Monate: Juni 2012

Bänder aussuchen

Loslassen.

Wochenendbeginn. Einkauf beim Fleischer. Hier gibt es kein EC-Gerät. Der Fleischer entschuldigt es mit den langen Wartezeiten für die anderen Kunden. Wir sichten drei Verkäufer im Laden, keinen Kunde. Wir grinsen. Wir sind in einem Vorort von Hamburg. Hier ist der Hund begraben. Und weil hier nichts los ist, hat man Zeit zum kochen und zum essen und zum spazierengehen. Auf der anderen Straßenseite ein winziger Stoffladen. Gemein ist mein Gedanke, der Name sei ans Umfeld angepasst: „Kleinkariert“.  Dieses unaufgeregte Landleben gibt mir spontan die Lust zurück in Stoffballen zu wühlen und mich in Bänder und Borten zu verlieben. Mit zunehmendem Alter und ansteigenden Vorräten kam nämlich die Vernunft. Und ein Kaufstopp. Ich nahm nur noch mit, was ich zielgerichtet verwenden wollte: Gardinenband oder Hosenflicken oder Stoffe für kleine Nikolausstiefelchen, die ich unter die Ware in meinen Onlineshop mischte.

Tiroler Edle – Schokolade vom Tiroler Grauvieh

Landeck. Tirol. 2003 – auf dem Weg von Zürich in Stubaital, machte ich Pause an einer Raststätte in der Nähe von Landeck/Tirol. Drinnen eine schön im Tiroler Stil eingerichtete Ladentheke : es gab Speck aus Tirol, Käse und allerlei Spezialitäten. Und ich entdeckte kleine Tafeln Schokolade aus der Milch des Tiroler Grauviehs. Minuten später hielt meine erste Tiroler Edle in den Händen. Ein unvergeßlicher Genuss! Jahre später, mit dem Entstehen von wohlgeraten war klar: diese Schokoladen müssen in meinen Onlineshop. Gesagt, getan und als wir im April dieses Jahres durch Tirol zu Lieferanten reisten, stand ich das erste Mal vor der Konditorei Haag – mitten in Landeck, nahe eines schönen kleinen Platzes mit traumhafter Aussicht. Drinnen im Café wurden wir freundlich empfangen. Der Blick nach draußen ist ein Traum.     Frau Haag begrüßte uns freundlich und holte Ihren Mann, der uns ebenso herzlich empfing und eine Führung durch sein Schokoladenreich anbot. Nichts lieber als das! Wir ließen also die köstlichen Konditoreiwaren links liegen und stiegen ein paar Stufen herab in Backstube und Schokoladenfabrikation. Hier …

Nationalparkranger-Woche in Graubünden

Optimieren ist was für Männer… oder so?

An manchen Tagen fällt mir fast der Telefonhörer aus der Hand. Eben. Es klingelt. Ich hebe ab, nenne meinen Namen. Ein Herr ist am Apparat: „Guten Tag. Hier ist Herr sonundso. Ich möchte bitte Herrn St. sprechen.“ Ich, ruhig: „Kann ich helfen, worum geht es?“ Er, forsch: „Ich möchte Ihren Mann sprechen. Wir sind durch den Online-Auftritt aufmerksam geworden. Dann rufe ich wieder an, wenn Herr St. zu sprechen ist. Es geht um SEO-Optimierung.“ (Betonung lag DEUTLICH auf HERR!) Ich, erklärend: „Da werden Sie keinen Erfolg haben. Es gibt hier keinen Herrn St. Wieso verlangen Sie eigentlich nach ihm?“ Er, dreist: „Bei meinem letzten Anruf, wurde mir gesagt, Herr St. ist dafür verantwortlich und den möchte ich sprechen.“ Ich weise darauf hin, dass dies nicht sein kann, da ich die Geschäfte im Alleingang führe und dass niemand auf einen Herrn verwiesen haben kann, den es nicht gibt. Statt sich zu entschuldigen, legt er auf. Jetzt frage ich mich ernsthaft nach dem Weltbild dieses Verkäufers. Wieviel Kompetenz wird Frauen heute zugetraut? Ist es zeitgemäß bei bestimmten …

Besprechungszimmer raumgestalt

wohlgeraten zu Besuch bei raumgestalt

Bernau. Schwarzwald. Im April 2012 führte unsere Rundreise  „wohlgeraten unterwegs“ zunächst in den tiefsten Schwarzwald – nach Bernau. Die Firma raumgestalt ist eine kleine, inhabergeführte Firma. In einer denkmalgeschützten, mit Liebe zum Detail restaurierten Scheune von 1776 werden von einem kleinen Designteam praktische Dinge für den Haushalt, Geschenkideen und Möbelstücke kreiert. Frau Rothe, die Inhaberin, begrüsst uns herzlich und führt uns durch die Räumlichkeiten. Wir erfuhren viel über das traditionelle Schwarzwaldhaus und erhielten Einblick hinter die Kulissen unseres Lieferanten. Viele der ca. 250 Artikel von raumgestalt werden in der Scheune selbst konfektioniert. Einiges übernehmen Frauen aus der näheren Umgebung. So haben diese die Möglichkeit der Heimarbeit, was gerade in ländlichen Regionen wie dem Schwarzwald  Tradition ist und den Frauen hilft, Beruf und Versorgung der eigenen Haushalte miteinander zu vereinbaren. Im Schwarzwald gibt es traditionell viel Holzhandwerk. Schreiner aus den umliegenden Ortschaften liefern beispielsweise Holzbretter, die wir bei wohlgeraten verkaufen. Ebenso haben die ortsansässigen Schreiner geholfen das alte Bauernhaus zu restaurieren: als die Zimmerleute unbedingt alte Holzdielen gegen einen neumodischen Betonboden eintauschen wollten, setzte sich die …