Monate: Juni 2014

Restaurant s’Ernele – Zu Gast bei den Metzlers im Schiff – Hittisau

Hittisau. Bregenzerwald.  Typische Wälder Architektur, ein Verbund aus Tradition und Moderne, viel Holz, viel Glas. Mehr nimmt man zunächst nicht wahr, wenn man das Romantikhotel Schiff in Hittisau an der Straße liegen sieht. Dabei steckt hinter den Mauern weit mehr als ein modern geführtes Familienhotel. Wir nehmen den Weg über die Terasse und stehen in einer wunderschönen Ladenwirtschaft, in der es neben den Produkten aus der Region vor allem einen köstlichen Mittagstisch gibt. Wir sind im s’Ernele – zu Gast bei der Familie Metzler.

Maßgeschneidert für die Wälderin – Juppenwerkstatt Riefensberg – Bregenzerwald

„Maßgeschneidert für alle Wälder“ steht auf einem Plakat des öffentlichen Landbus im Bregenzerwald. Darunter strahlt eine Frau in Tracht. Sie trägt das Kleid der Wälderin: eine schwarze „Juppe“ aus Leinen. Was  spielerisch eingesetzt ist, hat einen bedeutsamen Hintergrund. Die Juppe ist eines der wenigen traditionellen Kleidungsstücke, welche noch vom ersten bis zum letzten Schritt von Hand angefertigt werden. Das Leinen wird gefärbt, appretiert, geglästet (glänzend gemacht), gefältelt und dann von Hand zum Kleid genäht. Und: es wird tatsächlich auf Maß angefertigt. Ausschließlich für eine Wälderin. Das Recht, eine solche Juppe zu erwerben und zu besitzen, obliegt nur einer echten Wälderin. Ausnahmen werden nicht gemacht. Blut zählt mehr als Geld und wenn man den Schilderungen zuhört, dann möchte man dies sofort glauben. Niemanden sonst beliefern die geschickten Kunsthandwerkerinnen der Region, die ihr Wissen in der Juppenwerkstatt Riefensberg freundlich den Besuchern weitergeben. Und dadurch ist dieses Kleidungsstück  etwas besonderes: maßgeschneidert für die Wälderin, die ihre Juppe ein Leben lang trägt und mit Glück sogar an ihre Kinder vererbt.

Der Ruhm der Anderen

Eins vorweg: Ehrliche Anteilnahme respektiere ich. Es handelt sich hier um einen Gedanken und nicht um Kritik an einzelnen Personen. Worum es geht? RUHM Gestern war wieder so ein Tag an dem in den Sozialen Medien wie Twitter und Facebook so richtg die Post abging. Beruflich bedingt kann ich praktisch nicht daran vorbeisehen, denn ich bewege mich nahezu täglich in diesem Umfeld. Eine herausragende Persönlichkeit ist gestorben, der Anlass ist gewiss sehr traurig. Gleichzeitig ein prima Grund für viele Leute sich zu profilieren. Möglichst schnell den richtigen Hashtag setzen und zack ist man mit einer Top-Nachricht ganz weit vorn. Das mag bei einer Massenveranstaltung, Unwetterwarnung, Hilfsaktion sehr hilfreich sein. Aber gilt das auch für den Verlust eines Menschen? Ist schnell sein in diesem Moment wirklich so wichtig geworden? Kaum ist die erste Meldung geschrieben, klicken die Nachrichten hin und her: „Quelle?“ „Nachricht bestätigt. Quelle: da, da und da…!“ und jetzt schnell einer der ersten mit dem #RIP plus Name sein. Damit wir uns sicht falsch verstehen: Nachrufe sind wertvoll. Betroffenheit im allgemeinen ist etwas natürliches …

Buch Messner Mountain Museum – Callwey

Buchtipp Messner Mountain Museen | Architektur und Berge

An ihm scheiden sich die Geister: die einen verehren ihn, die anderen stehen ihm kritisch gegenüber – der Bergsteiger Reinhold Messner. Ich selber gehöre der ersten Kategorie an und das nicht erst, seit meine Cousine ihn tatsächlich einmal beim Wandern traf und ein fröhliches Bild davon auf Facebook postete. Was all jenen bleibt, die ihn nicht auf Vortragsreihen oder eben in den Bergen treffen können, sind die wunderbaren Messner Mountain Museen (MMM) in Südtirol – verteilt auf fünf charakteristische Orte in den Bergen (Update: inzwischen sind es sechs!). Der Callwey-Verlag hat diesen sehr individuell und architektonisch besonders gestalteten Museen einen umfangreichen Bildband gewidmet: Die Messner Mountain Museen von Andreas Gottlieb Hempel.

Gasthaus Engel – Hard bei Bregenz

Wer vom Bodensee in Österreich berichtet, nennt meistenfalls Bregenz. Das ist nicht schlecht, aber ab und an lohnt es, ein paar Schritte weiter zu wandern. So ist es auch hier. Auf der Weiterfahrt Richtung Schweizer Grenze, gelangt man binnen weniger Minuten nach Hard. Der kleine Ort ist idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Bodenseeregion. Wir verbrachten hier eine Nacht im schönen Hotel am See und speisten im Gasthaus Engel, welches ich kurz vorstellen und empfehlen möchte. Das Gasthaus Engel liegt zentral im Ortskern von Hard. Es ist mit einer Tradition von 400 Jahren das älteste Wirtshaus im Ort. Nicht immer war es ein Gasthaus. Versammlungsort, Schule und Post – immer wieder änderte sich die Bestimmung des Gebäudes und wurde mehrfach durch Brände torpediert. Heute findet man ein modernes Ambiente vor. Der Gastraum ist groß und wurde neben den normalen Tischen mit gemütlichen Nieschen, in denen es kuschelige Eckbänke gibt, ausgestattet. Die Küche arbeitet mit einheimischen Produkten. So kommt das Fleisch vom Arlberg und die Früchte und Gemüse aus der Bodenseeregion. Auch Fisch stand auf der …