Zeit oder ich denke nicht mehr darüber nach, weil sie so selbstverständlich geworden sind. Neue Eindrücke überlagern die alten Bilder. Irgendwann werde ich dann durch eine Erinnerung aus dem Trott gerissen und die Gedanken reisen zurück.

Rückblick

Beim Surfen im Internet stieß ich auf ein Foto der Zittauer Hütte im Pinzgau. Ich zeige das Bild hier und verweise ausdrücklich darauf, dass dieses Foto nicht von mir stammt, sondern von der Facebookseite der Hütte. Und in der Hoffnung, dass ihr alle daraufhin scharenweise zur Hütte pilgert, hoffe ich, dass man mir die Verwendung verzeiht!

Jedenfalls fiel mir etwas auf, woran ich schon ewig nicht mehr gedacht hatte.

Die Fensterläden der Hütte sind dunkelgrün. Mit weißer Farbe und einer Schablone hat jemand Edelweiss darauf gesprüht. Sie sind sich ähnlich, aber durch die Schablone sind doch alle ein klein wenig anders, denn mal verläuft die Farbe und mal ist die Blüte ein klein wenig mehr gedreht.

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Vor diesen Fensterläden habe ich schon einmal gestanden. Auf einer meiner ersten längeren Gebirgswanderungen überhaupt und vor allem: es war die erste Hüttenübernachtung meiner Tochter. So etwas vergisst man nie.

Noch immer glauben einige, ich sei im Gebirge aufgewachsen. Das stimmt nicht. In Wirklichkeit ist es so, dass ich bis zu meinem fünfunddreißigsten Lebensjahr kaum Berge über 1000 m gesehen habe. Meine einzige Hochgebirgswanderung machte ich um 1984 am Musala in Bulgarien und bei dieser Wanderung, ging ich auch noch verloren. Meine Eltern fanden mich erst nach mühsamer Suche wieder. Ich hatte irgendwann vergessen weiter zu laufen, weil es so viel zu sehen gab, dass ich die anderen komplett vergass. Wenn ich heute daran denke, fällt mir auf: ich hatte nicht einen Moment Angst. Es war so schön im Gebirge, dass ich mich sofort wohl gefühlt habe. So wie ich es auch heute noch immer und auch alleine in den Bergen empfinde.

Kurz und gut: die Zittauer Hütte ist ein Meilenstein in meinem Leben als glühende Alpenliebhaberin und ich habe sie auf eine eigentümliche Art und Weise in mein Herz geschlossen.

Das Edelweiss und wohlgeraten

Auf der Wanderung damals war an wohlgeraten noch lange nicht zu denken. Ich arbeitete als Modedesignerin und die Berge besuchte ich nur zur Erholung. Ein paar wenige Fotos machte ich, die aber fast komplett verloren gingen. Nur wenige blieben erhalten. Die anderen haben eine minimale Auflösung, sodass man kaum etwas erkennen kann.

Die Wanderung, die wir am folgenden Tag von der Zittauer Hütte ins Krimmeler Tal machten, habe ich nie vergessen, denn sowohl die Bergwacht, als auch Hütteninsassen bestätigten uns, dass wir den gewählten Weg sorglos gehen könnten. So landeten wir letztlich ohne Sicherungsmaterial und mit einem kleinen Mädchen an Leitern und Seilen und da ich nicht schwindelfrei bin und dort Höllenängste ausstand, bin ich danach nie wieder ohne eine Karte ins Gebirge gegangen. Heute betrachte ich es als Abenteuer und freue mich das erlebt zu haben.

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Eine Besonderheit hatte die Hütte von Anfang an für mich: die Zittauer Hütte ist nach der Alpenvereinssektion benannt, die in der Gegend liegt, aus der ich stamme. Das liegt lange zurück und zunächst konnte man damals beim Betreten der Hütte wenig davon merken.

Aber ich hatte für die Nacht eine kleine Schlafkammer reserviert, die lange nicht renoviert worden war. Sie war mit sehr viel Holz und knarrenden Dielen und Betten ausgestattet. So, wie man sich eben eine richtig schöne Hütte vorstellt. In dieser Kammer hing ein Bild an der Wand, was den Berg Oybin zeigt – für mich ein echtes Stück Heimat! Ich erinnere mich, dass mir die Tränen kamen, weil ich so ergriffen war und noch heute geht es mir ein wenig so, wenn ich daran denke. Manche Dinge muss man nicht erklären.

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Vor der Hütte fotografierte ich damals ein Schild mit einem dieser Edelweiss und genau dieses kam mir Jahre später in den Sinn, als ich wohlgeraten gegründet hatte und mein Logo entwickeln wollte. Auf den Bildern hier, zeige ich ein wenig wie es sich nach und nach veränderte, bis es als Anschnitt seine derzeitige Form bekam.

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Die Zittauer Hütte und Umgebung kann ich von Herzen zum Wandern empfehlen.

Information Zittauer Hütte

OEAV Sektion Warnsdorf/Krimml | Pächter: Barbara und Hannes Kogler | Hüttentel. +43 (0) 6564 8262 | Mobil: +43 (0) 664 8732205

http://www.zittauerhuette.at/zittauer-huette/

geöffnet von Juni bis Mitte Oktober (je nach Witterung)

Alpenvereinshütte:

http://www.alpenverein.at/zittauerhuette/

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Edelweiss bei wohlgeraten (Klick auf’s Bild öffnet die Seite!)

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Charis

Inhaberin bei wohlgeraten
Ich bin Charis, Inhaberin von wohlgeraten | Wir lieben Berge! Das ist mein Blog. Ich berichte über Reisen und Erlebnisse unterwegs - vielfach in den Alpen oder in Bergregionen, über Handwerk und Traditionen, lasse mir in den Kochtopf schauen oder teile Erfahrungen, die ich im Alltag mit wohlgeraten mache.
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1 Kommentare

  1. Was für eine berührende Geschichte. Und uff, ich wollte nicht in der Situation gewesen sein, dann doch an Leitern und Seilen zu landen. Aber du behältst anscheinend immer die Nerven :-)

    Schön zu erfahren was dich zu deinem Logo inspiriert hat, und wie es sich entwickelt hat.
    Ich wünsche dir noch ganz viel Spaß in den Bergen und ganz viel Erfolg für dein Unternehmen.

Jeder Kommentar freut mich!