Autor: Peter

Seethaler – Ein ganzes Leben

Ein ganzes Leben | Ein Alpenroman

Ein unbestimmtes Tal ist der Schauplatz des Romans „Ein ganzes Leben“. Indem der Autor Robert Seethaler dem kleinen Ort, seinen Straßen und den umliegenden Bergen die Namen nimmt, wird das Auf und Ab der Landschaft zum Abbild des Lebens des Seilbahnarbeiters Andreas Egger. Mit dem Stigma des unehelichen „Bankerts“, wächst er als Pflegekind auf dem Hof eines brutalen Bauern auf. Gezüchtigt und in der Folge der brutalen Schläge im Dorf als „Hinker“ verspottet. Der nichts in Papierform vorzeigbares lernt, aber vieles kann und zu einem kräftigen und vor allem zufriedenen Mann heranreift. Robert Seethaler gelingt es, jenseits aller Alpenfolklore eine neue Sprache für die Natur zu erfinden. Zwar muten manche Wendungen und Satzbauten altertümlich-biblisch an wie das unschuldige Stammeln Andreas Eggers zu einer Verehrerin: „Ich bin erst bei einer Frau gelegen.“ Die Kraft der Berge reicht Robert Seethalers Sprache, die an Adjektiven spart, wo Handlung stattfindet. Und zugleich findet er immer wieder neue Bilder für Bergspitzen aus hellem Porzellan, für das Geräusch der Stille und die Gefühle, die Kälte und Wind auf der Haut hinterlassen. Als …

Was bin ich?

(von Peter Breuer) München ist eine Zeitlupe. Ganz langsam rollt man auf den Puffer des Sackbahnhofs zu, steigt aus dem Zug und möchte in Bastian Gutmanns Taxi steigen. Er ist inzwischen im 96. Semester und seine Haare schlohweiß. Immer noch liebt er Dr. Katharina Freude und die Olympischen Sommerspiele gehen ins 43. Jahr.